Bossendorfer Jugendtrainer trotzen der Corona-Pandemie mit Trainingsvideos

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Training ist seit dem 2. November nicht mehr erlaubt. Vor allem die Jugendspieler trifft das hart, sagt Bossendorfs Julian Müller. Das sei schon nach dem ersten Lockdown spürbar gewesen.

Hamm-Bossendorf

, 03.11.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit rund zweieinhalb Jahren sind Julian Müller, Nils Bülhoff, Matthias Frintrop und Marcel Hüser Trainer der Minikicker des SV Bossendorf. Der zweite Lockdown treffe vor allem die Kinder hart, sagt Julian Müller. Daher haben er und Marcel Hüser viel Zeit investiert, um den Kindern ein Stück Normalität und Freude zu geben - aber nicht nur ihren Spielern, sondern auch denen anderer Vereine.

Im Sommer, als der Spiel- und Trainingsbetrieb das erste Mal ruhte, hatten Müller und Hüser bereits die Idee, kleine Trainingsvideos für die Bossendorfer Minikicker zu produzieren. Die Idee dahinter: Die Kinder sollten nicht komplett aus ihrem bisherigen sozialen Umfeld gerissen werden. Außerdem soll der Kontakt zur Mannschaft ein wenig aufrechterhalten bleiben.

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„Wir als Verein sind ja nicht nur dafür da, denen Fußballspielen beizubringen“, erklärt Julian Müller. Vielmehr gehe es auch darum, das Miteinander zu stärken und den Kindern ein gutes Umfeld zu geben. „Für uns Erwachsene ist das ja schon schwer, seine Freunde nicht sehen zu können“, sagt er, „aber für die Kleinen ist das noch mal eine ganz andere Hausnummer“.

Viel positiver Zuspruch für die Idee der Bossendorfer Trainer

Das habe er auch nach dem Ende des ersten Lockdowns deutlich gespürt. „Als wir das erste Mal wieder trainiert haben, war es eine komische Stimmung“, erzählt er. „Das hat uns ein bisschen traurig gemacht.“ Er und seine Trainerkollegen hätten den jungen Spielern angemerkt, dass sie noch nicht so ganz wussten, wie sie mit der gesamten Situation umgehen sollen. Die Kinder seien sehr verhalten gewesen.

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2: Ballgefühl

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Um den Kindern etwas Normalität zu geben und ihnen eine Freude zu bereiten, haben die Trainer nun erneut ihre Trainingsvideos ausgepackt. Während des ersten Lockdowns wurden diese Videos nur innerhalb des Vereins verschickt. Diesmal haben sich die Bossendorfer jedoch entschieden, ihre Übungen auf Facebook und Instagram öffentlich zu machen.

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Damit wolle man nun mehr Kinder erreichen - eben auch die, die nicht beim SV Bossendorf spielen. „Das wird bisher von anderen Vereinen gut angenommen“, sagt Julian Müller. Der Verein habe bereits viel positiven Zuspruch erhalten. Nach dem ersten Lockdown seien schon viele Eltern auf das Trainerteam zugekommen, um sich zu bedanken.

Bossendorfs Julian Müller: „Vieles hat beim ersten Mal nicht geklappt“

„Es ist schön, dass das auch von den Eltern wertgeschätzt wird“, sagt er. Denn hinter den kurzen Videos steckt eine Menge Arbeit und Zeit. Aufgrund ihrer Jobs hatten die Trainer nicht immer viel Zeit, die Videos aufzunehmen, zu schneiden und Musik zu hinterlegen. „Das waren etwa 12 Gigabyte Videomaterial“, so Müller, der sich an Wochenenden um die Bearbeitung gekümmert hatte.

Die großen Datenmengen entstanden unter anderem, „weil vieles ja auch nicht beim ersten Mal geklappt hat“, erzählt er und lacht. „Wir haben viele Outtakes.“ Das sei aber gut gewesen, denn „uns war es wichtig, die Videos auch ein bisschen freundlich zu gestalten“.

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1: Treffsicherheit trainieren

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Gedreht wurden die Aufnahmen im Garten von Marcel Hüser. Die ersten Videos entstanden bereits nach Ostern. Nach der positiven Resonanz vieler Eltern wurden noch mal weitere Übungen aufgenommen. In den ersten Videos ging es unter anderem um die Treffsicherheit. Dafür haben die beiden Trainer ein paar Flaschen in ein Tor gestellt und versucht, diese umzuschießen.

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