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Mit Luca Nik Armbruster und Linn Lara Kleine vertreten zwei Dortmunder Deutschland bei der Jugendolympiade in Buenos Aires. Dabei möchte einer der beiden nach Medaillen greifen.

Dortmund

, 07.10.2018 / Lesedauer: 4 min

Dreizehn Tage Argentinien statt Deutschland. Dreizehn Tage sportliche Wettbewerbe der Extraklasse, dreizehn Tage Erfahrungen für das Leben. Genau dies erleben die beiden Dortmunder Sportler Luca Nik Armbruster (16/Schwimmer) und Linn Lara Kleine (17/Leichtathletin) vom 6. bis zum 18. Oktober. Die Jugendlichen sind zwei der 75 Athletinnen und Athleten, die bei der Jugendolympiade in Buenos Aires die deutsche Fahne hochhalten – und die der Stadt Dortmund.

„Es fühlt sich großartig an, zu wissen, dass ich einer der besten in Deutschland bin und mein Land bei den Spielen vertreten darf. Das ist eine sehr große Ehre für mich“, sagt der 1,94 Meter große Armbruster von der SG Dortmund mit Stolz. Sein Ziel sei es schon, „in die Richtung der Medaillen“ zu kommen.

Ständiger Kontakt nach Hause

Mindestens zweimal wird er ins Wasser springen. Am 8. Oktober stehen die 100 Meter Schmetterling auf dem Programm, zwei Tage später folgen die 50 Meter Schmetterling. Eventuell kommt am 7. Oktober noch die 4-mal-100-Meter-Mixed-Staffel dazu, sofern er dafür vom Bundestrainer nominiert wird. „Aber davon ist auszugehen“, schätzt Armbrusters Coach Stephan Wittky die Situation ein. Der Trainer selbst, bleibt zwar in Deutschland, wird für den Jugendlichen aber auch aus der Distanz ein wichtiger Ansprechpartner sein. „Ich muss ihm jeden Tag schreiben, wie der Wettkampf war“, erklärt der Schwimmer. Eine Belastung sei dies aber nicht. „Ich brauche eine Beurteilung von ihm, um sicherer zu sein. Er hat immer gute Tipps“.

Luca Nik Armbruster und Linn Kleine erleben den Glanz von Olympia hautnah

Luca Nik Armbruster hat sich in Argentinien hohe Ziele gesetzt. © privat

Wittky traut seinem Schützling viel zu. „Wir wissen zwar bisher nicht, wer die Gegner sein werden, da es noch keine Startliste gibt. Aber wenn man sich die Zeiten von vor vier Jahren anschaut, kann Luca mit seiner Bestzeit ins Finale kommen. Da kann er ruhig mutig nach oben schielen“, so der Coach. Unterstützung bei den Wettbewerben bekommt Armbruster auch von seinen Eltern, die extra für den Wettkampf nach Lateinamerika reisen.

Olympia hat für den Schwimmer ein besonderes Flair. „Natürlich ist es etwas Besonderes“, betont Armbruster. „Eine Vorstufe zu den großen Spielen“, sei es und gerade deshalb auch so interessant zu sehen, „wie Athleten und Athletinnen aus anderen Nationen den Wettkampf bestreiten“. Mit diesen erhofft sich der Dortmunder ein nettes Miteinander und das Knüpfen von neuen Kontakten, kündigt im gleichen Atemzug aber auch an, dass er in seiner Wettkampfwoche „voll im Fokus“ sein wird. Erst in der dritten Woche sei auch mal Zeit, Buenos Aires zu erkunden. Der 16-Jährige ist eben Leistungssportler durch und durch und bei der Reise geht es darum, sich mit den Besten der Welt zu messen.

Nicht das Karriere-Highlight

Das Miteinander steht für Leichtathletin Linn Lara Kleine von der LG Olympia Dortmund im Mittelpunkt. „Ich freue mich total darauf, etwas erleben zu können“, sagt sie auf dem Weg zum Flughafen. Kurz vor 22 Uhr hob der Flieger am Montag in Frankfurt ab, 13 Stunden später landete er in Buenos Aires. Mit dabei ist schweres Gepäck: „54 Kilogramm durften wir mitnehmen. Das habe ich auch ausgeschöpft“, sagt die 17-jährige, die in Hamm geboren ist, lachend. Mit dabei sind nicht nur private Klamotten, auch Kleidung des offiziellen Ausrüsters der Olympia-Mannschaft sorgen für das eine oder andere Kilo.

Luca Nik Armbruster und Linn Kleine erleben den Glanz von Olympia hautnah

Linn Kleine freut sich auf das Miteinander der Sportler von der ganzen Welt. © Wolfgang Birkenstock

In der argentinischen Hauptstadt angekommen, ist erst einmal Ruhe angesagt. „Ich muss schauen, wie ich die Zeitumstellung verkrafte“, sagt sie. Erst danach geht es ins Training, immer in telefonischer Absprache mit Trainer Pierre Ayadi und der Familie zuhause. Der Trainer sieht die Jugendolympiade als einen weiteren Schritt in Kleines Karriere: „Die Spiele sind eine tolle Sache, um Erfahrungen zu sammeln. Sie sollten aber nicht das Karriere-Highlight von Linn sein. Sonst hätten wir etwas falsch gemacht“, so Ayadi.

Die vergangenen zehn Monate mit den Cross-Europameisterschaften bei der U18 sowie der U20, bei der sie gegen teils drei Jahre ältere Athletinnen antrat, und der Halleneuropameisterschaft, bei der sie mit nur einem Schuh Europameisterin wurde, seien besonders gewesen – aber auch anstrengend. Deshalb steuert Ayadi die Belastung von Kleine. „Ich habe auch eine Fürsorgepflicht und muss einschätzen, wo es zu viel wird. Es ist eine längerfristige Ausbildung. Das große Ziel ist es, Linn für den Erwachsenenbereich in beste Form zu bekommen“, so der Trainer, der aber auch sagt: „Eine bessere Möglichkeit für die Olympischen Spiele bei den Erwachsenen zu üben, gibt es nicht“.

3000 Meter-Lauf und der Cross-Wettbewerb

Der erste Wettbewerb steht für Kleine am 11. Oktober an. Dann startet die Dortmunderin in den 3.000 Meter-Lauf, bei dem sie die amtierende Deutsche Meisterin ist. Am 15. Oktober folgt der Cross-Wettbewerb. Besondere sportliche Ziele hat sich die 17-Jährige nicht gesetzt. „Der Zeitpunkt direkt nach der Trainingspause ist für mich nicht optimal“, räumt sie ein. „Ich möchte einfach Erfahrungen sammeln und viel Motivation für die nächsten Wettkämpfe mitnehmen“, so Kleine. Auch ihr Trainer betont, dass der Zeitpunkt Mitte Oktober „sehr ungewöhnlich“ sei. Die normale Saison gehe nämlich normalerweise nur bis Mitte August.

Neben den sportlichen Herausforderungen ist Kleine besonders auf das Miteinander der vielen Sportler aus der ganzen Welt gespannt. Gerne würde sie sich gemeinsam viele verschiedene Disziplinen angucken. Und dann wäre da noch das olympische Dorf. „Das“, so die Leichtathletin, „ist schon etwas Besonderes. Bisher kenne ich das nur aus dem Fernsehen.“

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