Bilbao-Konzept des TuS beschäftigt die Halterner Vereine

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Die Angst vor erneuten Konflikten zwischen dem TuS Haltern und den übrigen Fußballabteilungen der Halterner Vereine flammt aufgrund des Bilbao-Konzepts des TuS auf.

Haltern

, 17.05.2020, 06:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das neue Bilbao-Konzept des TuS Haltern sorgt für Gesprächsstoff. Gerade die heimischen Jugendvertreter haben Angst davor, dass alte Konflikte zwischen ihnen und dem TuS neu aufflammen. Der Stadtsportverband (SSV) hat eine Bitte.

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„Grundsätzlich ist es so, dass sich der SSV nicht in vereinsinterne Angelegenheiten einmischt“, sagt sein Vorsitzender Hans-Peter Klauke. Er wolle und könne Vereine nicht bevormunden oder sie in eine Richtung drängen. „Sie sollen schon ihr Ding machen.“ Nur ist es so, dass er sich mehr Transparenz vom TuS Haltern bezüglich des Bilbao-Konzepts gewünscht hätte.

(Noch) keinen Grund zur Sorge

„Das ist eine sensible Geschichte: Wir haben acht Vereine, die alle gut zusammenarbeiten. Aber weil der TuS so ambitioniert nach vorne geht, sorgt das für Unruhe in den anderen Vereinen“, so Klauke. Was er sich gewünscht hätte? „Es wäre gut gewesen, wenn wir vorab über die Pläne informiert gewesen wären. Wir hätten alle Vereine ins Boot dazu geholt und alles erläutert.“ Grund zur Sorge sieht der SSV-Vorsitzende zwar noch nicht. „Aber wir verfolgen das weiterhin, wenn es sein muss auch kritisch.“

Josef Teltrop, Vorsitzender des SV Lippramsdorf, hätte ebenfalls gerne gesehen, wenn die Vereine vorab kontaktiert worden wären. „Wir kennen das Konzept des TuS nicht im Detail. Wir wissen nur, dass der neue Chef-Trainer Timo Ostdorf auch sagte, dass sich der TuS bei den umliegenden Vereinen umschauen möchte. Das macht uns Sorge“, sagt Teltrop.

„Das Konzept, auf heimische Spieler zu setzen, ist nichts Neues. Das machen die anderen Halterner Vereine seit Jahren.“
Josef Teltrop, Vorsitzender SV Lippramsdorf

Kritisieren möchte er das neue Konzept des Regionalligisten nicht. „Letztendlich ist es so, dass man keinem Verein vorschreiben kann, welchen Weg er geht. Und das Konzept, auf heimische Spieler zu setzen, ist auch nichts Neues.“ Der LSV-Vorsitzende sagt, dass das nichts anderes sei, als das, was die anderen sieben Halterner Vereine in den vergangenen Jahren auch gemacht hätten.

Es sei aber nicht transparent genug, wohin der TuS jetzt möchte. „Wir haben Angst, dass das Tischtuch wieder so klein wird, wie vor einigen Jahren. Die Situation wie damals wollen wir nicht noch einmal, als teilweise halbe Mannschaften von ihren Heimatvereinen weggezogen wurden.“

Teltrop hat zudem Angst davor, dass sich der Lokalkonkurrent bei allen Vereinen die zwei, drei besten Spieler wegschnappt. Das ist zwar dann nicht die halbe Mannschaft, „aber ohne die brechen nicht nur wichtige Spieler für unsere Seniorenabteilungen weg, sondern die Gefahr ist auch groß, dass die schwächeren Spieler, die verbleiben, die Lust verlieren.“ Er kritisiert, dass „dadurch die ganze Jugendarbeit und das ganze Konzept zerstört werden könnte“. Das dürfe nicht vorkommen.

Leopold nimmt die Vereine selber in die Pflicht

Was diesen Punkt angeht, nimmt Hannes Leopold, Jugendtrainer bei der JSG Lippramsdorf/ETuS und Fachwart Juniorenfußball, die Vereine aber auch selber in die Pflicht. „Nur: Du, du, Du! funktioniert nicht. Die Vereine müssen auch tätig werden und den Kindern zeigen, warum sie da bleiben sollten.“

Auf der anderen Seite möchte Leopold den TuS aber auch daran erinnern, welchen Weg er bei Wechseln von Jugendlichen und Kindern zu gehen habe. „Einzelne Trainer haben sich in der Vergangenheit nicht an Absprachen gehalten. Die haben dann die Kinder direkt angesprochen. Der Weg geht aber nur über die Trainer und Eltern. Das muss der TuS seinen Trainern von oben klar diktieren.“

„Bei uns rumort es schon.“
Josef Teltrop

Das Konzept an sich findet der Fachwart Juniorenfußball aber „nicht schlecht“. Wichtig sei nur, dass es im Detail nun mit den anderen Vereine kommuniziert werde.

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Teltrop findet diesen Schritt bereits überfällig. „Ich merke, bei uns rumort es schon. Jugendtrainer fragen, was da jetzt passiere. Die brauchen Antworten“, so der LSV-Mann. Er sagt: „Wir haben mittlerweile kleine Lockerungen, was die Versammlungen betrifft. Es muss irgendwie sicherlich möglich sein, dass der TuS alle Vereine mal aufklärt.“ Für ihn sei die Frage entscheidend, wie die anderen Vereine beteiligt werden. „Nur so lösen sich die Sorgen in Luft auf.“

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