Zwei Dortmunder Handballteams könnten von der Corona-Krise profitieren

Handball in Dortmund

Die Corona-Krise hat die gesamte Sportwelt durcheinandergewirbelt und für viel Ärger gesorgt. Jetzt könnte die Krise zwei Dortmunder Handballteams aber vor dem Abstieg bewahren.

Dortmund

, 01.04.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Trainer Dennis Brenscheidt (r.) und die Handballer vom Höchsten könnten von den Auswirkungen der Corona-Krise profitieren.

Trainer Dennis Brenscheidt (r.) und die Handballer vom Höchsten könnten von den Auswirkungen der Corona-Krise profitieren. © Ludewig

„Ja“, bestätigt Wilhelm Barnhusen, die Gerüchte, die seit einigen Tagen durch die Handballvereine schwirren, „es gab eine Konferenz unseres Präsidiums, bei der es zu der möglichen Überlegung kam, dass es bei einem Abbruch der Handballligen keine Absteiger gibt.“ Der Präsident des Handballverbandes Westfalen (HVW) betont allerdings, dass diese Entscheidung noch nicht final sei.

Sollte es, wie in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) schon geschehen, also wirklich zu einem Abbruch der weiteren Handballligen kommen, dürften die Teams aus den Tabellenkellern also aufatmen. Zwei davon wären Verbandsligist OSC Dortmund und Landesligist TuS Borussia Höchsten.

„Da würde uns natürlich ein Stein vom Herzen fallen“, sagt Höchsten-Trainer Dennis Brenscheidt zu den Überlegungen des Verbandes. Brenscheidts Team steht aktuell mit 7:29 Punkten auf dem vorletzten Platz der Landesliga, hätte im Saisonendspurt allerdings auch noch einige direkte Kellerduelle. „Ich hätte uns auf jeden Fall zugetraut, den Klassenerhalt noch zu schaffen“, so der TuS-Trainer, der aber nicht damit rechnet, dass die Saison noch zu Ende gespielt wird.

Die Entscheidung des Verbands rückt immer näher

Daran glaubt auch Thorsten Stoschek nicht. Der OSC-Trainer sieht sogar die Vorbereitung für die kommende Saison im September noch lange nicht als gesichert an. Der OSC steht aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz der Verbandsliga (11:23 Punkte), hat aber auch noch zwei Spiele weniger auf dem Konto als die direkte Konkurrenz. „Allein schon deshalb können sie uns gar nicht absteigen lassen“, erklärt Stoschek, der einen Saisonabbruch für unausweichlich hält. „Ich“, sagt der Verbandsliga-Coach, „bin natürlich kein Virologe, aber rein logistisch wäre es nicht möglich, die Saison zu einem späteren Zeitpunkt zu Ende zu spielen.“

OSC-Trainer Thorsten Stoschek glaubt nicht daran, dass die Saison noch fortgesetzt wird.

OSC-Trainer Thorsten Stoschek glaubt nicht daran, dass die Saison noch fortgesetzt wird. © Ludewig

Sollte Stoschek Recht behalten und die Saison nicht mehr zu Ende gespielt werden, könnte der Vorschlag greifen, den Wilhelm Barnhusen und seine Kollegen jüngst ausgearbeitet haben. Dabei würde es nicht nur keine Absteiger geben: Die jeweiligen Tabellenersten würden aufsteigen, andere Teams, die noch eine realistische Chance auf den Aufstieg gehabt hätten, dürften ebenfalls für die höhere Liga melden. „Wir wollen so schnell wie möglich Entscheidungen treffen“, erklärt Barnhusen das weitere Vorgehen des Verbandes. „Ich denke bis Ostern, spätestens zum 19. April, werden wir entscheiden, ob und wie die Saison weitergeht.“

Borussia Höchsten-Trainer „Wir spielen alle Handball, weil wir Bock drauf haben“

Von dem Lösungsansatz des Verbandes hat auch Thorsten Stoschek schon gehört – und hält den Vorschlag „grundsätzlich für die fairste Lösung“. Dennis Brenscheidt stimmt ihm da zu: „Das wäre einfach die Optimallösung“. Keine Absteiger würden in der kommenden Spielzeit natürlich auch mehr Teams und mehr Spiele bedeuten, aber auch darin sehen die Dortmunder Trainer kein Problem. „Wir spielen alle Handball, weil wir Bock drauf haben, da machen uns drei oder vier Spiele mehr bestimmt nichts aus“, erklärt Brenscheidt, „das wäre kein Problem“, meint auch Stoschek.

Eines steht fest: Bei der angedachten Lösung vom Verband würde kein Team als Verlierer aus der Corona-Krise gehen. Die stärksten Teams würden aufsteigen, die möglichen Absteiger könnten noch einmal aufatmen – wie Thorsten Stoschek und Dennis Brenscheidt zum Beispiel. Jetzt muss es der Verband nur noch offiziell machen.

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