Warum auch Ältere beim Kendo Erfolg haben

Kampfsport in Dortmund

Sportlicher Erfolg und Beweglichkeit, Kraft und Schnelligkeit bedingen sich oft. Nicht so beim Kendo. Der aus Japan stammende Schwertkampf ist auch für ältere, körperlich nicht mehr topfitte Menschen geeignet - mehr als andere Kampfsportarten. Warum, das hat unsere Volontärin beim BSV erfahren. Und ein Video gedreht.

DORTMUND

, 05.05.2016, 08:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kendo ist ein anspruchsvoller Schwertkampf, der schwierig zu erlernen ist. Das Prinzip klingt einfach: Mit gekrümmten Bambusschwertern soll der Gegner am Kopf, Kehlkopf, Handgelenk oder Rumpf getroffen werden. Die Techniken und Bewegungsabläufe sind allerdings so komplex, dass ein Kendoka lange braucht, bis er sie beherrscht. Im Training schult er Ausdauer,  Koordination und Charakter.

Aber es ist Willenskraft gefragt. „Fortschritte brauchen viel Zeit, gerade am Anfang“, sagt Dietmar Böcker, der beim Dortmunder BSV Kendo macht. Er kennt so manchen älteren Kendoka – und viele junge. Was die Älteren auszeichnet ist ein hohes Maß an Geduld und Durchhaltevermögen.

Man muss nicht topfit sein

Und natürlich Erfahrung. Sie können zwar nicht mehr so schnell in die Hocke gehen oder nicht mehr so hoch springen. Aber sie können im Kampf besser einschätzen, was passiert. Das verschafft ihnen Vorteile. Und die Bewegungen an sich sind so, dass sie auch von älteren technisch einwandfrei ausgeführt werden können. „Beim Kendo machen wir gerade Bewegungen, keine Verrenkungen“, so Dietmar Böcker.

Wie das Training abläuft, erklärt er im Video:

Körperliche Voraussetzungen

Das soll alles nicht heißen, dass junge Menschen kein Kendo machen sollten. Jeder, der Spaß an koordinatorischer Arbeit und Ausdauersport hat, ist  beim Kendo richtig. Körperliche Voraussetzungen müssten nicht erfüllt werden, sagt Dietmar Böcker. „Man sollte nur sportgesund sein.“

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So sieht Kendo aus

Kendo ist ein anspruchsvoller Schwertkampf, der jahrelanges Training erfordert. Wie dieses Training aussieht, sehen Sie hier.
04.05.2016
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So sieht es aus, wenn die Kendoka des Dortmunder BSV trainieren.© Foto: Vanessa Dumke
Dietmar Böcker macht seit 26 Jahren Kendo und ist Trainer beim BSV Dortmund.© Foto: Vanessa Dumke
Höfliches Grüßen vor und nach den Übungen© Foto: Vanessa Dumke
Kendo wird in Partnerübungen trainiert.© Foto: Vanessa Dumke
Schnelligkeit kann von Vorteil sein bei diesem Schwertkampf.© Foto: Vanessa Dumke
Wichtiger ist allerdings die Erfahrung.© Foto: Vanessa Dumke
Hier wird der Kopfschlag trainiert.© Foto: Vanessa Dumke
Hier wird der Kopfschlag trainiert.© Foto: Vanessa Dumke
Eine Kendo-Rüstung besteht aus Kopfschutz, Trainingsjacke, Handschuh mit Unterarmschutz, Hüftschutz und Hosenrock.© Foto: Vanessa Dumke
Eine Kampfszene© Foto: Vanessa Dumke
Eine Kampfszene© Foto: Vanessa Dumke
Eine Kampfszene© Foto: Vanessa Dumke
Schlagworte Dortmund

Kendo-Steckbrief:

  • Kendo ist ein Schwertkampf – auch Wettkampfsport -, bei dem Koordination, Ausdauer, Mut, Klarheit, Zuverlässigkeit und Achtsamkeit trainiert werden.
  • Kendo stammt aus dem mittelalterlichen Japan.
  • Kendokas kämpfen heute mit Bambusschwertern, ursprünglich zunächst mit Metall-, danach mit Holzschwertern.
  • Kendokas tragen eine Rüstung aus Baumwolle, Leder und Metallgitter bestehend aus Kopfschutz, Trainingsjacke, Handschuh mit Unterarmschutz, Rumpfpanzer, Hüftschutz, Hosenrock.
  • Kendo eignet sich bis ins hohe Alter für jeden, der sportgesund ist.
  • Kendokas und Kendovereine sind im Deutschen Kendobund e.V. (DKenB) organisiert.
  • Beim Kendo gibt es sechs Schülergraduierungen vom 6. bis 1. Kyu und acht Meistergraduierungen vom 1. bis 8. Dan.
  • Kendokas treten bei Landes-, deutsche, Europa- und Weltmeisterschaften gegeneinander an.
  • Bekannte Kendokas sind Hiromitsu Sato (7. Dan, Weltmeister 2013, gibt Seminare in Deutschland) und  Wolfgang Wladislau Demski (7. Dan, Ehrenpräsident DKenB).

Kendo in Dortmund
In Dortmund bieten folgende Vereine Kendo-Training an: 
, Ansprechpartner: Reimund Czaja, Tel. (0231) 48 49 04, E-Mail reimundczaja@t-online.de
, Ansprechpartner Dietmar Böcker, Tel. 69 79 47, dietmarkendo@arcor.de

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