Von der A-Jugend zum Westfalenliga-Stammspieler: „Habe mich nur die ersten Wochen gewundert“

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Das erste Senioren-Jahr ist oft schwer. Ein 19-jähriger Dortmunder Fußballer hat allerdings wenig Probleme und ist trotz seiner Statur direkt zum Stammspieler in der Westfalenliga geworden.

Dortmund

, 02.11.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das erste Senioren-Jahr ist für junge Fußballer oft nicht leicht. Das Spiel ist körperlicher und die Gegner sind robuster. Für jemanden, der gerade erst aus der A-Jugend kommt, ist das eine Umstellung. Viele junge Spieler sitzen erst mal auf der Bank und müssen auf Einsatzzeiten hoffen. Ein 19-jähriger Dortmunder hat den Sprung in den Seniorenbereich aber erstaunlich gut gemeistert und ist direkt zum Stammspieler geworden – in der Westfalenliga.

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In allen acht Saisonspielen stand Nils Bachmann von Beginn an für den FC Brünninghausen auf dem Feld. „Da hätte ich auch nicht mit gerechnet“, sagt der defensive Mittelfeldspieler. „Ich habe ja gesehen, wer da in der ersten Mannschaft herumläuft.“ Bachmann kommt aus der eigenen A-Jugend, wo er in der Landesliga gespielt hat, ist aber auch für die Erste des FCB zu einem wichtigen Spieler geworden.

Zwei Torvorlagen im vorerst letzten Spiel

Bachmanns Spielstil passt zu dem des Westfalenligisten. Er will den Ball schnell nach vorne tragen. Zwei Torvorbereitungen im vorerst letzten Saisonspiel gegen Westfalia Wickede (3:1) sind exemplarisch dafür. Bachmann, der eher schmächtig, aber trotzdem unangenehm im Zweikampf ist, gewann jeweils den Ball im Mittelfeld und spielte dann einen tiefen Pass in die Spitze. Einmal vollendete Patrick Trawinski, einmal Jonas Telschow.

Nils Bachmann (schwarzes Trikot) überzeugt mit starken Leistungen.

Nils Bachmann (schwarzes Trikot) überzeugt mit starken Leistungen. © Stephan Schuetze

Als Achter übernimmt er im defensiven Mittelfeld neben Onur Tekin eher den offensiveren Part. „Onur ist extrem wichtig für mich“, sagt der 19-Jährige. „Ich kann die Wege nach vorne machen, weil ich weiß, dass ich ihn im Rücken habe. Er räumt alles ab.“

In der Mannschaft stecke aber generell viel Qualität, lobt Bachmann seine Mitspieler. „Es macht Bock mit den Jungs zu spielen. Wir sind ja eine ziemlich junge Truppe.“ Er sei gut von allen aufgenommen worden und lerne im Training viel dazu. Von den routinierteren Spielern könne man sich einiges abschauen.

„Nils spielt, weil er gute Leistungen bringt“

Bachmann profitierte zu Beginn der Saison aber auch von der Verletzung eines Routiniers. Neuzugang Lukas Ziegelmeir, der ebenfalls im defensiven Mittelfeld spielt, zog sich kurz vor dem ersten Spiel eine Zerrung zu. „Ich habe meine Chance genutzt“, sagt Bachmann. „Nils spielt, weil er gute Leistungen bringt“, sagt sein Trainer Rafik Halim und fügt an: „Er spielt sehr erfrischenden Fußball, hat eine unglaublich gute Technik und spielt die richtigen Pässe im richtigen Moment. Es macht Spaß, ihm zuzuschauen.“

Rafik Halim ist zufrieden mit seinem jungen Mittelfeldspieler.

Rafik Halim ist zufrieden mit seinem jungen Mittelfeldspieler. © Stephan Schuetze

Auf die Frage, ob er sich über die starken Leistungen Bachmanns gewundert habe, antwortet Halim: „Gewundert habe ich mich nur die ersten zwei, drei Wochen in der Vorbereitung. Danach hat er seine guten Leistungen ja immer wieder bestätigt.“

Mit diesen trägt der 19-jährige Linksfuß zum generellen Erfolg der Mannschaft bei. Brünninghausen steht mit 17 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz. „Leider kommt die Unterbrechung der Saison zum falschen Zeitpunkt“, sagt Bachmann. „Wir sind als Mannschaft gut drin. Der Flow ist mit der Unterbrechung erst mal weg, denke ich.“

Er sieht die Pause eher als Einschnitt für die Mannschaft, als für sich persönlich, weil das Team gerade gut eingespielt gewesen sei. Für ihn ginge es jetzt darum sich fit zu halten. Er wolle muskulär zulegen, hat Bachmann sich als generelles Ziel gesetzt. Außerdem möchte er seinen rechten Fuß verbessern.

Als Ziel für die Mannschaft habe er vor der Saison Platz eins bis drei angegeben, erzählt der 19-Jährige. „Ich dachte, das sei vielleicht ein bisschen hoch angesetzt, aber bisher lief es ja. Ganz oben anzugreifen, wird aber schwierig. Bövinghausen ist wirklich stark.“ Er wolle mit Brünninghausen einfach eine gute Saison spielen, sagt Bachmann und so viel spielen, wie es geht, wenn es denn dann wieder geht.

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