Wie sich die Top-Talente des Dortmunder Amateurfußballs bisher schlugen - Teil zwei

rnFußball in Dortmund

Vor der Saison erstellten wir eine Liste von zehn Talenten im Dortmunder Amateurfußball. Nun wollten wir von den Verantwortlichen wissen, wie die jungen Kicker sich bisher geschlagen haben.

Dortmund, Wickede, Holzwickede, Hombruch, Brünning

, 30.03.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Sie stechen heraus, müssen sich aber trotzdem erst noch beweisen: Der Dortmunder Amateurfußball besitzt viele Talente. Doch schaffen es die jungen Spieler auch im Seniorenbereich erfolgreich zu sein? Gelingt ihnen der Sprung vom Jugend- in den Erwachsenenfußball?

Vor Beginn der aktuellen Spielzeit erstellten wir eine Liste von zehn U20-Spielern –ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Wo stehen die Kicker jetzt? Haben sie sich bereits in den Teams etabliert? Die ersten Spieler haben wir euch schon in Teil eins vorgestellt, hier nun Teil zwei.

Andrei Mura (Kirchhörder SC)

Andrei Mura startete in die Saison mit großen Vorschusslorbeeren. „Er ist fußballerisch und zweikampftechnisch am weitesten von allen A-Jugendlichen“, sagte KSC-Trainer Sascha Rammel vor Beginn der Spielzeit über Mura, der bereits als U19-Spieler einige Partien in der Senioren-Landesliga absolvierte.

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Auch in der Hinrunde kam der Mittelfeldspieler häufig zum Einsatz und zählte zum erweiterten Stammpersonal des KSC. Deswegen plante man auch mit ihm für die Rückrunde. Doch dann gab es eine überraschende Wendung.

„Andrei teilte uns mit, dass er mit seiner Mutter nach Rumänien zurückgeht. Damit hatten wir nicht gerechnet“, erklärt Rammel, der mit der Entwicklung des Kickers zufrieden war. Ende Januar packte Mura seine Sachen und absolvierte kein Spiel mehr für den KSC.

Marcel Pietryga (Westfalia Wickede)

Marcel Pietryga ist ein Spieler, der vor allem über seine körperliche Robustheit kommt. Und diese Stärke hat der Stürmer auch in seinem ersten Jahr im Seniorenbereich eingebracht. „Er ist einfach bei uns und in der Liga eingeschlagen, was sich auch in seinen Einsatzminuten und Toren widerspiegelt. Er glänzt immer wieder durch seine Trainingspräsenz, seinen Willen und Fleiß “, sagt Daniel Dukic, Sportlicher Leiter des Teams.

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Mit 17 Spielen zählt Pietryga klar zu den Stammspielern des Westfalenligisten. Dabei gelangen ihm bisher drei Tore. Eine noch etwas ausbaufähige Bilanz – aber seine Entwicklung ist ja noch längst nicht abgeschlossen. „Seine Ball- und Schusstechnik ist atemberaubend“, findet Dukic.

Der Stürmer fühlt sich bei Wickede wohl: Für die kommende Saison hat Pietryga schon bei Westfalia verlängert. Wenn seine Entwicklung so weitergeht, wird der Kicker Taten in Form von Toren folgen lassen und in den kommenden Jahren weiter auf sich aufmerksam machen.

Jonas Janetzki (Holzwickeder SC)

Axel Schmeing ist voll des Lobes über den 19-Jährigen, der vor der Saison vom SV Lippstadt zum Holzwickeder SC kam. „Seine Trainingsleistung- und einstellung ist überragend. Er ist immer da und hat eine Top-Moral“, sagt der Trainer. Seine Stärken sieht der Coach in seiner läuferischen Leistung und in seinem Fleiß.

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Gerade zum Anfang der Spielzeit in der Oberliga gehörte der defensive Mittelfeldspieler zum Stammpersonal des HSC. Insgesamt kommt er auf 15 Spiele und 1016 Einsatzminuten. „Nach der starken Anfangsphase ist er etwas in ein Loch gefallen. Bis dahin war er ganz klarer Stammspieler auf der Sechs“, sagt Schmeing.

Wenn Janetzki so weitermacht, wird er sich ganz sicher in der Oberliga etablieren. Vielleicht ist sogar ein Sprung in noch höhere Ligen möglich.

Thierno Barry (Hombrucher SV)

Das hatten sich wohl alle Beteiligten anders vorgestellt. Offensivspieler Thierno Barry kommt zwar auf 15 Einsätze für den Hombrucher SV, absolvierte dabei aber nur 685 Minuten. Dabei gelang ihm ein Tor. „Thierno hatte leider häufig mit kleineren Verletzungen zu kämpfen und hat deshalb nur wenig Trainingseinheiten mitmachen können“, meint Trainer Alexander Enke. „Daraus folgten wenig Einsätze, weil er auch jemand ist, der sich über Trainingseinheiten seine Fitness für Zweikämpfe holt.“

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Vor der Saison wurden vor allem die Dribbelkünste des quirligen Kickers hervorgehoben. „Er ist Linksfuß, in der Offensive unberechenbar, ein Dembelé-Typ – hat allerdings ein Top-Mentalität“, lobte ihn sein ehemaliger U19-Trainer Dominik Lipki. Diese Qualitäten konnte er jedoch wegen seiner häufigen Verletzungen nicht unter Beweis stellen.

Nun kehrt Barry wieder zu seinem ehemaligen Jugendtrainer zurück. Es steht schon fest, dass der Mittelfeldspieler den HSV verlässt. Er wird zum FC Iserlohn wechseln, dort ist Lipki momentan sportlicher Leiter.

Thierno Barry (li.) wird Barry den Hombrucher SV nach Saisonende wieder verlassen.

Thierno Barry (li.) wird Barry den Hombrucher SV nach Saisonende wieder verlassen. © Folty

Luke Newman (FC Brünninghausen)

In den vergangenen Monaten hat Luke Newman etwas das Glück verlassen – das sagt zumindest sein Trainer Florian Gondrum. „Bei vielen Abschlüssen hatte er Pech. Der Ball ging an den Pfosten oder knapp vorbei. Da ich selbst Stürmer bin, weiß ich, dass es auf dieser Position auch um Tore und Abschlüsse geht. Daher kam er, nachdem er am Anfang viel gespielt hatte, danach eher weniger zum Einsatz.“

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In der aktuellen Saison kommt der Stürmer auf 14 Spiele, 419 Minuten und zwei Tore. Als seine Stärke hebt der Coach vor allem seine Schusskraft heraus. „Wenn er den Ball richtig erwischt, kann der Torhüter meist nur noch hinterherschauen.“

Noch ausbaufähig findet der Trainer seine Durchschlagskraft und seinen ersten Kontakt. „Aber er ist ja erst 19 Jahre alt. Daran werden wir weiter mit ihm arbeiten“, blickt Gondrum voraus.

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