Dortmunder U19-Weltmeister Julian Garth will bei der U23-EM aufs Treppchen

Rudern

Das Abi in der Tasche, die U23-Europameisterschaft vor Augen: Für den Dortmunder Ruderer Julian Garth läuft´s rund. Der 18-Jährige ließ gerade in Hamburg ältere Konkurrenten alt aussehen.

Dortmund

, 31.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Julian Garth (r.) gewann im Vierer die Ausscheidung in Hamburg.

Julian Garth (r.) gewann im Vierer die Ausscheidung in Hamburg. © Seyb

Schön, wenn sich junge Menschen noch selbst überraschen können. „Mit dieser Leistung bei der U23-Überprüfung in Hamburg hätte ich selbst nicht gerechnet, das war schon irgendwie krass“, sagt Julian Garth immer noch mit einem Staunen in der Stimme. Der 18-Jährige, der im Februar von den Dortmundern an der Seite von Jan Henrik Szymczak zum „Nachwuchssportler des Jahres“ gewählt worden war, ließ in Hamburg teilweise drei bis vier Jahre ältere Konkurrenten im Zweier und auch im Vierer hinter sich.

Der Lohn folgte auf dem Fuß: Die Bundestrainer nominierten den beim Ruderclub Hansa Dortmund ausgebildeten Garth für die U23-Europameisterschaft am 5./6. September auf der Duisburger Wedau, vermutlich im Achter. „Ich hoffe, dass die EM stattfinden kann. Das hält die Motivation für die nächsten Wochen oben“, weiß der ehrgeizige Nachwuchsathlet, der am Heinrich-Heine-Gymnasium in diesem Sommer sein Abitur baute und nun Bauingenieurwesen studieren will.

Julian Garth (r.) und Jan Henrik Szymczak wurden „Dortmunds Nachwuchssportler des Jahres“.

Julian Garth (r.) und Jan Henrik Szymczak wurden „Dortmunds Nachwuchssportler des Jahres“. © Alexander Pischke

Julian Garth rückt von der U19 in die U23 auf

Jetzt aber wartet erst einmal das Ruderboot. „Ich war froh, dass wir nach der Corona-Pause, die ich auf dem Ergo überbrückt habe, endlich wieder aufs Wasser durften. Auf dem Trockenen hatte ich mit Rückenschmerzen zu kämpfen“, berichtet der Kaderathlet, der im vergangenen Jahr mit dem Deutschlandachter U19-Weltmeister geworden war und nun um eine Altersklasse in die U23 aufgestiegen ist. Ein großer Sprung.

„Das ist ein Riesensprung. Umso froher bin ich, dass ich mich in Hamburg gut präsentieren und meine guten Ergo-Leistungen auch im Boot bestätigen konnte“, erzählt der Dortmunder, der im Zweier an der Seite von Floyd Benedikter im A-Finale auf Rang zwei einkam und anschließend im Vierer ohne Steuermann sogar die Ausscheidung gewann. U23-Bundestrainer Christian Viedt war voll des Lobes über die von ihm in Dortmund betreuten Zweier-Fahrer: „Bei den beiden hat es sich im Vorfeld ein bisschen abgezeichnet. Sie sind gut gefahren und aus dem Feld etwas herausgestochen“. Von Julians Entwicklung ist Viedt angetan: „Ich bin sehr zufrieden mit seiner Entwicklung, er ist groß und stark und hat eine gute Perspektive“.

Die Quälerei hinterfragt

Während des Lockdowns habe er sich, so Julian Garth, „noch mehr hinterfragt, warum ich das eigentlich alles mache, denn eigentlich rudere ich zum Spaß.“ Aber der Spaß an guten Leistungen ist eben mit Leistungssport verbunden, und wenn es so gut läuft wie zuletzt, ist die Quälerei ob der Erfolge schnell vergessen. Julian Garth jedenfalls ist bereit für neue Aufgaben. „Ich freue mich, ein neues Kapitel aufzuschlagen“. Und das Ziel für die EM in Duisburg? Garth wie aus der Pistole geschossen: „Aufs Treppchen, am liebsten im Achter“.

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