Ziel erreicht - im Kampf um die goldene Ananas

Eishockey: 1. Liga West

Es ist ein bisschen wie bei Der 90. Geburtstag oder Dinner for One, nur nicht so witzig. „The same procedure as last year, Miss Sophie?“ - „Same procedure as every year, James!“ Die gleiche Prozedur wie vergangenes Jahr? - Die gleiche Prozedur wie jedes Jahr! An Silvester ist das ein Klassiker, im Eishockey droht es einer zu werden.

Dortmund

, 02.03.2016, 09:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ziel erreicht - im Kampf um die goldene Ananas

Bilder der Eishockeypartie in der 1. Liga West zwischen den Dortmunder Eisadlern und dem Neusser EV.

Auch in diesem Jahr wird es nämlich keinen Aufstieg der Eisadler in die Oberliga geben, egal wie erfolgreich der Klub von der Strobelallee in den anstehenden Playoffs auch abschneiden mag. Die Eisadler sind in dieser Geschichte allerdings kein Einzelfall. Die ursprünglich anberaumte Aufstiegsrunde zur Oberliga Nord findet gar nicht erst statt. Keiner der potenziellen Teilnehmer aus der 1. Liga West und den Regionalligen Nord und Ost hat für sie gemeldet.

Oberliga zu teuer

Der Grund: Die Klubs können eine Oberligasaison mit Fahrten nach Rostock, Leipzig oder Timmendorf finanziell nicht stemmen. „Für die Oberliga in ihrer jetzigen Form brauchst du eine Mannschaft voller Halbprofis, die haben wir nicht“, sagt Krystian Sikorski, Trainer der Eisadler.

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Damit steht fest, dass die besten vier Teams aus der 1. Liga West in den Playoffs einen Westmeister ermitteln. Danach ist Schluss. Eigentlich sollte sich dieser Westmeister im Anschluss an die Playoffs mit den Meistern der Regionalligen Nord und Ost sowie den schlechtesten fünf Teams der Oberliga Nord in einer Relagationsrunde um die Startplätze in der Oberliga Nord in der kommenden Spielzeit duellieren. So wollte es der Deutsche Eishockey-Bund (DEB). Das Problem: Die Klubs wollen es nicht. Die sogenannte Aufstiegsrunde ist abgesagt.

"Es ist schade"

„Es ist immer schade, wenn es keine sportlichen Aufsteiger gibt“, sagt Sikorski, „die Jungs kämpfen die ganze Saison – und am Ende geht es um die goldene Ananas“. Trotzdem wolle seine Mannschaft in den Playoffs so gut wie möglich abschneiden, sagt der Trainer. „Wenn man auf dem Eis steht, will man immer gewinnen, allein schon wegen der Fans, die Eintritt bezahlt haben.“ Die Eisadler treffen im Playoff-Halbfinale auf die Hammer Eisbären. Gespielt wird ein Hin- und ein Rückspiel, voraussichtlich am 6. und 8. März.

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Durch den Verzicht auf einen möglichen Aufstieg wiederholt sich für Sikorskis Team die Geschichte der vergangenen Saison. Auch 2015 verzichtete der Klub trotz Meisterschaft auf den Gang in die Oberliga Nord, ebenfalls aus finanziellen Gründen. Dies hatte Aufsehen erregt, weil Lothar Grabe, Vorsitzender der Eisadler, im November 2014 im Interview mit dieser Zeitung noch das Ziel ausgegeben hatte, in fünf Jahren in der DEL spielen zu wollen. Stand jetzt reicht es einmal mehr nicht für die Oberliga. 

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