Nicht-Angriffspakt in den letzten Sekunden - Köse: Das war ein doofes Rumgekicke

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Zwei Dortmunder Teams spielen sich eine Minute in Ruhe den Ball hin und her, sichern so ihr Weiterkommen. Ein Kontrahent aus Lünen scheidet deshalb raus.

Dortmund

, 06.01.2020, 10:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schmach wollten sie nicht mehr über sich ergehen lassen. Nach wenigen Sekunden verließ ein Spieler nach dem anderen den Platz auf der Tribüne, ging in die Katakomben. Die Spieler des Bezirksligisten BV Brambauer wussten Bescheid, das war‘s.

Sölde griff kaum noch ein

Das Ausscheiden am zweiten Zwischenrunden-Tag ist besiegelt. Auf dem Parkett der Halle Wellinghofen schoben sich die Spieler von Westfalia Wickede den Ball in Ruhe hin und her, Sölde griff kaum noch an.

Von oben schallte es in diesen Sekunden: „Ihr macht unseren Sport kaputt!“ Die wenigen Brambauer-Fans, die den Weg in den Dortmunder Süden fanden, ließen ihrem Frust freien Lauf, skandierten auch immer wieder „Stadtmeister“, bezogen auf den Lüner Hallenstadtmeister-Titel, den der BV Brambauer Mitte Dezember holte.

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Doch wie kam es überhaupt zu dieser skurrilen Szenerie? Brambauer spielte forsch auf in Wellinghofen, präsentierte sich als starkes Hallenteam. Der Gast aus Lünen ließ kaum etwas zu, setzte schnelle, gezielte Nadelstiche in der Offensive. Gegen Sölde sprang so am zweiten Zwischenrunden-Tag ein 2:1-Erfolg heraus.

Mit einem Unentschieden gegen Westfalenligist Westfalia Wickede wäre dann alles klar gewesen für den Lüner Hallenstadtmeister: Brambauer zieht in die Entscheidungsspiele, um den Einzug in die Endrunde ein.

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Über 19 Minuten und 59 Sekunden sah es nach einem torlosen Unentschieden zwischen Wickede und Braumbauer aus. Doch Benedict Zwahr traf mit der Schlusssirene und sorgte so für eine offene Gruppenkonstellation im letzten Gruppenspiel zwischen Wickede und Sölde.

Schnell führte Sölde mit 3:0, ging so in die Halbzeit. Brambauers Spieler guckten sich das Treiben von der Tribüne aus an. Sölde wäre zu diesem Zeitpunkt weiter gewesen, Brambauer auch, Wickede war raus.

Kurze Unwissenheit bei Sölde

Wickede kam heran, schoss das erste Tor zum 1:3, dann den 2:3-Treffer in der 18. Minute. Brambauer war in dem Moment raus, Wickede weiter.

Das kuriose dabei: es war die einzige Konstellation in der es den Lüner Klub erwischt und die Dortmunder Teams in die Entscheidungsspiele einziehen.

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Die Westfalia schaltete dann merklich einen Gang herunter, während Sölde in den ersten Sekunden nicht Bescheid wusste, Angst hatte das Spiel noch aus der Hand zu geben.

Es war etwas skurril anzusehen, wie Wickede sich gemächlich den Ball zukickte, Sölder Spieler weiterhin anlaufen wollten, ehe ihnen von Außen zugerufen wurde, dass das Ergebnis für das Weiterkommen reicht.

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Die letzte Minute lief so dahin, die Brambauer-Fans besangen das Treiben, die Spieler des Lüner Klubs schlichen aus der Halle.

„Da braucht man sich auch nichts mehr vormachen. Das war ein doofes Rumgegkicke“, sagt Brambauers spielender Co-Trainer Dennis Köse, betont aber: „Das kann ich den nicht übel nehmen. Ich hätte es genau so gemacht.“

Bei Köse blieb viel mehr das verlorene Duell gegen Wickede hängen: „Das ging mir am meisten durch den Kopf. Irgendwo sind wir da selber Schuld. Dass die beiden kein Risiko eingehen, ist nicht gegen Lünen.“

Keine Rücksicht auf Brambauer

„Ich bin nie ein Freund davon zu rechnen“, sagt Wickedes Trainer Alexander Gocke, der sich und sein Team bereits im Voraus auf die Tabellenkonstellation vorbereitet hatte und hinterher in die Endrunde einzog. „Es tut mir ein bisschen Leid für Brambauer, wobei ich da natürlich keine Rücksicht drauf nehmen kann.“

Laut Gocke hat es der Bezirksligist sehr souverän gespielt, sich stark präsentiert. „Die haben so einen guten Hallenfußball gezeigt“, lobte Gocke den Lüner Hallenstadtmeister, Rücksicht konnte er darauf aber keine nehmen.

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