Volleyballerin Svenja Müller im Interview: „Mein Ziel sind die Olympischen Spiele“

Volleyball

Svenja Müller will Beachvolleyball-Profi werden. Im Sommer möchte sie den nächsten Schritt machen und nach Hamburg wechseln. Denn in Dortmund sind die Bedingungen für die 18-Jährige nicht optimal.

Dortmund

, 20.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Svenja Müller ist eine der besten deutschen Nachwuchs-Beacherinnen. Die 1,93 Meter große Volleyballerin will im Sommer zum Bundesstützpunkt nach Hamburg wechseln.

Svenja Müller ist eine der besten deutschen Nachwuchs-Beacherinnen. Die 1,93 Meter große Volleyballerin will im Sommer zum Bundesstützpunkt nach Hamburg wechseln. © Privat

Svenja Müller muss nicht lange nachdenken bei der Frage, auf welchem Belag ihr Volleyball mit Abstand am meisten Spaß macht. Also: Hallenboden oder Sand? „Na, Sand natürlich“, sagt die 18-jährige Dortmunderin und lacht. Dortmunds „Juniorsportlerin 2018“ ist eine der hoffnungsvollsten Nachwuchs-Beachvolleyballerinnen Deutschlands – und ihre sportliche Zukunft ist fest umrissen.

Sie waren gerade auf Einladung des Beach-Sportdirektors im DVV, Niclas Hildebrand, bei einem Sichtungs-Lehrgang für Talente mit Olympia-Perspektive für 2024/2028 am Bundesstützpunkt Hamburg. Wie war´s?

Für mich war das einerseits sehr anstrengend, aber unterm Strich auch sehr motivierend. Wir haben gemeinsam trainiert, und es waren sehr viele Trainer und auch A-Kader-Athleten vor Ort, die sich alles genau angeschaut haben und mit denen man ins Gespräch kommen konnte. Außerdem gab es perspektivische Einzelgespräche. Ich habe in Hamburg auf jeden Fall sehr positive Signale erhalten.

20 junge Beacher waren eingeladen, maximal acht pro Geschlecht hätten Platz am Bundesstützpunkt in Hamburg. Wollen Sie künftig dazugehören?

Ja, das ist mein Plan. Ich möchte im Sommer erst mein Abitur schaffen und dann nach Hamburg wechseln. Ich sehe meine Perspektive klar im Profibereich, und dort gibt es eben die besten Bedingungen. Da ist alles an einem Platz: Trainingshalle, Physiotherapie, Krafttraining, ärztliche Betreuung. In Dortmund ist das nicht möglich. So fahre ich ein bis zwei Mal pro Woche nach Düsseldorf zum Beach-Einzeltraining mit Markus Dieckmann (u.a. zweifacher Europameister, Grand-Slam-Sieger/die Red.), in der Halle spiele ich Dritte Liga beim TV Hörde, und zum Krafttraining fahre ich zum TSC Eintracht. Das ist schon ein großer Aufwand.

Das ist ein großer Schritt in ihrem jungen Leben ...

Ja, und ich bin auch schon ein bisschen aufgeregt. Das erste Mal weg von Zuhause, wohnen in einer fremden Stadt. Klar wird es da auch mal Phasen geben, wo ich mich durchbeißen muss, aber hauptsächlich freue ich mich auf das, was da auf mich zukommt. Uns wurde bei der Sichtung auch der Film „Weg zu Gold“, die Doku von Laura Ludwig und Kira Walkenhorst, vorgeführt, um zu zeigen, dass es ein sehr harter Weg ist, der viel Einsatz verlangt, der aber sehr viele Glückserlebnisse vermitteln kann. Ich versuche, in Hamburg in einer Beacher-WG unterzukommen, das hilft sicher bei der Eingewöhnung.

2019 war ein sehr erfolgreiches Jahr für Sie mit Platz vier bei der U21-Weltmeisterschaft in Thailand und dem Deutschen U19-Meistertitel. Wie sind Ihre Pläne für 2020?

Das kann gerne so weiter gehen (lacht). Thailand war für mich besonders, weil ich bei der U21-WM erst 17 war. Und es wäre sogar mehr dringewesen, im Bronze-Match haben wir gegen Spanien verloren, die wir in den Gruppenspielen noch besiegt hatten. Wir hatten aber eine Stunde weniger Pause vor dem Spiel, und das Klima war extrem. Egal. 2020 peile ich mit meiner neuen alten Partnerin Lea Kunst die U20-Europameisterschaft im tschechischen Brünn an.

Brünn? War da nicht was?

Ja, an Brünn habe ich nur beste Erinnerungen. 2018 bin ich dort zusammen mit Lea U18-Europameisterin geworden. Ansonsten haben wir unseren Turnierplan noch nicht endgültig festgezurrt. Auf jeden Fall wollen wir ein paar Turniere bei der bundesweiten Techniker Beach Tour spielen, und da möglichst ins Hauptfeld kommen.

Mit Jürgen Wagner haben Sie einen Mentor, der mit Kira Walkenhorst/Laura Ludwig sowie Jonas Reckermann/Julius Brink gleich zwei deutsche Beach-Paare zu Olympiasiegern gemacht hat. Wo soll das hinführen?

(lacht) Jürgen steht mir beratend zur Seite, das ist sehr wertvoll für mich. Und dass mein sportliches Ziel die Olympischen Spiele sind, daraus habe ich auch nie ein Hehl gemacht. Das ist einfach das größte für einen Sportler. Deshalb auch mein Entschluss, in ein professionelles Umfeld mit optimalen Bedingungen zu wechseln. Auch wenn das zehn Mal Training pro Woche bedeutet.

Das heißt, die Hörder Volleyballerinnen verlieren eine ihrer Besten?

Das heißt es wohl. Es macht mir nach wie vor viel Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen. Alle verstehen sich, und der Aufstieg war auch ein echtes Highlight. Aber im Sommer beginnt ein neuer Abschnitt in meinem Leben. Und ich bin gespannt, wie es weitergeht.

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