Der zweite Sport-Lockdown: Was diesmal im Fußball anders ist - und was nicht

rnAnalyse

Schon am letzten Oktober-Wochenende wurde wieder nicht mehr gespielt, nun hat der zweite Lockdown begonnen. Im Amateurfußball sind diesmal einige Dinge anders als im Frühjahr - aber nicht alle.

Westfalen

, 04.11.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der zweite Lockdown, der auch jeglichen Kontaktsport verbietet, hatte sich zuletzt schon länger angedeutet. Am 2. November war es dann soweit: Seitdem ruhen so gut wie alle Sportarten, Fitnessstudios und die Gastronomie haben erneut geschlossen. Im Amateurfußball gibt es diesmal aber einige Unterschiede zum ersten Lockdown.

Die allgemeine Stimmung hat sich weitestgehend verändert

Als im März erstmals der komplette Spiel- und Trainingsbetrieb eingestellt werden musste, gab es viele Sportler, die das nicht ganz nachvollziehen konnten. Die Corona-Pandemie war da noch ganz am Anfang in Deutschland.

Nun ist die Lage eine andere: Viele Spieler, Trainer und Vereinsverantwortliche hatten schon seit Wochen gefordert, zumindest den Spielbetrieb wieder einzustellen. Viele von ihnen bedauern es zwar, dass sie ihrem Hobby nun erst mal nicht mehr nachgehen können, doch ein Großteil hat Verständnis, einige sind gar erleichtert.

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Die meisten sind sich auch einig, dass nicht das Fußballspielen selbst eine große Gefahr darstellt, sondern das Drumherum. So gut auch in den Vereinen auf die Einhaltung der Hygiene-Konzepte geachtet wurde, letztendlich mussten trotzdem mehrere Spieler in einer Kabine sitzen oder gemeinsam zu einem Auswärtsspiel fahren.

Viele haben sich zudem Sorgen um ihren Arbeitsplatz oder den ihrer Teamkollegen gemacht. Denn selbst wenn eine Infektion auf dem Sportplatz unwahrscheinlich ist, ein Spieler, der sich an anderer Stelle unwissentlich angesteckt hat und dann noch gespielt hat, reichte zuletzt aus, um zwei Teams in Quarantäne zu schicken - etwas, das nicht jeder Arbeitgeber lange mitmachen kann oder will.

Viele Spielertransfers sind diesmal deutlich unwahrscheinlicher

Der erste Lockdown kam im Frühjahr in einer Phase, in der viele Vereine - auch wenn das Ende der Rückrunde noch ein gutes Stück entfernt war - schon mit der Planung für die kommende Saison begonnen hatten.

Während der Spielbetrieb ruhte, nutzten viele Sportliche Leiter oder Trainer die freie Zeit, um an ihrem zukünftigen Kader zu basteln. Vor allem in größeren Städten wie Dortmund sorgte das für viel Bewegung auf dem Transfermarkt.

In anderen Städten wie beispielsweise Haltern blieb es eher ruhig, was unter anderem aber auch an der Zurückhaltung des TuS Haltern am See, der seit dem Sommer vor allem auf Eigengewächse setzt, lag.

Diesmal gibt es jedoch mehrere Faktoren, die dafür sprechen, dass es nicht erneut so viele Spielertransfers geben wird. Zum einen ist der Zeitpunkt ein völlig anderer. Im Winter werden die Kader generell weniger verändert. Oft bleibt es bei wenigen Wechseln, um den Kader noch mal für die anvisierten Ziele zu verstärken oder ihn zu verkleinern.

Außerdem herrscht eine andere Ausgangslage als im Frühjahr. Da war vielen - trotz anfänglicher Skepsis - schnell klar, dass die Saison nicht mehr weitergehen wird. Diesmal ist das anders. Die Saison muss weitergehen und sie wird es auch. Das machte Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) zuletzt in einem Interview deutlich.

Doch je unsicherer die Lage ist und je länger niemand weiß, wann der Ligaspielbetrieb wieder fortgesetzt werden kann, desto verhaltener werden viele auf dem Transfermarkt agieren. Ausnahmen wird es jedoch immer geben.

Der FLVW agiert zwar weiterhin unglücklich, ist aber besser vorbereitet

Während andere Sportverbände den Spielbetrieb längst unterbrochen hatten, zierte sich der FLVW lange Zeit. Selbst als die neuen Corona-Maßnahmen inklusive Lockdown am 28. Oktober verkündet wurden, schien es erst so, als würde der Verband noch am folgenden Wochenende spielen wollen.

Erst am Abend wurde dann bekannt gegeben, dass der Spielbetrieb ab dem 29. Oktober ruht. Die späte Entscheidung sorgte bei vielen für Unverständnis - genauso wie das lange Hin und Her, als es um den Abbruch der Saison 2019/20 ging.

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Daraus haben die Verantwortlichen aber auch gelernt. Die Spielordnung wurde nach der abgebrochenen Saison angepasst. So wurde festgelegt, dass eine Saison schon gewertet werden kann, wenn zumindest 50 Prozent der Spiele durchgeführt wurden. Dann werde die Quotientenregelung angewendet.

Liegt eine Staffel unter diesen 50 Prozent wird die Saison nicht gewertet. Schon jetzt ist es kaum vorstellbar, dass in allen Ligen noch die komplette Saison gespielt werden kann. Umso wichtiger ist es, dass der FLVW diesmal für einen solchen Fall vorgesorgt hat und darauf vorbereitet ist.

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