Wie drei Dortmunder Fußballer ihre monatelangen Verletzungen überstanden haben

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Christian Wazian vom Kirchhörder SC, Lukas Homann von Westfalia Wickede und Marcel Münzel vom ASC 09 waren monatelang verletzt. Für den letzten von ihnen endet die Leidenszeit erst in diesen Tagen.

Dortmund

, 18.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Auf den Dienstag (19. Februar) wartet Christian Wazian schon so lange wie die meisten Eltern auf ihr Kind: Vor neun Monaten begannen die Probleme des Kirchhörder Angreifers. Seine Schambeinentzündung schmerzte so sehr, dass an Fußballspielen nicht mehr zu denken war. Doch heute Abend wird er erstmals wieder im Mannschaftstraining des Westfalenliga-Teams an den Ball gehen: „Ich freue mich sehr drauf“, sagt der 25-Jährige, „die letzten Monate waren hart.“

Bei Lukas Homann von Westfalia Wickede war es sogar ein ganzes Jahr. Zwar hatte er zwischendurch immer wieder mit dem Physiotherapeuten abgestimmte Übungen gemacht, aber konditionell hat ihn die Verletzung komplett zurückgeworfen: „Bei den ersten Trainings war ich nach sechs oder sieben Minuten platt“, sagt der 23-Jährige, „das war schon sehr erschreckend.“ Zwar hat er in dieser Saison schon wieder gespielt, „aber bei 100 Prozent bin ich noch nicht“, sagt Homann.

Auf die Leisten- folgte eine Knöchelverletzung

Bei Marcel Münzel vom Oberligisten ASC 09 Dortmund ist das ähnlich, obwohl sich seine zunächst als Schambeinentzündung diagnostizierte Verletzung als Instabilität der Leiste herausstellte. Doch auch er kommt auf eine lange Ausfallzeit, weil er sich ein paar Monate, nachdem die Leiste wieder gesund war, einen Ermüdungsbruch im Knöchel zuzog, der ihn aktuell immer noch behindert: „Die ersten paar Schritte auf den Platz sind immer noch der Horror“, sagt Münzel.

Danach sei er aber schmerzfrei: „Andere haben mir schon gesagt, dass ich unrund laufe. Deshalb werde ich demnächst nochmal zum Arzt gehen.“ Münzel gibt zu, dass er Gefahr läuft, manchmal zu früh anzufangen: „Ich werde total hibbelig. Die Geduld ist der schlimmste Feind des Sportlers“, sagt er.

„Alles andere versucht“

KSC-Stürmer Christian Wazian würde das wohl genau so unterschreiben. Nachdem er zuvor ungefähr „alles andere“ versucht hatte, „spezielle Übungen, die das Schambein nicht belasten, Salben, Bäder, Voltaren“, musste er feststellen, „dass nur eine komplette Pause am effektivsten war.“

Also ging er drei Monate lang wirklich nur spazieren: „Sport ist für mich sehr wichtig – gerade als Ausgleich zu meinem Bürojob“, sagt Wazian über diese Zeit, in der er plötzlich auch auf seine Ernährung achten muss: „Mit den Jungs nach einem Spiel oder Training mal einen Burger essen, das ging dann halt nicht“, sagt Wazian. Auch bei ihm ging die Kondition komplett zurück: „Das ist jetzt echt schwer, sich die wiederzuholen.“

„Ein richtig gutes Gefühl“

Lukas Homann ist schon einen Schritt weiter, Anfang Dezember machte er für Wickede sein erstes Spiel über volle 90 Minuten: „Grundsätzlich habe ich ein richtig gutes Gefühl, den Schambeinschmerz habe ich gar nicht mehr.“

Aber der Respekt vor der Verletzung ist geblieben: „Ich bin sehr gründlich beim Warmmachen.“ Homann sagt, es sei wichtig gewesen, es langsam anzugehen: „Ich habe mich rangetastet, hatte in den ersten Trainingseinheiten noch viele Gedanken im Hinterkopf, bin nicht richtig in die Zweikämpfe gegangen. Aber als ich dann gemerkt habe: Ja, es ist raus – das war schon ein schönes Gefühl.“

„Vom Kopf her wieder frei“

Christian Wazian hatte es in der Arztpraxis Anfang Januar. Ein abschließendes MRT zeigte, dass die Entzündung nicht mehr vorhanden ist: „Da fühlte ich mich vom Kopf her wieder frei.“ Er setzt sich jetzt allerdings kleine Ziele: „Ich will endlich wieder Fußball spielen, aber es würde mich schon freuen, wenn der Muskelkater nach dem nächsten Training nicht mehr ganz so groß wäre, wie das zuletzt immer war.“

Wazian fühlt sich bei den bundesliga-erfahrenen Trainern Lothar Huber und Sascha Rammel in Kirchhörde gut aufgehoben. Zwar würde er sein Team im Abstiegskampf gerne schnellstens wieder unterstützen, „aber mit ihrer Erfahrung helfen sie mir, nicht zu früh wieder anzufangen“. Damit sich so eine lange Leidenszeit nicht noch einmal wiederholt.

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