Westfalenliga-Spitzenreiter düpiert: Brünninghausen überrascht Hombruch im Kreispokal-Finale

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Damit hatten vorher die Wenigsten gerechnet. Die U19 des FC Brünninghausen hat im Kreispokal-Finale den Hombrucher SV düpiert. Verantwortlich dafür war auch Torhüter Fabio Bauer.

Dortmund

, 25.11.2019, 19:04 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es lief die Nachspielzeit im Pokalfinale zwischen dem FC Brünninghausen und dem Hombrucher SV, als Fabio Bauer noch einmal lange stehen blieb. Sein Landesliga-Team, das erst am sechsten Spieltag den ersten Saisonsieg eingefahren hatte, führte gegen den Westfalenliga-Tabellenführer aus Hombruch sensationell mit 2:1, als Bauer sich noch einmal einem HSV-Angreifer gegenüber sah – und das Duell gewann.

Einzige Sensation des Kreispokal-Finaltags

Die A-Junioren des FC Brünninghausen schafften die einzige Sensation des diesjährigen Kreispokal-Finaltags – doch die hatte es in sich: „Damit hätte ich im Leben nicht gerechnet“, sagte Brünninghausens Sportlicher Leiter Klaus-Dieter Friers.

Westfalenliga-Spitzenreiter düpiert: Brünninghausen überrascht Hombruch im Kreispokal-Finale

Intensive Zweikämpfe gab es beim Kreispokal-Finale zwischen Brünninghausen und Hombruch. © Folty

Dazu muss man wissen, dass sie in Brünninghausen erst seit drei Wochen einen neuen Trainer haben. Oliver Ridder, zuvor in Erkenschwick tätig, übernahm den Job von Giovanni Musumeci, der zwar noch den Derbysieg über die Zweite des TSC Eintracht feiern, danach aber nicht weitermachen durfte: „Es hat nicht mehr gepasst“, sagt Friers – und das, was die Brünninghauser U19 danach abgeliefert hat, bekräftigt den Wechsel. Der neue Trainer sagt dann auch nach drei Wochen im Amt und mit dem Kreispokal in der Vitrine: „Ich bin wirklich überrascht, dass diese Mannschaft bisher so wenig Punkte gesammelt hat.“

Qualität, aber kein „Wir“

Sein Team habe die fußballerische Qualität, „aber es gab kein ‚Wir‘“, sagt Ridder, weshalb die kurzfristigen Maßnahmen daraus ausgelegt waren, aus einer Vielzahl an talentierten Spielern eine Mannschaft zu bilden. Die Folge: Vier Spiele, drei Siege und eine unglückliche 2:3-Niederlage beim Tabellenführer in Iserlohn: „Danach hat mich Olli Ruhnert (Geschäftsführer Sport bei Union Berlin, aber auch Sportlicher Leiter der Nachwuchsabteilung beim FC Iserlohn, Anm. d. Red.) gefragt, wie wir so wenig Punkte haben können“, erzählt Ridder.

Westfalenliga-Spitzenreiter düpiert: Brünninghausen überrascht Hombruch im Kreispokal-Finale

Trainer Oliver Ridder (r.) mit seinen Kreispokalsiegern. © Folty

Gegen die klar favorisierten Hombrucher zeigten seine Brünninghauser eine Halbzeit lang, was in dieser Saison vielleicht noch möglich ist. „Die erste war nicht gut von uns“, gibt Ridder zu. Zu zögerlich, zu wenig Fußball, zu viel Respekt: „Sie machen früh das 1:0, haben weitere Chancen“, sagt Ridder und Hombruchs Trainer Justin Martin ergänzt: „Im Grunde genommen war es ein typisches Fußballsoiel zwischen einem vermeintlichen Favoriten und dem Underdog.“

Simeonidis und Hamut drehen die Partie

Heißt: Mit dem ersten guten Spielzug und Torschuss glich der FCB in Person von Nikolaos Simeonidis (37) den Führungstreffer von Dario Biancardi (23.) aus. „Wir sind glücklich mit dem Unentschieden in die Pause gegangen“, sagt Ridder.

Doch in der zweiten Hälfte „konnten wir es offener gestalten, hatten mehr Ballbesitz, aber auch das Spielglück“, gibt Ridder zu.

Nach einem Konter stellte Emre Hamut (56.) auf 2:1 und von nun an war es ein typisches Pokalspiel, bei dem die eine Mannschaft aufopferungsvoll kämpft und die andere den Ball nicht über die Linie bekommt. Der Höhepunkt neben der vereitelten Eins-gegen-Eins-Situation in der Nachspielzeit war ein Foulelfmeter zehn Minuten vor dem Ende. Auch hier blieb Fabio Bauer Sieger: „Es freut mich sehr für ihn“, sagt Ridder, „gerade in seinem Alter, wo es in Richtung Senioren geht, ist es wichtig, dass er so einen Erfolg mitnehmen kann.“

Ausbildung für den Herren-Bereich im Vordergrund

Auch Friers war voll des Lobes für seinen Torhüter, aber nicht nur: „Die Jungs haben um jeden Ball gefightet“, sagt Klaus-Dieter Friers, das hat mir sehr gut gefallen. Ich hoffe, dass wir den einen oder anderen nächstes Jahr mit zu den Senioren nehmen können.“ Bauer trainiere ohnehin schon ab und an bei den Westfalenliga-Herren mit.

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Fabio Bauer holt sich den Kreispokal ab. © Folty

Denn darum geht es bei einer U19 ja vornehmlich: Die Ausbildung für den Männerbereich. Auch deshalb fiel die Feier nicht so groß aus, wie man sich das vielleicht denken könnte: „Als Seniorenspieler früher in Mengede hätten wir wahrscheinlich schon das eine oder andere Bier zu uns genommen, aber die Jugend ist heute schon ein bisschen anders“, sagt Ridder.

Fokus auf die Liga

Es sei zwar ein schöner Abend gewesen, aber der Fokus lag bereits schnell wieder auf dem Ligabetrieb: „Der Kreispokal war ein Bonus für uns, aber für den bekommen wir leider keine Punkte.“ Das Ziel sei, die Mannschaft in ruhige Gewässer der Landesliga zu bringen „und die Spieler auf den Seniorenbereich vorzubereiten“, so Ridder.

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Und die Hombrucher? Nahmen die Niederlage hin, obwohl sie die reifere Spielanlage gezeigt und auch die besseren Chancen gehabt hatten: „Natürlich war es das Ziel, zu gewinnen, weil der Westfalenpokal ein attraktiver Wettbewerb ist, aber die Liga hat für uns Priorität“, sagt Westfalenliga-Tabellenführer Martins. „Und da können wir wirklich nicht klagen.“

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Party nach dem Sieg gegen Hombruch - die Brünninghauser U19. © Folty

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