Umstrittener Jubel: Das sagt Wickedes Torschütze Ismail Icen zur Situation nach dem 1:1

Fußball-Westfalenliga

Wickedes Ismail Icen hat die Abstiegssorgen des Kirchhörder SC mit seinem Treffer noch einmal verschärft. Am anschließenden Jubel gab es Kritik. Aber was sagt eigentlich der Torschütze dazu?

Dortmund

, 07.05.2019 / Lesedauer: 3 min
Umstrittener Jubel: Das sagt Wickedes Torschütze Ismail Icen zur Situation nach dem 1:1

Ismail Icen beim Jubel über den Ausgleich. © Nils Foltynowicz

Lothar Huber, Trainer des Kirchhörder SC, wollte einen „faden Beigeschmack“ ausgemacht haben, sein Sportlicher Leiter war gar „erschrocken darüber, was da abging“. Der 1:1 Ausgleichstreffer von Westfalia Wickede im Westfalenliga-Derby am Sonntag, insbesondere der nachfolgende Jubel, war ihnen negativ aufgestoßen.

Nun ist es freilich nicht verboten, schon gerade in einem Derby nicht, einen späten Treffer auch entsprechend euphorisch zu feiern. Doch dieser „fade Beigeschmack“, den Huber da ansprach, hängt damit zusammen, dass das Tor von Ismail Icen, erzielt in der 89. Minute, einen Abstieg des KSC aus der Westfalenliga ein gutes Stück wahrscheinlicher gemacht hat. Und so fiel die Freude darüber aus Sicht des ein oder anderen dann vielleicht doch etwas zu euphorisch aus.

Am Dienstag äußerte sich nun auch der Torschütze selbst zu der Situation. Zu jenem Moment, als er den Ball aus gut 16 Metern fulminant ins Kirchhörder Tor geschossen und sich anschließend das Trikot vom Körper gerissen hatte. Dafür sah Icen regelkonform Gelb, es folgte noch eine Geste in Richtung Kirchhörder Bank, und der Wickeder sah Gelb-Rot.

Icen geht emotionslos ins Westfalenliga-Derby

Natürlich werde man in einem Derby etwas emotionaler, erklärte Icen. „Aber da ich nicht aus Dortmund komme, waren bei mir erstmal gar keine Emotionen dabei.“ Der Mittelfeldspieler, der gegen den KSC sein viertes Saisontor geschossen hatte, spielt erst seit dieser Saison in Wickede, kam im Sommer von der U19 der Hammer SpVG. Es habe ihn daher „nicht so interessiert“, dass es ein Derby war, „da ich jedes Spiel gleich angehe und immer gewinnen will“.

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Dass ein vorher friedliches Derby dann aber doch noch emotional wurde, habe aus Sicht Icens daran gelegen, dass „irgendwann in der zweiten Halbzeit von der KSC-Bank provokante und beleidigende Sprüche“ gekommen seien. „Darauf habe ich erstmal nicht reagiert und weiter Fußball gespielt“, sagte er. Irgendwann habe es dann aber nach praktisch jeder Aktion Sprüche gegeben.

Und dann knippste Ismail Icen mit seinem Tor zum 1:1 einfach mal das Licht aus, das der KSC nach dem Führungstreffer von Christian Wazian gerade noch am Ende des Tunnels gesehen hatte. Als hätte ein großes schwarzes Loch mal eben so die Sonne verschluckt und die Welt in Kirchhörde in Dunkelheit gelegt.

Unzufrieden mit der eigenen Leistung

Die Freude sprudelte nur so aus Icen heraus, der Torschütze entledigte sich seines Trikots und warf es anschließend in die Luft, „weil ich persönlich nicht so zufrieden war mit meiner Leistung in den letzten Wochen und ich mich dieses mal mit einem Tor belohnen konnte.“

Und die Gesten in Richtung KSC-Bank? „Ich wollte ihnen mitteilen, dass sie solche Aktionen lassen sollen und von der Bank nicht beleidigen und provozieren sollen“, so Icen, der dann auch noch versöhnliche Worte anschlug. „Vor der Mannschaft auf dem Feld“, sagte er also, habe er hingegen „sehr großen Respekt gehabt, da sie so etwas nicht unterstützt haben und sich aufs Wesentliche konzentriert haben“.

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