„Wir brauchen Verteidiger“: So ist die Situation bei der U23 des BVB

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Beim Testspiel gegen Meinerzhagen stand auf BVB-Seite nur ein Innenverteidiger im Kader. U23-Manager Preuß kündigt Abwehr-Verpflichtungen an. Die Ruhr Nachrichten beleuchten die Lage.

Dortmund

, 02.08.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

U23-Manager Ingo Preuß sah beim 5:1-Testspielerfolg gegen den RSV Meinerzhagen „tolle Spielzüge“ und „schöne Tore“. Schon jetzt sei gut zu beobachten, „was der Trainer (Enrico Maaßen, d. Red.) will“, resümierte er zufrieden – und sprach gleichfalls lobend von „einer soliden Defensivleistung, obwohl wir nur einen Innenverteidiger dabei hatten“. Anschließend stellte Preuß klar: „Wir brauchen noch zwei weitere Verteidiger.“ Die Ruhr Nachrichten ordnen diese Aussage ein – und beleuchten die aktuelle personelle Besetzung.

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Maximilian Hippe: Der 22-Jährige wurde gegen Meinerzhagen im defensiven Zentrum aufgeboten – und ist der von Preuß angesprochene Innenverteidiger. Er hat diesen Job gelernt, war im zweiten Testspiel der Sommervorbereitung der einzig geschulte Mann fürs defensive Zentrum.

Hippe kam vor einem Jahr vom SV Rödinghausen, kennt den neuen Coach Maaßen also schon. Sein Vertrag läuft noch bis Sommer 2022 und wurde erst im Winter verlängert. Ein kurzfristiger Abschied scheint ausgeschlossen, einen Kaderplatz hat er sicher. Status: Potenzieller Stammspieler.

Henri Weigelt: Der 22-Jährige ist erst kürzlich hinzugekommen, hat AZ Alkmaar für den BVB verlassen. Dort fiel Weigelt bereits häufiger aus. Aktuell ist er erneut dienstunfähig. Sein Körper streikt immer wieder, hindert ihn an der Ausübung seines Jobs. Jetzt gibt es zumindest Hoffnung auf ein recht fixes Comeback.

Preuß erklärte am Samstag, dass Weigelt „wohl nicht sechs Wochen fehlen wird, wie vorher vermutet. Vielleicht ist er im Trainingslager wieder dabei“. Also irgendwann ab nächster Woche Samstag, wenn die Borussia nach Österreich aufbricht. Nach und nach soll sich Weigelt dann um einen Platz in der Startelf balgen. Status: Potenzieller Stammspieler.

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Marco Rente: Der 23-Jährige, vor schon zwei Jahren von der TuS Erndtebrück gekommen und noch bis 2023 vertraglich an den BVB fixiert, hat eine tolle Entwicklung genommen. Maaßens Vorgänger Mike Tullberg musste seine Defensivreihe in der vergangenen Spielzeit quasi allwöchentlich umbauen, die einzige Konstante in den Planungen des jetzigen U19-Chefs blieb Rente.

Der 1,85 Meter große Mann ist recht zügig auf den Beinen, kann gut mit dem Ball umgehen – und ist im Luft- wie Bodenzweikampf stabil. Rente hat sehr gute Chancen, seinen Stammplatz auch unter der Leitung von Maaßen zu behalten. Doch bleibt er überhaupt?

Beim ersten Test gegen Westfalia Herne (1:0) war der starke Rechtsfuß noch auf dem Platz aktiv, gegen Meinerzhagen fehlte er. Seine Leistungen vor der Corona-Pause dürften Interesse geweckt haben. Status: Potenzieller Stammspieler und begehrt auf dem Transfermarkt.

Julius Schell: Der 20-Jährige hat ein enttäuschendes Jahr hinter sich. Schell kam aus der U19, sollte langsam an die U23 herangeführt werden, verletzte sich aber – und brachte es letztlich nur auf drei Einsätze in der Youth League.

Unter Maaßen scheinen seine Spielchancen nicht gestiegen zu sein. Schell, der eigentlich noch bis 2021 an den BVB gebunden ist, könnte den Verein noch in diesem Sommer verlassen. Ihm werden keine Steine in den Weg gelegt. Status: Wechselkandidat.

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Warum Preuß sein Innenverteidiger-Aufgebot aufstocken will? Die Personaldecke in diesem Arbeitsbereich ist schon jetzt eher dünn als dick. Ginge nur ein Spieler zu einem anderen Klub oder würde sich verletzen, könnte Maaßen lediglich aus drei Fachexperten wählen. Eine fahrlässig kleine Besatzung.

Lennard Maloney soll deshalb auf jeden Fall dazukommen. Nach seinem Probetraining samt Probespiel gegen Herne will ihn die Borussia fest verpflichten. Er hat die Verantwortlichen überzeugt, sportlich wie menschlich.

Das Problem: Der 20-jährige Maloney, der sich sofort bestens einfügte, hat bei Stammverein Union Berlin noch einen Profivertrag bis 2021. Wie Maloney den Ruhr Nachrichten kürzlich mitteilte, würde er gern zum BVB wechseln. Klärungsbedarf besteht offenbar allein zwischen den beiden Vereinen.

Maloney soll die eine offene Planstelle schließen, Mister X die andere. Preuß hat nach eigener Angabe bereits einen Kandidaten fest ins Auge gefasst, konkreter äußern will er sich allerdings nicht. Klar ist: Dortmunds Kaderplaner sieht Handlungsbedarf im hintersten Zentralbereich. Und das gleich zweifach.

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