Ein TV-Star im Team: Als Frank Buschmann mit dem ATV Haltern in die Oberliga aufstieg

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Er zählt zu den bekanntesten Kommentatoren in Deutschland. Seine Sprüche sind legendär. Was viele nicht wissen: Einst war TV-Star Frank Buschmann als Basketballer beim ATV Haltern aktiv.

Haltern

, 12.02.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im sozialen Netzwerk Instagram folgen ihm fast 170.000 Nutzer. Kein Wunder: Immerhin hat der 55-Jährige nicht nur zahlreiche Sportgrößen wie Michael Jordan oder Dirk Nowitzki interviewt, sondern auch Olympische Spiele, die Fußball-Bundesliga oder den Super Bowl kommentiert - und dabei seine ganz eigene, unverkennbare Sprache entwickelt.

Stammplatz bei ProSieben

Einem größeren Publikum dürfte Frank Buschmann bekannt geworden sein, als er 2007 erstmals bei „Schlag den Raab“ als Kommentator aufgetreten ist. Danach hatte er fast so etwas wie einen Stammplatz bei ProSieben. Inzwischen steht er regelmäßig für die Mediengruppe RTL vor der Kamera und kommentiert bei Sky unter anderem die Fußball-Bundesliga.

Ein TV-Star im Team: Als Frank Buschmann mit dem ATV Haltern in die Oberliga aufstieg

Frank Buschmann (5.v.r.) bei der Besprechung mit der Mannschaft. © ATV Haltern

2014 hat er sein erstes Buch veröffentlicht mit dem Titel „Am Ende kackt die Ente!“, in dem er aus seinem Leben als Sportmoderator erzählt. Begonnen hat er seine Karriere allerdings zunächst im Sport, genauer gesagt beim Basketball. Einige Zeit ging er dabei für den ATV Haltern auf Punktejagd. Er war Spieler in der Saison 1996/1997, als der ATV in die Oberliga aufstieg.

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„Darf ich deine Socken haben?“ Ein jugendlicher Fan bestürmte Buschmann nach dessen ATV-Debüt. „Wie ein Lauffeuer verbreitete sich damals die Nachricht, dass Buschmann und Manfred Winter das Halterner Trikot tragen“, erinnert sich Rupert Joemann, der Vorsitzende des Vereins, der damals noch selbst als Spieler mitgewirkt hat.

Mehrmals Deutscher Meister

Buschmann hatte früher in Hagen in der 2. Bundesliga gespielt, Winter war gar mit Köln und Leverkusen mehrmals Deutscher Meister. Nachdem Winter vom US-College zurückkehrte, spielte er in der Europaliga – gegen Aris Saloniki, Maccabi Tel Aviv und andere klangvolle Namen. Wie kam es also dazu, dass Buschmann und Winter ihre Schuhe für den ATV schnürten?

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So kennen wir ihn aus dem TV: Moderator Frank Buschmann. © picture alliance/dpa

Rolf Seeland, Michael Steckel und Rupert Joemann besuchten ihren Ex-Mitspieler Markus Krawinkel in München. Krawinkel arbeitete dort mit Buschmann und Winter zusammen beim Sender DSF. „Abends haben wir ein paar Bierchen getrunken, und dabei ist die Idee entstanden“, so Joemann.

Ein TV-Star im Team: Als Frank Buschmann mit dem ATV Haltern in die Oberliga aufstieg

"Buschi" in Action © ATV Haltern

Gesagt, getan. Buschmann verlegte sogar Dienstschichten, um für den ATV zu spielen. Nach dem entscheidenden Sieg zum Oberliga-Aufstieg fuhr er jedoch lieber zu seinen Eltern nach Hagen: „Sonst versacke ich noch und kann morgen nicht nach Hamburg fahren und ein Fußballspiel kommentieren“, sagte er damals zu seinen Mannschaftskollegen.

„Altersgemäßer Gesundheitssport“

Kann sich „Buschi“ selbst auch noch an die Zeit beim ATV erinnern?

„Ja klar“, sagt er auf Anfrage unserer Redaktion. „Natürlich erinnere ich mich noch an den Aufstieg, zu dem Manni Winter und ich ein wenig beitragen konnten. Der entscheidende letzte Pass kam von mir. Wie immer völlig mannschaftsdienlich.“

Zur Erklärung: Der ATV hatte im letzten Spiel gegen den UBC Münster wenige Sekunden vor Ende der Partie knapp zurückgelegen. ATV-Coach Toni Bevanda nahm eine Auszeit und gab Buschmann die Anweisung, den letzten Wurf zu machen. Doch weil er gedeckt wurde, entschloss sich Buschmann, den Ball an seinen besser postierten Mitspieler Howard Bent weiterzuleiten. Und der netzte ein. Das 74:72 für den ATV bedeutete: Aufstieg in die Oberliga. 100 mitgereiste Anhänger aus Haltern feierten den Erfolg überschwänglich.

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Frank Buschmann (2.v.r) mit seinen Teamkameraden. ATV-Vorsitzender Rupert Joemann (2.v.l.), Andreas Pieper (l.) und Lars Michalski (r.) sind ebenfalls im Bild. © ATV Haltern

Die Liebe zum Basketball ist bei Frank Buschmann geblieben, aber er selbst komme heute kaum noch dazu, auf Korbjagd zu gehen. „Das hat weniger mit meinem Beruf zu tun, meine Gelenke machen die Stop and Go Bewegungen nicht mehr mit“, so Buschmann. „Es bleibt beim Radfahren, Schwimmen und Fitnesstraining. Altersgemäßer Gesundheitssport eben.“

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