Wegen eines Notarzt-Einsatzes begann die Partie in Kamen später als geplant. © Darius Palschinski
Fußball

Schockmoment beim SV SW Frömern: Anhänger bricht vor dem Spiel zusammen

Szenen, die sich niemand wünscht: Weil ein Zuschauer am Sonntag vor dem Spiel des Kamener SC gegen Frömern einen Anfall bekam, musste ein Notarzt kommen. Die geschockte Mannschaft trat trotzdem an.

Für den SV Frömern geriet die Partie der Fußball-Kreisliga A2 Unna-Hamm beim Spitzenreiter Kamener SC (2:0) schon vor dem Anstoß zur Nebensache. Während das Aufwärmen lief, brach ein Fröndenberger mit einem epileptischen Anfall zusammen und wurde mit dem Krankenwagen nach Unna ins Krankenhaus gebracht.

„Natürlich ist das ein Schock für uns. Gerade in der ersten Halbzeit steckte das in den Köpfen“, war Frömerns Coach Adrian Ruzok nach Abpfiff noch betroffen. Der Mann gehörte zum Umfeld der Frömener. Von mehreren Seiten kam sofort Hilfe auf den Platz gestürmt. Unter anderem eilte vom Platznachbarn TSC Kamen ein Arzt zum bewusstlosen Mann und leistete unverzüglich erste Hilfe.

Kamener Vereine senden Genesungswünsche

„Unser Vereinsmitglied ist Oberarzt in Beckum und hat natürlich sofort geholfen. Wir vom TSC Kamen wünschen dem Mann gute Besserung und hoffen ihn bald wieder auf den Sportplätzen zu sehen“, erklärte Oktay Sönmez, Vorsitzender des TSC Kamen.

Auch der Kamener SC war sofort zur Stelle und half in Person von Bernd Schimanski. Dieser holte den vereinseigenen Defibrillator, der aber glücklicherweise nicht benötigt wurde. „Vor circa fünf Jahren haben wir vom Verein einen Defi gekauft. Nach dem Tod von Ralf Neuenkirchen haben wir entschieden, für solche Fälle bestens vorbereitet zu sein“, erklärte der KSC-Geschäftsführer.

Als der alarmierte Rettungswagen, einschließlich Notarzt, am Platz ankam, war der Frömerner bereits wieder bei Bewusstsein und ansprechbar. Schon vor gut einem Jahr hatte er bei einem Heimspiel an der Brauerstraße einen ähnlichen Anfall erlitten. Wie aus dem Umfeld der Mannschaft zu hören war, darf er nun seit kurzer Zeit wieder Auto fahren und hatte auf dem Weg zum Auswärtsspiel drei Spieler in seinem Fahrzeug.

Frömerner ist auf dem Weg der Besserung

„Er hat mir schon über WhatsApp geschrieben. Das ist ein gutes Zeichen und er ist auf dem Weg der Besserung“, sagte Trainer Adrian Ruzok nach dem Spiel – immerhin eine positive Nachricht.

Am Montagvormittag gab Ruzok dann bekannt, dass sein Mitstreiter im Trainerteam mittlerweile das Krankenhaus verlassen konnte und nun „einmal komplett durchgecheckt wird“. „Wir möchten uns einfach nochmal beim TSC Kamen und beim Kamener SC für die Hilfe bedanken“, so Ruzok.

Der Mann aus dem Umfeld des SV SW Frömern kam ins Krankenhaus, konnte mittlerweile aber wieder entlassen werden. © Daniel Knapp © Daniel Knapp

Auch Spielführer Thomas Ruzok, der auf dem Patz die ganze Zeit bei seinem Vereinskameraden verweilte, zeigte sich nach dem Spiel noch geschockt: „Wir haben als Mannschaft drüber gesprochen, ob wir spielen wollen und uns dann dafür entschieden auch für ihn anzutreten. Gerade in der Anfangsphase war diese Szene noch in den Köpfen, aber sonst war es die richtige Entscheidung.“

In den nächsten Wochen möchte der Kapitän dann wieder Punkte mit seinem Team einfahren. „Nach einem schwachen Start haben wir zuletzt gut reingefunden und konnten beim Sieg gegen TuRa Bergkamen einige überraschen. Wir sind ein Team, dass über den Kampf die Spiele gewinnen muss, so wie wir auch heute gekämpft haben und daran anknüpfen wollen“, formuliert er die nächsten Ziele. Am Sonntag (15 Uhr) bekommt Frömern im Heimspiel gegen die Zweitvertretung aus Wethmar die Chance dazu.

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