Außer Spesen nichts gewesen?

Fußball

Die Ständige Konferenz des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen (FLVW) hat zu dieser Saison eine Anpassung der Spesen der Schiedsrichter beschlossen. Die Referees bekommen künftig mehr Geld. Zahlen müssen das die Vereine.

HALTERN

von Von Robert Wojtasik und Niklas Berkel

, 09.08.2017, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Außer Spesen nichts gewesen?

Schiedsrichter Karim Bouharrou (M., RC Borken-Hoxfeld) leitete die Halbfinalspiele bei den Stadtmeisterschaften. In Zukunft erhält er in jedem Kreis die gleiche Bezahlung für die Leitung eines Spiels.

21 Euro bekam ein Schiedsrichter im Kreis Recklinghausen in der abgelaufenen Saison für ein Spiel in der Kreisliga A, 17 Euro für Spiele in den B- und C-Ligen. In der neuen Spielzeit erhalten Referees für Spiele in allen Kreisligen pauschal 22 Euro. Zur Saison 2018/19 erhöht sich die Pauschale noch mal auf 24 Euro pro Kreisliga-Spiel. Auch im Frauenfußball und im Juniorenbereich kassieren die Referees künftig mehr.

Beispielrechnung

Ein Beispiel: Ein Musterverein mit einem Team in der Kreisliga A und der Kreisliga C sowie jeweils einer Mannschaft in der A-, B- und C-Jugend kommt auf folgende Rechnung: Zahlte der Verein in der abgelaufenen Saison für die Seniorenteams 561 und für die Jugenden 276 Euro (insgesamt 837 Euro), steigen die Ausgaben in der kommenden Saison 2017/18 auf 616 Euro für die Senioren und 356 Euro für die Junioren (insgesamt 975 Euro). In der Spielzeit 2018/19 steigen dann durch die Angleichung die Ausgaben weiter: Auf 672 Euro für die Senioren und 416 Euro für die Jugenden (insgesamt 1088 Euro). Das macht insgesamt Mehrausgaben von 251 Euro.

„Wir werden das irgendwie stemmen müssen“, sagt Ulrich Klebolte, Vorstandsmitglied des ETuS Haltern. „Es wird ja ständig irgendetwas erhöht. Hauptsache, die Kleinen zahlen.“ Markus Gladhofer, Sportlicher Leiter beim B-Ligisten SV Bossendorf, sieht seinen Verein finanziell gewappnet. „Wir können das stemmen.“ In der Beitragsanpassung sieht er auch Chancen: „Wir sehen das positiv. Vielleicht aktiviert das ein paar Vereine, mehr für die Rekrutierung junger Schiris zu machen.“

"Ziel ist eine Vereinheitlichung"

Darum ging es dem FLVW laut Schiedsrichterlehrwart Oliver Topp jedoch gar nicht. „Ziel war eine Vereinheitlichung der Spesen. Es kann nicht sein, dass Schiris in manchen Kreisen mehr Geld für ein Kreisliga-Spiel bekommen, als woanders für ein Bezirksligaspiel. Die Bedenken der Vereine kann Topp nicht nachvollziehen: „Wenn ich bedenke, was in den A-Ligen teilweise schon für Spieler ausgegeben wird …“

Bislang haben die 29 Kreise im FLVW selbst entschieden, wie viel ihren Schiedsrichtern gezahlt werden muss. Oftmals tauschen die Kreise untereinander Schiedsrichter aus. „Und dann hat man ein Problem“, sagt der Recklinghäuser Kreisvorsitzende Hans-Otto Matthey, „wenn zum Beispiel in Gelsenkirchen 15 und in Recklinghausen 21 Euro für ein Spiel in der Kreisliga A gezahlt werden.“

Konferenz stimmte zu 

Deshalb habe der Verband einen Arbeitskreis eingerichtet, der sich des Themas angenommen und den Vorschlag zur Generalisierung der Bezüge in die Ständige Konferenz eingebracht hat. Die stimmte dann der Beitragsanpassung zu. Harald Woller, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses Recklinghausen, sieht die Anpassung ebenfalls kritisch. Allerdings aus einem anderen Grund: Wenn künftig A-Liga-Spiele und C-Liga-Spiele gleich vergütet werden, könnte es passieren, dass sich weniger Schiedsrichter zur Kreisliga-A-Prüfung melden, weil sie das gleiche Geld mit weniger Aufwand verdienen können.

„Das hoffen wir natürlich nicht, aber es kann passieren“, sagt Woller. Dabei sei es gerade so gut gelaufen in der Schiedsrichterausbildung im Kreis. 18 Schiris haben laut Woller in der abgelaufenen Saison die Bezirksliga-Prüfung gemacht. „Im Schnitt hatten wir 0,86 Fehler pro Mann. Darauf sind wir sehr stolz, weil wir sehen, dass sich die Arbeit, die wir uns gemacht haben, gelohnt hat.“

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