Erneut musste ein heimischer Verein den Notarzt alarmieren. In der Kreisliga verletzte sich ein Spieler schwer. © David Döring (Symbolfoto)
Fußball

Notarzt muss kommen – Kreisliga-Spiel findet verfrühtes Ende: „Habe noch nie so einen Schrei gehört“

Dieser Schrei ließ nicht nur bei den Fußballspielern am Sonntag das Blut in den Adern erfrieren. Ein Notarzt musste kommen. Der Schiri beendete die Partie nach der schlimmen Verletzung vorzeitig.

Das Fußball-Spiel war eigentlich längst entschieden. Deutlich führte die Heimmannschaft in der Schlussphase der Kreisliga-B-Partie. Doch ein Spieler der Gäste hatte noch Luft – und Motivation. Sein Vorstoß endete übel. Der Spieler knickte um und schrie mehrmals laut auf. In diesen Momenten wusste jeder sofort: Das muss etwas Ernstes sein.

Erik Brzyl kam erst von der Bank aus ins Spiel des SC Fröndenberg-Hohenheide. Doch da war die Partie des SC bereits längst entschieden. Die Reserve des Königsborner SV führte in der Schlussphase deutlich mit 6:1. Dann nochmal ein Vorstoß der Gäste. Brzyl will einen langen Ball auf dem linken Flügel erlaufen, ohne Fremdeinwirkung knickt er um.

Verdacht auf Kreuzbandriss – MRT-Termin soll Klarheit bringen

„Ich hatte selber schon eine schlimme Knieverletzung. Aber ich habe noch nie so einen Schrei gehört auf dem Fußballplatz wie in diesem Moment. Das war schon extrem. Wir standen alle unter Schock“, sagt Fröndenbergs Trainer Sedat Sener, der zu diesem Zeitpunkt selbst auf dem Kunstrasen in der Schumann-Arena stand.

Fröndenbergs Spielertrainer Sedat Sener (r.) und seine Mitspieler standen nach der Verletzung von Erik Brzyl unter Schock. © Palschinski (A) © Palschinski (A)

Brzyl ließ sich zunächst nur schwer beruhigen. Am Platz verständigte der KSV umgehend einen Rettungswagen. „In so einem Moment geht einem alles durch den Kopf. Zum Glück kam Erik dann ein wenig runter“, so Sener weiter.

Für Brzyl ging es in ein Krankenhaus, das er am Abend noch verlassen konnte. Coach Sedat Sener befürchtet aber das Schlimmste: „Wir glauben derzeit, dass das vordere Kreuzband gerissen ist.“ In dieser Woche soll laut dem Trainer ein MRT-Termin vereinbart werden. Erst dann gebe es Klarheit, wie schwer die Verletzung wirklich ist. Das Fußballjahr scheint jedoch gelaufen zu sein für den Fröndenberger Kicker.

Abdullah Sener fliegt vom Platz – Coach rechnet mit langer Sperre

Nach dieser Szene dachte keine der beiden Mannschaften daran, das Spiel noch einmal fortzuführen. Schiedsrichter Senay Oturak pfiff die Partie daher frühzeitig ab (85.)

Für Sedat Sener und den SC Fröndenberg-Hohenheide verschärft sich die Personalsituation nun noch mehr: „Viele Spieler haben am Sonntag bereits mit Schmerzmitteln gespielt. In meinen fünf Jahren als Trainer habe ich eine solche Verletzten-Misere noch nicht erlebt. Das ist nicht mehr normal. Und jetzt wird uns Apo (Abdullah Sener, Anm. d. Red.) auch noch länger fehlen.“

Der Cousin des Trainers hatte in der 72. Minute die Rote Karte gesehen. Dazu sein Coach: „Er wurde selbst gefoult, aber das hat der Schiri nicht abgepfiffen. Dann wurde er sauer und ist seinem Gegenspieler hinterhergelaufen und wollte den Ball zurückerobern. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob er den Ball oder den Spieler getroffen hat“, so Sedat Sener weiter, der aber eine längere Sperre befürchtet. „Dafür wird er mindestens vier Wochen kriegen.“

Trotz der Niederlage steht der SC mit neun Punkten aus sechs Spielern immer noch okay da in der Tabelle. „Mit der Ausbeute können wir in unserer Situation definitiv zufrieden sein“, sieht Sedat Sener das Positive in der Situation.

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann