Überall ausverkauft: Jugendteam erhält 100 Corona-Schnelltests, um wieder spielen zu können

Handball

Während die Corona-Schnelltests aktuell rar gesät sind, hat eine Jugendmannschaft aus Dortmund gleich 100 Tests erhalten. Und bald könnte es für das Team sogar im DM-Titelrennen weitergehen.

Dortmund

, 14.03.2021, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
100 Corona-Schnelltests bekam nun eine Dortmunder Jugendmannschaft gespendet (Symbolbild).

100 Corona-Schnelltests bekam nun eine Dortmunder Jugendmannschaft gespendet (Symbolbild). © picture alliance/dpa

Endlich eröffnet sich in den schwierigen Corona-Zeiten nach Monaten eine Perspektive für die Nachwuchs-Handballtalente von Borussia Dortmund. Die Saison in den Jugendbundesligen ist vom Deutschen Handballverband bis zum 15. März ausgesetzt. Eine weitere Verlängerung der Maßnahme ist nicht vorgesehen.

Der Spielbetrieb wird folglich ab Montag wieder aufgenommen. Die Deutsche Meisterschaft für die männliche und weibliche A- und B-Jugend soll nach den Vorstellungen des DHB, so die weitere Entwicklung rund um die Corona-Pandemie es letztendlich auch gestattet, ausgespielt werden.

„Der DHB hat für unsere Mannschaft in der 3. Liga und für unser Jugend-Bundesliga-Team den Profi-Status anerkannt, und dadurch dürfen sie jetzt wieder trainieren“, erklärte der Handball-Abteilungsleiter von Borussia Dortmund, Andreas Heiermann.

Für die BVB-Mädels könnte es mit dem angestrebten Re-Start in der Liga nach Ostern also losgehen. Dem vorgeschaltet sein muss eine mehrwöchige Trainingsphase. Gewährleistet werden kann die indes nur über die Zustimmung der lokalen Behörden. Für die A-Mädchen der Borussia liegt sie aktuell vor. Die B-Jugend muss sich noch gedulden, bis der westfälische Verband über die Wiederaufnahme befunden hat. Testungen zu den Übungseinheiten sind seitens des DHB empfohlen, bei den Spielen dann auf jeden Fall Pflicht.

Heiner Joswig spendet 100 Corona-Schnelltests

Am Donnerstagabend war es so weit. Trainer Tobias Fenske bat sein A-Jugend-Team nach monatelanger individueller Heimarbeit und Videoeinheiten zur lang ersehnten ersten Übungseinheit auf das Parkett in die Halle Wellinghofen. Zur „Einstimmung“ wurde dank einer umfangreichen Spende getestet.

Über Heiner Joswig, früher als Vorsitzender beim Fußballklub Arminia Marten tätig, kam eine Spende von 100 Corona-Schnelltests zusammen, die aktuell in vielen Supermärkten stets schnell ausverkauft sind.

Heiner Joswig (l.) hat die Corona-Schnelltests an die U19 von Borussia Dortmund verteilt.

Heiner Joswig (l.) hat die Corona-Schnelltests an die U19 von Borussia Dortmund verteilt. © Ludewig

„Wir wollen hier ein Vorbild sein für die ganze Handball-Community“, erklärt Andreas Heiermann. „Wenn wir vier Monate nicht vorher trainiert haben, dann lass uns vorher einen Test machen“, macht Heiermann den Gedanken hinter den Testungen vor dem Training deutlich.

Denn vor dem Training müssten sich die A-Mädels an sich nicht testen lassen, lediglich vor Spielen. Dennoch plant Heiermann, nun jede Woche mindestens einen Corona-Test mit diesem BVB-Team durchzuführen.

Die Tests selbst haben am Donnerstag lediglich zwölf Minuten gedauert und brachten bei allen Beteiligten ein negatives Testergebnis mit sich.

Die Spielerinnen haben sich am Donnerstag selbst getestet. Alle Tests waren negativ.

Die Spielerinnen haben sich am Donnerstag selbst getestet. Alle Tests waren negativ. © Ludewig

Zur avisierten Fortsetzung des Wettkampfgeschehens im DM-Rennen Ende April hat der DHB den Klubs am Mittwoch per Videokonferenz drei Szenarien vorgestellt und wird nach Einholung eines Meinungsbildes diesbezüglich umgehend über den Austragungsmodus entscheiden. Qualifiziert durch die bis Oktober noch ausgetragene Bundesliga-Gruppenphase sind im weiblichen A-Jugend-Bereich 16 Teams.

Im ersten Modell würden nach traditionellem Muster eine Zwischenrunde in vier Vierergruppen, die Viertelfinals und das Finalfour durchgeführt.

Die zweite Variante sieht eine ausgeloste Achtel- und dann Viertelfinalphase mit Hin- und Rückspielen zur Ermittlung der letztlich vier Endrundenteilnehmer vor.

Und im dritten Modus würden sich die Gewinner der Vierergruppen sofort den Einzug ins Finalfour sichern. „Erst einmal sind wir froh, überhaupt wieder zum Mannschaftstraining in die Halle zu dürfen“, erläutert Fenske. Zumindest seine Kaderspielerinnen sind über den Landesstützpunkt trainingstechnisch halbwegs versorgt worden.

Woltering im Trainerteam der DHB-U19

Hinzu gesellen sich DHB-Maßnahmen. In dieser Woche weilten Paula Trawczynski und Merle Albers auf einem U17-Nationalmannschaftslehrgang zur EM-Vorbereitung für Montenegro im August.

Kommende Woche steht ein Lehrgang für die U19 von Bundestrainer Andre Fuhr mit zwei Länderspielen gegen Österreich in Grosswaldstadt an. Dabei gehört erstmals auch Clara Woltering zum Trainerteam, kümmert sich um die Torfrauen. Nur auf der Reserveliste für die Maßnahme stehen die Borussinnen Julie Hafner und Mariuca Patru.

Verband sucht nach Lösungen zur DM-Endrunde

Wie im weiblichen B-Jugend-Bereich Richtung DM-Endrunde verfahren wird, ist noch nicht geklärt. Auf Verbandsebene haben überhaupt noch keine Spiele stattgefunden. Der HV Westfalen muss folglich schnell Lösungen zur Ermittlung des DM-Endrundenteilnehmers entwickeln.

In den Überlegungen dürfte der von Yasmin Yusif gecoachte BVB nach den Resultaten der letzten Jahre in der Altersklasse und als Landesleistungsstützpunkt sicher eine Rolle spielen.

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