Warum in Bövinghausen der „Schweinemann“ spielt - und was Knappmann damit zu tun hat

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Westfalenligist TuS Bövinghausen hat einen ganz besonderen Spieler in seinen Reihen - den Schweinemann. Daran ist Westfalia Herne-Trainer Christian Knappmann nicht ganz unschuldig.

Dortmund

, 15.11.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der TuS Bövinghausen ist bis zur Corona-Zwangspause stark in seine erste Westfalenliga-Saison gestartet, steht mit 20 Punkten aus acht Spielen an der Tabellenspitze. Bei den starken Leistungen des Vereins hat auch der „Schweinemann“ geholfen.

Hinter dem Namen verbirgt sich Mittelfeld-Zocker Marko Onucka, den Mannschaftskollege Dino Dzaferoski gerade in seine „Dortmunder Traum-11“ gewählt hat. „Marko ist einer der besten Fußballer in Dortmund, der kompletteste und effektivste Spieler. Momentan gibt es in Dortmund wenige, die ihn stoppen können“, macht Dzaferoski seinem Kollegen ein Riesenkompliment - und schiebt dann hinterher: „Er wird bei uns auch Schweinemann genannt.“

Marko Onucka spielt seit 2019 beim TuS Bövinghausen.

Marko Onucka spielt seit 2019 beim TuS Bövinghausen. © Stephan Schuetze

Angesprochen auf den Spitznamen, der aus der gemeinsamen Zeit mit Onucka bei Westfalia Herne stammt, muss Dzaferoski lachen. „Also, man muss sagen“, so der Bövinghauser, „dass er jetzt athletischer ist, als er es in Herne war, er hat ein paar Kilo abgenommen.“ Das Verrückte: Obwohl der heute 32-Jährige damals etwas fülliger gewesen sei, „war er trotzdem immer schneller als alle anderen, seine Gegenspieler hatten keine Chance“, sagt Dzaferoski, „er ist einfach der Schweinemann.“

Marko Onucka wird seinen Spitznamen nicht los

„Ich bin ja eher der kompaktere Gegenspieler“, erklärt Onucka selbst, „und die Gegenspieler sind irgendwie immer an mir abgeprallt.“ Aber wird der ungewöhnliche Spitzname denn wirklich noch benutzt? „Ja“, bestätigt Onucka selbst, „es kommt zwischendurch immer mal wieder vor. Ich reagiere beim ersten und zweiten mal nicht, aber beim dritten Mal muss ich ja dann.“ Dass er in Bövinghausen mit alten Herner Kollegen wie Dzaferoski zusammenspiele, habe dafür gesorgt, dass der Name nicht verschwunden ist.

Wer auf den Namen gekommen ist, weiß Onucka nicht mehr. Christian Knappmann, der den heutigen Bövinghauser in Herne trainiert hat, weiß es dafür umso besser - der Westfalia Trainer hat Onucka den Spitznamen selbst verpasst. „Marko ist einfach unglaublich schwer vom Ball zu trennen“, erklärt Knappmann, „wenn du ihn dann nachher oberkörperfrei in der Kabine siehst, dann wunderst du dich schon, wie er auf dem Feld soviel Kraft haben kann.“

„Vielleicht wäre er sogar irgendwo in der Bundesliga gelandet“

Irgendwann habe der Herne-Trainer dann eine Dokumentation über Schweine im TV gesehen. „Die sehen auch nicht muskulös aus, sind aber einfach wuchtig.“ Und schon hatte Onucka seinen ungewöhnlichen Spitznamen, Knappmann vollendete das Ganze noch mit einem Bild über dem Spint von Onucka.

Dieses Bild hatte Christian Knappmann über den Spint von Marko Onucka gehängt.

Dieses Bild hatte Christian Knappmann über den Spint von Marko Onucka gehängt. © Privat

Bei allem Humor, Onuckas ungewöhnlicher Spitzname ist also absolut als Kompliment gemeint - auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so wirkt.

„Ich weiß nicht, wo Marko gelandet wäre, wenn er mehr auf seinen Körper geachtet hätte, vielleicht sogar irgendwo in der Bundesliga“, schwärmt Knappmann von seinem Ex-Spieler. „Aber so war es schön für uns, dass wir mit dem Schweinemann zusammenspielen konnten.“

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