Der SSV widerspricht Brinkert-Aussagen zum Halterner Sport aufs Schärfste

rnSport in Haltern

Marketing-Experte Raphael Brinkert hatte sich zuletzt zur Gesamtsituation des Halterner Sports geäußert. Einige Aussagen will der Stadtsportverband aber nicht unkommentiert stehen lassen.

Haltern

, 20.11.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es ist eigentlich nicht üblich, dass der Stadtsportverband sich zu solchen Sachen äußert“, sagt Hans-Peter Klauke, Vorsitzender des Stadtsportverbandes Haltern am See (SSV). In einem Brief hat er dennoch jetzt im Namen des SSV Stellung zu den Aussagen von Marketing-Experte Raphael Brinkert im Zusammenhang mit der allgemeinen Entwicklung des Sports in Haltern bezogen.

„Die Aussagen von Herrn Brinkert empfindet der Stadtsportverband als Kritik an den Sportvereinen, dem SSV, der Verwaltung und Politik“, heißt es in dem Schreiben von Klauke. Brinkert hatte in der Serie „Smalltalk“ unter anderem über die Halterner Vereine gesagt, „ein Konkurrenzdenken ist Schwachsinn, völlig veraltet“. Mehrere Vereine hätten sich daraufhin bei Klauke gemeldet, berichtet der Stadtsportverbandsvorsitzende.

Jetzt lesen

Der SSV widerspricht Brinkerts Aussage. Ein großes Konkurrenzdenken gebe es nicht, die Vereine würden vielmehr spartenübergreifend gut zusammenarbeiten. Darüber hinaus bestreitet der Verbandsvorsitzende, dass „eine Gesamtstrategie benötigt wird, um den Sport auf ein höheres Level zu bringen“. Eine solche Strategie hatte Brinkert empfohlen.

Der SSV will keine „künstlich vorangetriebenen“ Fusionen von Vereinen

Auch das Thema Fusionen von Vereinen hatte der gebürtige Halterner und aktuelle Leiter Marketing beim TuS Haltern am See angesprochen: „Vielleicht machen im Sinne der Nachhaltigkeit auch Fusionen von Sportvereinen Sinn.“ Im Jugendbereich, in dem bereits vermehrt Spielgemeinschaften gebildet würden, sei eine solche Entwicklung bereits zu erkennen.

„Wir finden nicht, dass Fusionen von Sportvereinen sinnvoll sind, wenn sie künstlich vorangetrieben werden“, so Hans-Peter Klauke. Dort, wo es notwendig ist, würden seit eh und je erfolgreich Spielgemeinschaften gebildet werden.

70 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind in einem Sportverein

Auch äußert der SSV-Vorsitzende Kritik an Brinkerts Aussage, „jeder Dorfverein“ kriege eine Infrastruktur oder Fördergelder im Wert von mehreren hunderttausend Euro. „Wir finden nicht, dass es keinen Sinn macht, die Sportanlagen in den Außenbereichen der Stadt zu fördern“, schreibt Klauke. Die jüngsten Maßnahmen in Lippramsdorf und Lavesum würden das Gegenteil beweisen.

„Zusammenfassend entwirft Herr Brinkert ein äußerst schlechtes Bild des Halterner Sports und wirft somit den Verantwortlichen aus den oben genannten Bereichen (Sportvereine, SSV, Verwaltung und Politik; Anm. d. Red.) wenig Kompetenz und Weitsichtigkeit vor“, heißt es weiter.

Jetzt lesen

Die Sportlandschaft in Haltern sei landesweit einzigartig. „Wir kennen keine Kommune, in der 40 Prozent der Bevölkerung in Sportvereinen organisiert sind.“ Bei Kindern und Jugendlichen liege die Quote sogar bei 70 Prozent. „Auch das Sportangebot in Haltern am See ist ausgesprochen vielschichtig und einzigartig.“ Eine solche Bandbreite wie in Haltern gebe es in kaum einer anderen Gemeinde.

„Brauchen wir da Hilfestellung aus Hamburg?“

„Das bedeutet aber auch: Wir sind eindeutig eine Breitensport-Gemeinde“, betont Klauke. Dementsprechend würden der Stadtsportverband und die Stadt Haltern auch für die Förderung aller sportlichen Bereiche und Anlagen, „gerade und im Besonderen auch in den Dörfern von Haltern am See“ stehen.

Durch die Förderung der Außensportanlagen werde Kindern und Jugendlichen die beste Möglichkeit gegeben, kurze Wege zu Sportstätten zu haben. „Und dass wir immer die ganze Bandbreite des Halterner Sports im Blick haben, zeigen einmal mehr die jüngsten Förderzusagen aus dem Förderprogramm ‚Moderne Sportstätten 2022‘ für die unterschiedlichsten Vereine und Sportarten, die der Stadtsportverband auf den Weg gebracht hat“, erklärt Klauke im Namen des SSV weiter.

Haltern habe sehr gute Verhältnisse „in unserer schönen und sportbegeisterten Stadt“, schreibt er zum Schluss. Und fragt ein wenig provokant: „Brauchen wir da Hilfestellung aus Hamburg?“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt