Wolf, Alipour und Schiattarella erinnern sich

Fußball: Saisonstart

Ein Deutscher Meister, zwei Aufsteiger - diese Gesprächskonstellation hätte an sich schon ihren Reiz. Aber diese drei Trainer verbindet einiges. Giovanni Schiattarella (32) spielte während der ersten Aplerbecker Glanzzeit unter Hannes Wolf (33.). Vergangene Saison half Wolf Schiattarella, indem er im Trikot des VfL Kemminghausen für ihn ab und an auflief .

DORTMUND

, 16.08.2014, 13:38 Uhr / Lesedauer: 3 min
Drei Gesprächspartner mit Ballgefühl: Adrian Alipour, Hannes Wolf und Giovanni Schiattarella (v.l.).

Drei Gesprächspartner mit Ballgefühl: Adrian Alipour, Hannes Wolf und Giovanni Schiattarella (v.l.).

Der des Kirchhörder SC. Denn sie haben zwar wie viele andere Teams oben mitgespielt, waren aber nie richtig vorne. Und dann kam noch das Entscheidungsspiel.

Sehe ich genauso. Aber Riesenkompliment an Adrian. Er hat den KSC in fünf Jahren aus dem Mittelmaß der Bezirksliga hochgebracht. Das Spiel seiner Mannschaft trägt seine Handschrift.

Ich hatte ja selbst lange nur gehofft, oben dran zu bleiben. Als wir aber das Relegationsspiel erreichten, glaubte ich fest daran.

Da ist sehr viel geblieben, sehr viele Freundschaften. Die Hälfte meines Freundeskreises kommt aus dieser Zeit. Allerdings bleibt mir nicht so viel Zeit, mir viele Spiele anzusehen.

Das sind richtig gute Leute. Ich arbeite doch lieber mit Leuten, die ich schätze. Und bei Beiden war ich mir 100-prozentig sicher, dass sie sehr gut geeignet sind für ihre Jobs. Ich weiß ja, wie Miguel damals zur Mannschaft geredet hat. Und Andreas hat in der Oberliga gespielt und ist Diplom-Sportwissenschaftler. Dass es Dortmunder Jungs sind, fördert die Identifikation. Ich weiß auch, dass der Dortmunder Amateurfußball noch weitere richtig gute Leute für solche Aufgaben hat.

Sie sind sehr souverän aufgestiegen, sie sind individuell sehr gut besetzt, verfügen über zwei sehr gute Außenspieler...

(lacht): Wann spielt Ihr denn gegen die?

: Am neunten Spieltag!

Absolut! Schon als Spieler habe ich mir alle Übungen notiert, die ich mal als Trainer anwenden wollte. Ich habe ziemlich viel Material. Und Hannes hat mir immer geholfen. Von ihm wollte ich besonders viel lernen.

Was Hannes uns gelehrt hat, war ja ein Novum. Wir haben die Viererkette gelernt, anders nach vorne gespielt. Er ist für jeden Trainer ein Vorbild. Ich habe schon in Aplerbeck immer gesagt, dass Hannes irgendwann Deutscher Meister wird. Ich erinnere mich an Abende, da haben wir zweieinhalb Stunden trainiert und dreieinhalb danach über Fußball geredet. Aber es gibt auch andere Dinge, die ich nicht so schnell vergesse.

Wir hatten 4:2 in Erle gewonnen, uns etwas gefreut. Und unser Trainer stand eine halbe Stunde lang an der Eckfahne.

Ich war unzufrieden mit der Art und Weise, wie die Mannschaft gespielt hatte. Die Jungs fanden es cool, dass sie gewonnen hatten. Das passte emotional eben nicht zusammen.

Sollte das jemand gedacht haben, ist es schlichtweg falsch. Erstens kritisiere ich nie einen Spieler öffentlich. Und ich lobe sehr viel. Selbst wenn ich etwas kritisiere, lobe ich zuvor. Wer gefeiert werden will, muss auch ab und an Kritik vertragen. Aber ich erwarte schon von den Spielern, dass sie ein paar Regeln beherzigen. In Kirchhörde habe ich anfangs Riesenprotest provoziert, als ich erwartete, dass die Spieler nicht von freitags bis samstags durchfeiern. Sie durften ja raus, sind nur Amateure, aber du spürst es einfach, wenn du bis weit in den Samstagmorgen feierst auch am Sonntag noch. Daher glaube ich, hatte Giovanni in der Kreisliga von uns den schwierigsten Job.

Wir mussten nicht aufsteigen, wollten aber zumindest ambitioniert sein. Natürlich musste ich einige überzeugen, dass nicht alle anderen Dinge Priorität vor dem Fußball haben. Von Kreisliga-Spielern kann ich auch nicht erwarten, dass sie ihr Leben voll auf den Fußball fokussieren. Aber wir sind dann ja doch aufgestiegen. Wahrscheinlich war der Einstieg ins Traineramt in der Kreisliga nicht die leichteste Variante. Jetzt erwarte ich, dass die Trainingsbeteiligung unbedingt steigt.

Ich bin auch kein Freund davon, nur mit Druck zu arbeiten, lobe die Jungs oft und bringe im richtigen Moment Kritik. Natürlich gibt es auch mal Zoff mit den Spielern. Eine gesunde Streitkultur bringt Energie. Ich hatte auch mit Giovanni damals öfter unterschiedliche Meinungen.

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