Brüder-Paar mischt die Stadtmeisterschaft auf – Underdog schlägt den klaren Favoriten

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Bei der Darts-Stadtmeisterschaft in Haltern gewann ein Nicht-Vereinsspieler überraschend den Titel. „Das war eine Sensation“, sagte Andreas Jünemann, Vorsitzender von Rien ne va Plus.

von Niklas Berkel

Haltern

, 18.02.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Knapp 30 Vereinsspieler standen an den Scheiben. Die anderen der 47 Teilnehmer waren „Kellerkinder“. So nennen Andreas Jünemann, der Vorsitzende des Halterner Darts-Vereins Rien ne va Plus (RNVP), und seine Vereinskollegen Spieler, die nicht im Verein spielen. „Das sind Spieler, die unten im Keller üben“, sagt er. Umso überraschender war es, dass ausgerechnet ein „Kellerkind“ die Stadtmeisterschaft gewann.

Von links nach rechts: der Zweitplatzierte Hendrik Schmitz-Linneweber, Andres Jünemann (Vorsitzender von Rien ne va Plus), der Überraschungssieger Justin Wergen, und der Drittplatzierte Thomas Mangen.

Von links nach rechts: der Zweitplatzierte Hendrik Schmitz-Linneweber, Andres Jünemann (Vorsitzender von Rien ne va Plus), der Überraschungssieger Justin Wergen, und der Drittplatzierte Thomas Mangen. © Privat

Justin Wergen, Spieler der A-Jugend des ETuS Haltern, besiegte im Finale völlig überraschend Hendrik Schmitz-Linneweber. Linneweber spielt sowohl für RNVP als auch für den zweiten Halterner Darts-Verein, die Meisterjäger. „Er ging als klarer Favorit in das Finale“, sagt Jünemann. „Aber Justin Wergen hat gut gespielt.“ Mit 5:2 bezwang er den Favoriten und ließ sich am Ende feiern.

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Dabei wäre Justin Wergen beinahe bereits im Achtelfinale rausgeflogen. Das war sein knappster Sieg am Tag der Stadtmeisterschaft. Mit lediglich 3:2 gewann er und zog ins Viertelfinale ein. Sein Gegner? Sein Bruder Dominik Wergen, der erst vor wenigen Wochen seine Karriere als Fußballer beim ETuS Haltern beendet hatte. „Hätte es Justin Wergen nicht ins Finale geschafft, wäre wohl sein Bruder Dominik ins Finale eingezogen“, sagt Jünemann. Auch Dominik spielt nicht im Verein Darts, doch beide warfen starke Pfeile.

Der Favorit fehlte grippekrank

Das Niveau der Stadtmeisterschaft war gut, jedoch nicht so stark wie in den letzten Jahren. „Die Sieger der vergangenen Jahre waren alle nicht da. Der haushohe Favorit, der angemeldet war, musste wegen Grippe dann auch noch kurzfristig absagen“, erklärt der Vorsitzende. Gemeint war Ingo Keller, der nicht dabei war. Den zweiten großen Favoriten, Stefan Sossna, warf Dominik Wergen dann im Sechszehntelfinale raus, bevor er eine Runde später an seinem Bruder scheiterte.

Gespielt wurde im Modus „501 double-out“. Die Spieler versuchen dabei die 501 Punkte so schnell wie möglich auf null zu spielen. Das Spiel kann nur per abschließendem Wurf auf ein Doppelfeld, die außen an der Dartscheibe sind, beendet werden. Die 47 Teilnehmer teilten sich auf sieben Sechsergruppen und eine Fünfergruppe auf. In der Vorrunde wurde „best-of-three“ gespielt. Das bedeutet, um zu gewinnen, musste ein Spieler zweimal die 501 auf null runterspielen. Die besten vier jeder Gruppe kamen ins Sechszehntelfinale. Von da an ging es nach dem K.O.-Modus. Ab dem Achtelfinale steigerte sich die Zahl der Gewinnsätze pro weitere Runde.

Mit dem abschließenden Wurf auf die Doppel-Zehn (unten rechts an der Scheibe) beendet dieser Spieler ein Leg.

Mit dem abschließenden Wurf auf die Doppel-Zehn (unten rechts an der Scheibe) beendet dieser Spieler ein Leg. © Manfred_Rimkus

Den dritten Platz belegte Thomas Mangen. Er bezwang Jörg Pieper im kleinen Finale. Lara Jürges gewann als jüngste Teilnehmerin und einzige Jugendspielerin einen Pokal, ebenso wie Justin Wergen auch einen zweiten Pokal überreicht bekam. Er wurde als bester „Rookie“ ausgezeichnet. Bedanken wollte sich Jünemann außerdem beim Vierten Jörg Pieper: „Er war für die Organisation und die Turnierleitung verantwortlich und hat das super gemacht.“

Lara Jürgens (l.) wurde von Andreas Jünemann (r.) als beste Jugendspielerin ausgezeichnet.

Lara Jürgens (l.) wurde von Andreas Jünemann (r.) als beste Jugendspielerin ausgezeichnet. © Privat

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