Was bleibt dem SV Berghofen vom Hype um das Wolfsburg-Spiel vor 2000 Zuschauern?

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Sie hätten es sich nach der Auslosung kaum besser erträumen können. Doch die 2000 Zuschauer im Waldstadion, der Hype um den Frauenfußball, ist nun erstmal vorbei. Was bleibt dem SV Berghofen?

Dortmund

, 11.09.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim SV Berghofen hatten sie sich bereits im Vorfeld viel von dem DFB-Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg versprochen, am Ende hat der Verein womöglich noch mehr gewonnen als erhofft. „Für uns war diese Partie, mit diesem ganzen Drumherum einfach ein riesiges Ereignis, das immer noch nachwirkt“, sagt Stephan Gebling, Sportlicher Leiter des Regionalligisten.

Nachhaltiger Imagegewinn

Dass die Berghofenerinnen dem amtierenden Deutschen Meister und Pokalsieger am vergangenen Samstag mit 0:2 unterlagen und damit erwartungsgemäß aus dem Pokal ausgeschieden sind, werden sie verkraften können beim SVB.

Nachhaltiger dürfte ohnehin der Imagegewinn sein, den der Verein aus der Partie mitgenommen hat. 2000 Zuschauer strömten ins Waldstadion, in das der SV Berghofen wegen des großen Andrangs ausgewichen war. Bei den regulären Meisterschaftsspielen, so die Angaben von Vereinsseite, kommen dagegen durchschnittlich nur etwa 100 Anhänger. „Aus unserer Sicht“, meint Gebling, „war es ein Aha-Effekt nicht nur für Dortmund, sondern die Region, dass hier auch Frauenfußball funktionieren kann.“

Der Startschuss für mehr

Die Menschen hier, das habe das Wolfsburg-Spiel gezeigt, „wollen einen höherklassigen Frauenverein sehen“, sagt Achim Schütz, Abteilungsvorstand beim SVB. Und die 2000 Zuschauer hätten dem Verein jetzt eben „den Auftrag erteilt, zu gucken, ob man nicht mehr machen kann“. Dem wolle man sich nun annehmen, und „das Spiel gegen Wolfsburg“, betont Schütz, „war vielleicht der Startschuss dazu.“

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Welchen Nutzen der Regionalligist aus dem grandiosen Pokalfight ziehen kann, bleibt abzuwarten. Denn auch wenn der Verein keine Zahlen nennen will: Finanziell dürfte sich die Partie gegen den VfL trotz des enormen Zuschauerzuspruchs wohl in einem überschaubaren Rahmen halten. Zumal auch die Gäste aus der VW-Stadt an den Einnahmen partizipieren werden.

Den Hype mitnehmen

„Für uns geht es in erster Linie darum, den Hype, den dieses Spiel ausgelöst hat, in die Zukunft mitzunehmen“, sagt Stephan Gebling. Schon für das kommende Meisterschaftsspiel, der SVB empfängt am Sonntag den Herforder SV Borussia Friedenstal, planen die Verantwortlichen erste Aktionen.

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Unter anderem wird es nach Angaben Geblings für alle Zuschauer, die eine Eintrittskarte vom Samstag vorzeigen, ein Freigetränk oder eine kostenlose Bratwurst geben. „Die Zuschauer sollen sehen, dass es sicht lohnt, zu uns zu kommen.“ Auch mit dem VfL Wolfsburg führe sein Verein derzeit Gespräche, bestätigt der Sportlicher Leiter. Dabei gehe es auch um ein mögliches Freundschaftsspiel zwischen beiden Teams im Sommer des kommenden Jahres.

Sportlich den nächsten Schritt machen

Damit allein ist es freilich nicht getan, das wissen sie auch beim SV Berghofen. Sportlich muss sich das Team von Trainer Thomas Sulewski in der Regionalliga nicht nur etablieren, sondern den nächsten Schritt gehen. „Das Pokalspiel muss der Maßstab auch für die Meisterschaft sein“, sagt Gebling. „Und wir wollen den Titel im Westfalenpokal verteidigen und wieder DFB-Pokal spielen. Wir sind hungrig.“

Schütz denkt bereits weiter. „Wir schauen mittelfristig, müssen aber auch Konzepte erstellen, die langfristig ausgelegt sind“, sagt der Abteilungsvorstand. Aktuell stelle sich die Situation so dar, dass das Stadion nicht ausreichend sei und der finanzielle Background fehle – „die nächsten Schritte müssen nun folgen“, so Schütz. Gespräche mit potenziellen Sponsoren laufen, seien aber in einer Stadt, in der der BVB beheimatet ist, nicht einfach.

Kader nichts für die letzten Fünf

An den Zielen ändert das indes nichts. „Wir haben einen Kader zusammengestellt, mit dem es sicher nicht unser Anspruch ist, zu den letzten Fünf zu gehören“, sagt Schütz und blickt dann noch einmal etwas weiter in die Zukunft. Auf Sicht, betont er, „wollen wir auch an höheren Ligen schnüffeln“, sagt Schütz. Damit Highlight-Spiele wie zuletzt gegen den VfL Wolfsburg nicht die Ausnahme bleiben.

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