Unten drin und wichtige Ausfälle: Brünninghausen kämpft mit den Geistern der Abstiegssaison

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Der Absteiger FC Brünninghausen scheint noch nicht angekommen zu sein in der Westfalenliga. Nach vier Spielen stehen erst drei Punkte auf dem Konto. Der Trainer denkt bereits an Umstellungen.

Dortmund

, 03.09.2019, 18:27 Uhr / Lesedauer: 3 min

Hören konnte man sie am vergangenen Sonntag zwar noch nicht, aber die Alarmglocken beim FC Brünninghausen, sie dürften so langsam anfangen zu schrillen. Vier Spiele - hält man es mit dem Oberliga-Absteiger, muss man wohl sagen - erst vier Spiele liegen hinter dem FCB. Und nur drei Punkte stehen auf den Habenseite.

„Alles andere als optimal“

Eine äußerst magere Ausbeute. Das ist auch den Verantwortlichen beim Fußball-Westfalenligisten bewusst. „Der Start ist aus unserer Sicht natürlich alles andere als optimal verlaufen“, sagt Trainer Maximilian Borchmann. Am vergangenen Sonntag setzte es es gegen den DSC Wanne-Eickel eine deutliche 0:3-Niederlage, was Leon Enzmann, 28, zu dem wenig erbaulichen, aber durchaus zutreffenden Kommentar führte: „Wir sind noch nicht in der Westfalenliga angekommen.“

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Enzmann, erst in diesem Sommer nach einem Jahr aus Iserlohn zurück ins Stadion am Hombruchsfeld zurückgekehrt und eine der Hoffnungen auf mehr Effektivität im Angriff, sagt auch: „Wir müssen damit anfangen, unsere Fehler abzustellen. Wir müssen besser werden. Müssen viel mehr laufen, viel mehr in die Zweikämpfe kommen. Daran müssen wir arbeiten.“

Rückschlag gegen DSC Wanne-Eickel

Eigentlich hatten sie diese Phase beim FC Brünninghausen längst hinter sich gewähnt und nur noch als blasse Erinnerung im Rückspiegel ausgemacht. Nach dem 3:1-Erfolg beim BSV Schüren eine Woche zuvor, dem ersten und bislang einzigen Sieg in dieser Saison, war es die Zuversicht, in die richtige Spur gefunden zu haben, die überwog. Doch es folgte die Partie gegen Wanne-Eickel am vergangenen Sonntag.

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Brünninghausens Leon Enzmann nach dem 0:3 gegen Wanne-Eickel

„Natürlich“, sagt Maximilian Borchmann, „war diese Niederlage ein Rückschlag.“ Wobei der Trainer dabei weit mehr die erste Halbzeit („Die war wirklich furchtbar.“) in den Fokus rückt, als die zweiten 45 Minuten. „Da hat man nämlich durchaus gesehen, dass wir auch gegen ein Team wie Wanne-Eickel mithalten können“, so Borchmann.

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Dass am Ende dennoch nichts Zählbares auf dem Papier steht, dafür hat Borchmann eine einfache Erklärung. „Man muss die Partie gegen Wanne-Eickel insofern in Relation setzen, als dass da eine Top-Mannschaft in Bestbesetzung gespielt hat gegen eine Mannschaft, die nicht in Top-Besetzung war.“

Ausfälle der Leistungsträger machen sich bemerkbar

Was wie eine typische Ausrede klingen mag, will Borchmann gar nicht als solche verstanden wissen. Aber das Fehlen von Leistungsträgern wie Sebastian Lötters, Amadeus Piontek und Florian Gondrum, die auch am kommenden Sonntag gegen Sodingen noch nicht zu Verfügung stehen werden, habe nunmal Auswirkungen auch auf die Qualität eines Spiels. Zumal Mert Sahin ebenfalls längst noch nicht zu einhundert Prozent fit sei, wie der Trainer anmerkt.

„Wir spielen in der Regel ein sehr hohes Angriffspressing, kommen aber nicht so oft in den Ballbesitz, weil die Gegner viel mit langen Bällen agieren“, erklärt Borchmann. „Und aufgrund der Ausfälle fehlt vielleicht auch die Qualität, solche Bälle dann einzufangen, und es fehlt auch die Qualität, unseren hohen Ballbesitzanteil in den gefährlichen Zonen gewinnbringend auszuspielen.“

Gegen Sodingen, so kündigt es Borchmann an, werde er nun an der ein oder anderen Stellschraube drehen. „Wir müssen unser Spiel anpassen“, sagt er und meint, seine Mannschaft müsse „ein bisschen mehr die Balance“ finden, vielleicht ein wenig tiefer stehen, als sie es sonst tue.

Enzmann fordert Einsatzbereitschaft und Laufbereitschaft

Auch Leon Enzmann merkt an, dass der FC Brünninghausen gerade im letzten Drittel „nicht zwingend genug“ agiere. „Wir kommen nicht in die Box, wir haben keine Abschlüsse“, sagt er. Und noch etwas hat der 28-Jährige ausgemacht: „Wir müssen es einfach annehmen, dass in dieser Liga andere Tugenden gefragt sind.“ Tugenden wie „Einsatzbereitschaft und Laufbereitschaft.“

Beim Trainer, und das ist ja für das wenn auch amateurige Fußball-Geschäft durchaus bemerkenswert, sucht trotz des Negativstarts bislang niemand die Schuld. „Das ist schon überdurchschnittlich gut, was er in dieser Liga ableistet“, sagte zuletzt FCB-Verteidiger Sebastian Kruse nach dem Schüren-Spiel. „An ihm liegt’s mit Sicherheit nicht. Ich weiß gar nicht, wie viele Stunden er unter der Woche mit Videoanalyse und taktischen Inhalten vorbereitet. Es liegt nun an uns, das auch abzurufen und auf den Platz zu bringen.“

Am besten schon gegen den SV Sodingen am Sonntag. Zwei Punkte weist der Tabellen-14. bislang auf, das ist noch einer weniger, als der FC Brünninghausen eingefahren hat. „Jeder erwartet von uns, dass wir dort gewinnen“, sagt Borchmann, der den nächsten Gegner dennoch als „unangenehme Mannschaft“ bezeichnet. „Und wir erwarten das von uns selbst natürlich auch.“

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