Drei, vier oder fünf? So viele Wechsel sind im Amateurfußball möglich

Fußball

In Testspielen ist in Sachen Spielerwechsel fast alles erlaubt. Am Wochenende startet der Kreispokal - dann müssen sich Trainer wieder genau überlegen, wann sie einen Spieler austauschen.

Recklinghausen

, 03.08.2021, 16:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Profis dürfen fünf Mal auswechseln. Und die Amateure? Westfalen legt sich auf vier Spielerwechsel fest.

Die Profis dürfen fünf Mal auswechseln. Und die Amateure? Westfalen legt sich auf vier Spielerwechsel fest. © picture alliance/dpa

Im Moment ist der Amateurfußball noch ganz einfach: Bei Testspielen ist in Sachen Spielerwechsel (fast) alles erlaubt. Sogar eine komplette Mannschaft kann ein Trainer in der Halbzeit austauschen. Und wenn nötig, dürfen sogar ausgewechselte Spieler auf den Rasen zurückkehren. Voraussetzung: Beide Mannschaften einigen sich und verständigen vor dem Anpfiff den Schiedsrichter.

Damit ist es am Wochenende vorbei, im Fußballkreis werden die ersten Pflichtspiele angepfiffen. 24 Mannschaften aus allen Kreisligen starten in die erste Runde des Krombacher-Kreispokals. Dabei hält sich der Fußballkreis an die Vorgaben des Verbandes.

Im Pokal und in der Liga sind vier Wechsel möglich

„In Testspielen ist alles offen, aber in Pflichtspielen gibt es vier Auswechselungen. Nicht mehr und nicht weniger“, sagt Andreas Mermann, Vorsitzender im Kreisfußballausschuss. Das gelte dann auch für den Punktspielbetrieb. Mit der Besonderheit, dass in den B- und C-Ligen ausgetauschte Spieler wieder zurück aufs Feld dürfen.

Den vierten Wechsel gibt es im Bereich des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) seit Juli 2019 bei allen Pflichtspielen im Amateurbereich - von der Regionalliga West abwärts bis zur Kreisliga C. Vorher durften bekanntlich nur drei Spieler ausgewechselt werden.

Die Profis haben einen Wechsel mehr

Manche fragen: Warum nur vier? In der Bundesliga sind doch fünf möglich. Im Zuge der Corona-Pandemie hat der Profifußball 2020 einen fünften Wechsel eingeführt, um das Verletzungsrisiko bei einem engen Terminkalender zu senken. In den Bundesligen dürfen daher fünf Spieler ausgewechselt werden – dafür gibt es drei Gelegenheiten und die Halbzeitpause.

So viele Spiele wie bei den Profis sollten bei den Amateuren nicht zusammenkommen. Schießen die Coronazahlen durch die Decke, wird der Sportbetrieb gestoppt. So war es zumindest bislang. Um die Saison werten zu können, hat der Verband seine 50-Prozent-Klausel in die Spielordnung eingebaut. So viele Spiele müssen in einer Klasse absolviert sein, um Auf- und Absteiger bestimmen zu können.

Dass man in der Frage der Spielerwechsel durchaus unterschiedlicher Ansicht sein könne, räumt Klaus Overwien, Staffelleiter in Bezirks- und Landesliga sowie Mitglied im Verbandsfußballausschuss, ein: „In Westfalen sind wir mit vier Wechseln bisher gut klargekommen.“ Auch in Pokalspielen übrigens: Der Verband wie auch der Fußballkreis Recklinghausen haben bekanntlich die Verlängerung abgeschafft, nach 90 Minuten geht es sofort ins Elfmeterschießen.

Niederrhein geht einen anderen Weg

Das sehen aber nicht alle so. Im Fußballverband Niederrhein will man den Klubs einen fünften Wechsel gestatten, die Spielordnung des WDFV soll entsprechend geändert werden. „Die Öffnung wird es geben“, sagt Manfred Schnieders, Westfalens Vizepräsident Fußball und Vorsitzender im WDFV-Fußballausschuss. Mit Blick auf Westfalen und die kommende Saison stellt Schnieders aber klar: „Wir werden das nicht nutzen.“ Hier bleibt es bei vier Wechseln.

Drei, vier oder fünf? Das ist eine Frage, die den Amateurfußball entzweit. Vier Spielerwechsel lassen neben Westfalen auch der württembergische, der südbadische, der südwestdeutsche und der süddeutsche Verband (gerade eingeführt) sowie der Mittelrhein zu. In Hessen, Thüringen, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern sind nur drei Wechsel gestattet, im Frauenfußball oder auf Kreisebene teilweise auch vier. Bayern und Berlin sind dagegen einen anderen Weg gegangen: Sie machen es wie die Profis und erlauben in der Saison 2021/22 den fünften Wechsel.

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