Westfalia Wickede legt dem Gegner zwei Tore auf - Trainer Alex Gocke: „Es ist unfassbar“

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Sie wollten eine Reaktion auf das völlig inspirationslose 0:0 gegen den FSV Gerlingen zeigen, doch die Verunsicherung bei Westfalia Wickede nahm in Hohenlimburg groteske Züge an.

Dortmund

, 07.10.2019, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass sie in Wickede Fußball spielen können, haben sie in dieser Saison durchaus schon gezeigt. Beim 6:1 in Hassel lief die Kugel, es fielen die Tore, es war der zweiten Spieltag und nach dem mauen Saisonauftakt zu Hause gegen den TuS Sinsen konnte man leise Hoffnungen haben, dass die Westfalia ihr ohne Zweifel vorhandenes Potenzial ausschöpfen wird.

„Es ist unfassbar“

Ein paar Wochen später fassen sie sich in Wickede regelmäßig an den Kopf. Dem lang ersehnten ersten Heimsieg gegen den Lüner SV (3:1) folgte ein völlig uninspierter Auftritt gegen den FSV Gerlingen, nachdem Emre Konya, der Sportliche Leiter der Westfalia, sagte, dass sich jeder hinterfragen müsse, „was er für einen sportlichen Anspruch an sich selbst hat.“

Eine Woche später ziehen die Schwarz-Weißen komplett punktlos von dannen. In Hohenlimburg verloren sie mit 2:4 (1:3), nicht etwa, weil sie wieder nur ideenlos vor sich hingetrottet waren, sondern weil sie dem Gegner die Tore zum Teil selbst auflegten: „Es ist unfassbar“, sagte Trainer Alexander Gocke nach dem Spiel, „wir machen jede Woche zu einfache Fehler. An diesem Wochenende haben wir dem ganzen aber nochmal die Krone aufgesetzt.“

Davulcu und Porello sagen Danke

Die Hohenlimburger Führung nämlich hatte Sechser Lukas Homann „mit einem Schnittstellenpass zwischen unsere beiden Innenverteidiger, den kein gegnerischer Zehner besser hinbekommen hätte“, den Hohenlimburger Angreifer Saffet Davulcu eingesetzt. Der sagte freundlich Danke und schob zur Führung ein (11.).

Zwar kamen die Wickeder dank eines von Robin Dieckmann verwandelten Foulelfmeters schnell zurück (25.), doch wieder schenkten die Dortmunder den Gastgebern einen Treffer. „Wir spielen denen einen eigenen Freistoß wieder genau in die Schnittstelle unserer Abwehr“, erzählt Gocke. Dieses Mal bedankte sich Vincenzo Porello (35.). Und als eben jener Porello nur vier Minuten später nach einer Ecke zum 3:1 einschob, „da läufst du dem Ganzen hinterher.“

Vier Wechsel zur Halbzeit

Gocke reagierte, wechselte erstmals in dieser Saison viermal direkt zur Pause. Anil Konya, Mohammed El-Moudni, Hakan Cevirme und Armin Mehovic mussten runter, Finn Krahn, Don Schreiber, Finn Heinings und Mehmet Erdogan kamen in die Partie: „Wir mussten einen Impuls setzen“, begründet Gocke diese drastische Maßnahme, „und es hat ja auch funktioniert.“

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Plötzlich hatten die Wickeder mehr Spielkontrolle und kamen durch Marcel Großkreutz zum Anschlusstreffer (75.) und „dann sind wir dran - nur um uns selbst wieder aus dem Spiel zu nehmen.“ Torschütze Großkreutz stocherte einem am Boden liegenden Hohenlimburger den Ball unter dem Körper weg, der Schiedsrichter wertete das als Tätlichkeit: Rot (87.). Und als Robin Wodniok nur zwei Minuten später auch noch Gelb-Rot sah (89.), war die Partie entschieden.

Dienstag gegen Herne, Sonntag gegen Erkenschwick

„Das 4:2 kratzt dann keinen mehr“, sagt Gocke. In der Nachspielzeit kamen die Hohenlimburger nämlich noch zum vierten Treffer. Wickede hat nun nach acht Spielen zwei Siege und drei Remis auf dem Konto, steht in der Tabelle mit neun Punkten auf Rang zehn. Am kommenden Sonntag kommt die SpVgg Erkenschwick ins Pappelstadion, ein Gegner, den man schlagen sollte. Bereits am Dienstag empfängt die Westfalia zum Unter-der-Woche-Testspiel Westfalia Herne.

Dass der Vierfach-Wechsel zur Pause gegen Hohenlimburg ein Problem darstellen könnte, glaubt Gocke nicht: „Ich erwarte, dass man das als Mannschaft übersteht und versteht.“ Die Antwort wird es am nächsten Sonntag geben.

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