Vier Europameister, elf Deutsche Meister, zehn Disziplinen in zwei Stunden – das PSD Bank Indoor Meeting ist hochklassige Leichtathletik im Kompaktformat. Das freut auch eine echte Legende.

Dortmund

, 16.01.2019 / Lesedauer: 5 min

Die anstrengenden Wochen sieht man Thomas Kremer und Yoshi Müller auf den ersten Blick nicht an. Entspannt und zumindest nach außen hin ausgeruht erscheinen die beiden LGOler zum Gespräch über das PSD Bank Indoor Meeting in der Helmut-Körnig-Halle am 27. Januar. Kremer ist Athletenkoordinator für die Veranstaltung, Müller für die Organisation verantwortlich. Die Vorbereitungen gehen auf die Zielgerade.

Knapp zwei Wochen sind es noch bis zum PSD Bank Indoor Meeting. Nimmt der Stress noch mehr zu?

Müller: Gefühlt ist das so, das stimmt.

Wie weit sind Sie mit den Vorbereitungen?

Müller: Das Ziel ist so langsam in Sicht. Alles, was organisatorisch bedacht werden muss, ist in die Wege geleitet. Wir sind nahezu startklar.

Kremer: Wir haben mittlerweile mehr als 150 Teilnehmer. Darunter befinden sich 36 EM-Teilnehmer aus 23 Ländern, wir haben vier Europameister und elf Deutsche Meister. Es ist eine internationale Veranstaltung mit Top-Athleten. Das ist schon noch mal auf einem anderen Niveau als im Vorjahr.

Woher kommt das Interesse an Dortmund?

Kremer: Der Ruf der Veranstaltung aus den Jahren 1994 bis 2004 ist noch sehr, sehr gut. Ich merke immer wieder, dass die Agenten und Manager, über die die Athleten angeboten werden, schon damals in der Halle waren. Und dass sie sich freuen, wieder hier starten zu können.

Bedarf es viel Überzeugungsarbeit, die Athleten für Dortmund zu gewinnen?

Kremer: Wir profitieren von der damaligen Veranstaltung. Es wird immer auch die einzigartige Atmosphäre hier genannt. Und aufgrund dieser einzigartigen Atmosphäre, die das Dortmunder Publikum bietet, kommen die Athleten für uns auch bezahlbar hier her.

Welche Rolle spielt das Geld bei den Verpflichtungen?

Kremer: Unser Budget ist aufgrund des Engagements der PSD Bank in diesem Jahr noch einmal größer geworden. Auch die Stadt hilft uns. Über Zahlen wollen wir aber nicht sprechen. Was uns hilft, ist auch das Engagement vonseiten der LG Olympia. Wir machen diese Veranstaltung komplett ohne Agentur.

„Auch auf Moderator Wolf-Dieter Poschmann freue ich mich besonders.“ Thomas Kremer

Gesa Krause ist dabei, Vize-Europameisterin Pamela Dutkiewicz trifft auf Europameisterin Elvira Herman. Kevin Kranz ist da, genauso Arthur Abele, und Ryan Gregson startet über die 1500 Meter – worauf freuen Sie sich am meisten?

Müller: Das ist wirklich schwer zu sagen, weil alle Disziplinen ihren eigenen Reiz haben und in allen Disziplinen Top-Athleten an den Start gehen. Aber wenn ich mich festlegen müsste, würde ich wahrscheinlich die 60-Meter-Hürden mit Pamela Dutkiewicz und Elvira Herman nehmen.

Kremer: Auch auf Moderator Wolf-Dieter Poschmann freue ich mich besonders. Er ist ja ein ganz alter Weggefährte…

Das Vorprogramm
  • 15:00 4 x 50 m U12 männlich
  • 15:05 4 x 50 m U12 weiblich
  • 15:10 1500 m U20 weiblich
  • 15:20 60 m U14/U16 weiblich
  • 15:25 60 m U14/U16 männlich
  • 15:30 400 m U20 weiblich
  • 15:35 800 m U16/U18 weiblich
  • 15:40 800 m U14/U16 männlich
  • 15:45 1500 m U20 männlich

Ist es für ihn eine Selbstverständlichkeit, hier dabei zu sein?

Kremer: Ja. Das war schon im vergangenen Jahr so und ist auch diesmal so. Er hat sich sehr gefreut, dass wir hier in Dortmund überhaupt wieder so eine Veranstaltung haben. Er liebt einerseits die Leichtathletik, aber er ist auch ganz eng mit dieser Veranstaltung verbunden. Wolf-Dieter hat schon im vergangenen Sommer gefragt, wann es denn wieder stattfindet. Aber jetzt fällt mir doch noch ein Wettkampf ein, auf den ich mich sehr freue…

Ich bin gespannt…

Kremer: Natürlich das Rennen von Torben Junker, den ich ja selbst trainiere (lacht). Aber im Ernst: Ich glaube schon, dass Torben den Deutschen Meister Johannes Trefz über die 400 Meter richtig fordern wird. Er ist in sehr guter Form, beide bereiten sich mit dem Nationalkader vor. Das wird aus meiner Sicht natürlich der Höhepunkt sein.

Aus Dortmunder Sicht wahrscheinlich auch.

Kremer: Das wollen wir hoffen, wenn ein Dortmunder einen Münchner schlägt.

Wie wichtig ist so ein Meeting gerade für die Dortmunder Sportler, die sich ja den Zuschauern auch im Vorprogramm präsentieren können?

Kremer: Für die Dortmunder Nachwuchsathleten ist das natürlich ein absolutes Highlight. Wir haben die Erfahrung schon im vergangenen Jahr gemacht, aber auch in früheren Jahren, dass die Athleten da noch mal besondere Leistungen zeigen. Ich kann nur allen ans Herz legen, bereits ab 15 Uhr zu kommen – auch wenn die Top-Athleten erst ab 16 Uhr in die Wettkämpfe gehen.

Müller: Gerade für die jungen Athleten ist es ja auch etwas Besonderes, so nah dran zu sein an den Stars der Leichtathletik. Sie werden sicherlich auf Autogrammjagd gehen und unten an der Bande stehen. So wie ich es selbst vor 22, 23 Jahren getan habe.

Von wem haben Sie sich denn damals ein Autogramm geholt?

Müller: Mein erstes Hallen-Meeting war 1996. Ich war damals 15 und hatte so ein Programmheft von der Veranstaltung. Am Ende war das ganze Heft voll mit Autogrammen. Das Heft habe ich übrigens heute noch. Und auf der Titelseite hat tatsächlich Wolf-Dieter Poschmann unterschrieben. Ich habe es ihm vor ein paar Wochen mal mitgebracht. Wir haben ja sogar ein gemeinsames Foto gemacht (lacht). Das war schon faszinierend, damals als aktiver Leichtathlet dabei zu sein. Und heute, 23 Jahre später, selbst diese Veranstaltung zu organisieren, das ist schon etwas Besonderes.

„23 Jahre später selbst diese Veranstaltung zu organisieren, das ist schon etwas Besonderes.“ Yoshi Müller

Neben Torben Junker starten aus Dortmund noch Laura Hansen, Zoe Jakob und Patricia de Graat. Was darf man von ihnen erwarten?

Kremer: Torben ist sicherlich der aussichtsreichste Kandidat. Laura und Patricia laufen die 1500 Meter. Aber in diesem Rennen, mit Gesa Krause und Alina Reh, sind sie in erster Linie sicherlich froh, mitlaufen zu dürfen. Aber ich denke, sie sehen das auch als Ehre an und als Motivation.

Würde die Veranstaltung auch ohne Dortmunder Athleten so funktionieren?

Müller: Ich denke eher nicht. Schon das Vorprogramm ist immens wichtig, um gerade den eigenen Nachwuchsathleten einen Motivationskick zu geben. Auf der anderen Seite wird auf dieser Weise sicherlich auch der ein oder andere Zuschauer mehr in die Halle gelockt werden.

Wie zuversichtlich sind Sie denn, dass die Helmut-Körnig-Halle richtig voll wird?

Müller: Die offizielle Kapazität liegt bei 4000 Zuschauern.

Das Hauptprogramm
  • 16:05 60 m Frauen VL / Stabhochsprung Frauen
  • 16:15 60 m Männer VL
  • 16:30 60 m Hürden Frauen VL / Weitsprung Frauen
  • 16:40 60 m Hürden Männer VL
  • 16:50 1500 m Männer
  • 17:00 60 m Frauen Finale
  • 17:10 60 m Männer Finale
  • 17:20 60 m Hürden Frauen Finale
  • 17:30 60 m Hürden Männer Finale
  • 17:40 400 m Männer
  • 17:50 300 m Frauen
  • 18:00 1500 m Frauen

Kremer: Wir gehen in diesem Jahr davon aus, dass die Halle mit 2500 bis 3000 Zuschauern gefüllt sein wird. 4000 streben wir in diesem Jahr aber auch noch gar nicht an.

Warum nicht?

Kremer: Die Veranstaltung muss wachsen. Sie ist in diesem Jahr bereits gewachsen. Sowohl vom Etat wie auch vom Starterfeld und den Zuschauern her. Aber wir wollen ja auch in Zukunft noch weiter wachsen.

Und das lieber organisch als von heute auf morgen…

Kremer: Richtig. Aber der Schritt in diesem Jahr war schon sehr ordentlich. Ich glaube nicht, dass vielmehr Athleten für diesen Termin zu verpflichten waren, als es der Fall war.

Wo steht man im Vergleich zu ähnlichen Veranstaltungen in Deutschland wie in Karlsruhe oder Düsseldorf?

Kremer: Unter den Top drei dürften wir uns hierzulande schon befinden. Die beiden angesprochenen Meetings sind ja im Weltcup der besten Sechs. Aber wir werden im Vergleich zum Vorjahr eine deutlich bessere Veranstaltung haben, und wir werden in den zwei Stunden eine sehr attraktive Veranstaltung haben.

Das Programm ist mit einer Dauer von zwei Stunden sehr straff geplant.

Kremer: Das haben wir bewusst so entschieden. Es gibt zehn Disziplinen auf Weltklasse-Niveau, es geht Schlag auf Schlag. Das ist für den Zuschauer sehr attraktiv, da es wenig Leerlauf geben wird.

Tickets für das PSD Bank Indoor Meeting am 27. Januar gibt es online zwischen 8 und 25 Euro. Das Hauptprogramm findet von 16 bis 18 Uhr statt, die ersten Wettkämpfe mit Dortmunder Beteiligung gibt es aber schon ab 15 Uhr.
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