Wutrede 2.0: Kirchhördes Trainer Lothar Huber fällt vernichtendes Urteil nach 1:4 in Lünen

rnFußball-Westfalenliga

Lothar Hubers Wutrede im Abstiegskampf 2018 hallt bis heute nach. Damals schaffte der Kirchhörder SC tatsächlich den Klassenerhalt. Jetzt wütet Huber wieder. Wir haben das Video.

Dortmund

, 22.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Lothar Huber fand nach der 1:4 (1:1)-Niederlage an Ostermontag beim Lüner SV ein fast vernichtendes Urteil für die Leistung seiner Mannschaft. „Das war arm, das war zu wenig, um die Klasse zu halten. So werden wir in dieser Saison kaum noch ein Spiel gewinnen“, sagte der Trainer des Fußball-Westfalenligisten Kirchhörder SC sichtlich enttäuscht nach der Partie. Der KSC bleibt damit auf dem vorletzten Tabellenplatz, hat nur noch wenig Hoffnungen auf den Klassenverbleib.

Die Worte von Lothar Huber erinnerten andie Wutrede des Trainers von vor einem Jahr. Auch damals steckte der KSC tief im Abstiegskampf, und der heute 66-Jährige nahm gegenüber seiner Mannschaft kein Blatt vor den Mund. „So wie wir heute gespielt haben, sind wir ein ganz klarer Absteiger“, echauffierte sich Huber nach einem 0:3 gegen Brackel. Es fielen Begriffe wie „Angst“ und „mutlos“.

Video
Lothar Huber bemängelt fehlende Leidenschaft

Doch Hubers Worte fruchteten, der Kirchhörder SC sicherte in einem furiosen Endspurt doch noch den Klassenerhalt in der Westfalenliga. Am Ostermontag nun fand Huber nach nach der 1:4-Schlappe des Kirchhörder SC beim Lüner SV erneut harte Worte. Sie bezogen sich allerdings nur auf den zweiten Durchgang. Mit den ersten 45 Minuten war der Coach durchaus zufrieden.

Kirchhörde fehlt das Selbstvertrauen

„Da haben Leidenschaft und Begeisterung gefehlt. Man muss sich einfach anders präsentieren. Nach dem schnellen Doppelschlag war das Selbstvertrauen weg“, sagte Huber. Der KSC-Trainer meinte damit die schnellen Lüner Tore kurz nach Wiederanpfiff durch Talha Temur (49.) zum 2:1 und Daniel Mikuljanac (50.) zum 3:1. „Bei so einer Witterung ist das tödlich“, so Huber weiter.

Anders sah es in der ersten Halbzeit aus, in der der KSC sogar die bessere Mannschaft war. Zwar ging Kirchhörde nach 13 Minuten durch Daniel Mikuljanac in Rückstand, danach war Kirchhörde aber aktiver. Einen Schuss von Kublay Tekin parierte Lünens Schlussmann Florian Fischer noch (22.), sechs Minuten später wäre der Keeper allerdings machtlos gewesen. Der gut getretene Freistoß von Rene Richter knallte aber nur an die Querlatte. Sechs Minuten später wehrte Fischer einen Schuss von Richter ab. „Die erste Halbzeit war gut von uns. Wir hatten Pech mit dem Lattentreffer“, so Huber.

Jetzt lesen

Grund zum Jubeln hatte der Gast im ersten Durchgang aber trotzdem noch. Nachdem Noel Lahr Andrei Joan Mura regelwidrig im Strafraum stoppte, gab es Foulelfmeter. Dimitrios Kalpakidis trat an und verwandelte den Ball sicher im Netz – 1:1 und zu diesem Zeitpunkt auch verdient.

Schneller Doppelschlag nach der Pause

Nach Wiederanpfiff drückte Lünen dann aber schnell aufs Gaspedal und nahm mit dem Doppelschlag zum 3:1 schnell die Spannung aus dem Spiel. Huber: „Da haben wir dann gar keine Gegenwehr mehr gezeigt und hätten noch mehrere Gegentore bekommen können.“ Einmal jubelte Lünen, das gegen Kirchhörde den fünften Sieg in Serie feierte, dann nochmal. Yasin Acar nickte nach 63 Minuten eine Flanke von Daniel Mikuljanac zum 4:1 ins Netz ein.

Nach dem 5:3-Erfolg des BSV Schüren im Abstiegsduell gegen den SV Horst-Mescher ist der Abstand zum rettenden Ufer für den Kirchhörder SC größer geworden. Acht Punkte trennen Kirchhörde mittlerweile vom ersten Nichtabstiegsplatz. Hinter dem Relegationsplatz, den der FC Lennestadt belegt, liegt Kirchhörde nun sieben Punkte zurück.

Kirchhörder SC: Leuchtmann – Veigas Mendes, Yüksel, Richter (65. Bernhard), Wazian (65. Dojordjevic), Scherff, Doyscher, Tekin (84. Schürmann), Kalpakidis, Sievers, Mura Tore: 1:0 Mikuljanac (13.), 1:1 Kalpakidis (43./FE), 2:1 Temur (49.), 3:1 Mikuljanac (50.), 4:1 Acar (63.)
Lesen Sie jetzt