U23 des BVB spielt eine verkorkste Saison: Manager Preuß vermisst „die schwarzgelbe Gewalt“

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Sieben Niederlagen in sechzehn Spielen, nur 21 Punkte und nur ein Sieg aus den letzten sieben Spielen. Die U23 von Borussia Dortmund spielt eine bislang verkorkste Saison.

von Leon Elspaß

Dortmund

, 25.11.2019, 13:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ingo Preuß hatte eigentlich ausgesprochen gute Laune. Vor dem Spiel beim SC Verl war Dortmunds U23-Manager noch lachend und nett grüßend zu sehen. Obwohl er sonst eher selten mit wirklich positivem Gefühl zu einem Spielort reise, dachte er diesmal, „dass wir da etwas mitnehmen.“

Verdiente Niederlage in Verl

Umso enttäuschter sei er dann letztlich gewesen, rekapitulierte Preuß, dass es damit nichts wurde. Mit 0:2 (0:1) unterlag der BVB am Freitagabend beim jetzigen Spitzenreiter. Dortmunds Kaderplaner ging danach in die Analyse.

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Anders als Torwart Eric Oelschlägel, der mit der wohl einigermaßen exklusiven Einschätzung überraschte, er wisse nicht so recht, ob diese Pleite wirklich in Ordnung gehe, sprach Preuß von einer „verdienten Niederlage“, stellte die Seinen nach der nunmehr siebten Nullrunde im 16. Versuch allerdings nicht kollektiv in den Senkel. So sprach er unter anderem die „fünf, sechs Großchancen“ an, die sich dem BVB eröffneten und in Person von Magnus Kaastrup, Chris Führich oder Joseph Boyamba vergeben wurde.

Gute Angriffswege, aber kein Tor

Vor allem vor der Pause fand die Borussia gute Angriffswege. „Dass wir ohne eigenen Treffer bleiben würden, hätte ich in der Anfangsphase nie gedacht“, sagte Preuß, der final eines Besseren belehrt wurde.

Zu seinem Ärger trafen einzig die Verler, erst Zlatko Janjic (7.), dann Ron Schallenberg (79.). Dass das Ergebnis letztlich nicht noch höher ausfiel, lag zuvorderst an Keeper Oelschlägel. Allein in der zweiten Halbzeit rettete er vierfach in unmittelbaren Duellen. „Mit Eric“, sagte Preuß denn auch, „bin ich sehr zufrieden.“

Hohe Qualität kommt nicht auf den Platz

Dortmunds Manager stört eher, dass seine schwarzgelbe Belegschaft aktuell „nicht den Fußball spielt, den ich sehen möchte mit den vielen individuell guten Spielern auf dem Platz. Jeder attestiert uns hohe Qualität im Kader, wir schaffen es allerdings nicht, sie auch zu zeigen.“ Trotz der zweifellos großen spielerischen Fertigkeiten präsentierte die Borussia einige einfache Abspielfehler, „die uns unter Druck gesetzt haben“, sagte er. Trainer Tullberg sah in Gänze „viele Probleme hinten“.

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Und vorne wiederum fehlte Preuß, „dass wir in der zweiten Hälfte nicht richtig Druck aufbauen konnten, dass Verl da wenig fürchten musste.“ Wie so oft habe er nicht das Gefühl verspürt, dass jetzt „die schwarzgelbe Gewalt“ komme. „Es plätschert häufig so dahin“, kritisierte Preuß. Steffen Tigges, der defensiv nimmermüde arbeitende Angreifer, bekam kein brauchbares Anspiel; Flanken aus dem Halbfeld konnte der SC Verl problemlos klären; Durchbrüche im Zentrum oder auf den Außen gelangen kaum.

Keine Stammelf

Ein Befund, der Preuß „Sorgen macht“, wie er sagte. Während Verl zwar einzeln nicht ebenso stark besetzt sei, „hat sich diese Mannschaft toll entwickelt. Wir sind dagegen noch nicht richtig zusammengewachsen.“ Die vielen personellen Wechsel in der Startaufstellung seien mit Sicherheit dafür mitursächlich, bekräftigte er.

Andauernd ist Tullberg dazu angehalten, Veränderungen vorzunehmen, wegen Verletzungen, Sperren oder der ja eigentlich zweifelsfrei erwünschten Profi-Leihgaben. Preuß merkte nur an: „Als wir 2017 mit Daniel Farke Tabellenzweiter geworden sind, hatten wir einen Stamm von 13, 14 Spielern.“ Aktuell ist die Borussia nicht ansatzweise so eingespielt.

Eine bislang völlig verkorkste Saison

Dortmunds Macher ist deshalb aus guten Gründen nachsichtig, dem Vorwurf der Schönfärberei indes macht er sich mit seinen Äußerungen nicht verdächtig. Der Istzustand mit Tabellenplatz zehn sei „scheiße“, bekannte Preuß unumwunden. „Die Saison bisher ist völlig verkorkst, mit dem Punktestand können wir nur unzufrieden sein.“

Allein wenn die Mannschaft aus den kommenden drei Spielen sieben Punkten hole – gegen Bergisch-Gladbach, RWE und in Lotte –, könne das „die Serie halbwegs retten. Holen wir da nichts, hätten wir eine Serie bis Weihnachten gespielt, die es bei der U23 des BVB noch nie gegeben hat.“ Es würde dann äußerst frostig um den Jahreswechsel.

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