Drei Halternerinnen steigen mit PSV Recklinghausen in die 3. Liga auf

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Die Halternerinnen Viola Klüsener, Lina Hovenjürgen und Marie Peters sind mit der PSV Recklinghausen in die 3. Liga aufgestiegen. Doch nicht alle werden dort in der kommenden Saison spielen.

Haltern/Recklinghausen

, 26.04.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Durch den Corona-bedingten Saisonabbruch gab es beim HSC Haltern-Sythen mehrmals Grund zur Freude. Denn während die zweiten Herrenmannschaft den Aufstieg in die Landesliga feiern konnte, bedeutete der Saisonabbruch auch den Klassenerhalt für die erste Damenmannschaft. Die Freude war auch bei drei ehemaligen Spielerinnen groß - denn sie sind sogar in die 3. Liga aufgestiegen.

18 Spiele, 16 Siege und nur zwei Niederlagen. Die Statistik der PSV Recklinghausen liest sich wie die eines souveränen Tabellenführers. Durch die Entscheidung, die Handball-Saison abzubrechen, steht nun fest, dass die Damen der PSV auch nicht mehr von Platz eins vertrieben werden können.

Trainer fuhren bis nach Dortmund, um Aufstiegs-Shirts zu verteilen

Mittendrin: Die ehemaligen HSC-Spielerinnen Viola Klüsener (21), Lina Hovenjürgen (20) und Marie Peters (19). Die Nachricht, dass ihr Aufstieg in die 3. Liga nun feststeht, erhielten die drei - so wie ihre Teamkolleginnen - per Whatsapp. Dass der Aufstieg nicht auf dem Spielfeld gefeiert werden konnte, sei „irgendwie traurig“, gibt Viola Klüsener zu. „Ich fand es irgendwie schon ein bisschen komisch“, sagt auch Marie Peters.

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Dennoch war die Freude groß. „So langsam würde ich aber eigentlich gerne mit den anderen feiern“, sagt Lina Hovenjürgen. Bislang hat die Mannschaft nur online in einer Skype-Konferenz auf die Meisterschaft angestoßen. Aber immerhin die Aufstiegs-Shirts, die bei einem solchen Ereignis nie fehlen dürfen, hat jede Spielerin schon bekommen. Dafür seien ihre drei Trainer extra zu allen nach Hause gefahren, teilweise sogar nach Lünen oder Dortmund, erzählt Viola Klüsener.

Dass sie in der kommenden Saison wieder in der 3. Liga antreten, habe sie sofort realisiert, sagt Lina Hovenjürgen. Schon in den vergangenen Wochen habe sie immer wieder die Frage, ob sie nun aufsteigen dürfen oder nicht, beschäftigt. Die ehemaligen HSC-Spielerinnen erwartet nun ab der kommenden Saison noch mal ein ganz anderer Handball. „Das ist ein großer Unterschied“, erklärt Klüsener, die schon für die PSV in der 3. Liga gespielt hat.

Viola Klüsener spielte bis 2014 beim HSC Haltern-Sythen, ehe sie zur PSV Recklinghausen wechselte.

Viola Klüsener spielte bis 2014 beim HSC Haltern-Sythen, ehe sie zur PSV Recklinghausen wechselte. © Olaf Krimpmann

Dort werde noch mal aggressiver als in der Oberliga gespielt. Zudem wird sich das Team auf einen neuen Trainer einstellen müssen, da Dominik Schlechter Recklinghausen in Richtung 2. Liga und Wuppertal verlässt. Die Mannschaft wird aber größtenteils zusammen bleiben. Marie Peters verlässt das Team allerdings. Sie beendet ihre noch junge Karriere. „Es hat mir einfach keinen Spaß mehr gemacht“, sagt die 19-Jährige.

„Wir haben als Team zusammengespielt“

Allein in der vergangenen Saison sei sie drei Mal verletzt ausgefallen. Unter anderem machten ihr eine Verletzung am kleinen Finger und ein Muskelfaserriss zu schaffen. Somit verabschiedet sie sich mit dem Meistertitel und dem Aufstieg aus Recklinghausen. Besonders in Erinnerung bleibt ihr das Rückspiel der nun beendeten Saison gegen Verfolger ASC Dortmund. Das gewann die PSV mit 31:26.

Marie Peters spielte seit 2015 für die PSV Recklinghausen.

Marie Peters spielte seit 2015 für die PSV Recklinghausen. Jetzt hört sie mit dem Handballspielen auf. © Olaf Krimpmann

Mit dem Sieg kletterte das Team um die drei Halternerinnen erstmals auf Platz eins der Tabelle. „Die Halle war ziemlich voll, das war ein Gänsehautmoment“, erinnert sich Hovenjürgen, die - genauso wie ihre Mitspielerinnen - das Spiel gegen den ASC als Highlight der Saison bezeichnet.

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In der vergangenen Saison hatte die PSV den Wiederaufstieg nach dem Abstieg in die Oberliga noch verpasst. Diesmal sei der Zusammenhalt in der Mannschaft noch mal deutlich stärker gewesen, erklärt Klüsener. „Wir haben als Team zusammengespielt.“ Zudem habe ihre Mannschaft es in dieser Spielzeit auch endlich geschafft, die wichtigen Partien - wie eben das Duell mit Dortmund - zu gewinnen.

Selbst die Auswärtsspiele bei Teams, die ohne Harz spielen, seien diesmal erfolgreicher gestaltet worden als in der Vergangenheit. „Ohne Harz haben wir früher nicht gewonnen“, so Klüsener. „Ohne Harz habe ich immer so meine Probleme“, sagt auch Lina Hovenjürgen. Damit sei sie im Team nicht alleine. Doch auch das Problem konnte in dieser Saison dann gelöst werden. Am Ende wurden die drei mit der Meisterschaft und dem Aufstieg in die 3. Liga belohnt.

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