ETuS-Haltern-Legenden erinnern sich an die alte Zeit

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Zwei ehemalige Spieler des ETuS Haltern schwelgen in Erinnerungen. Als klassischer Zehner und klassischer Neuner gehörten sie mit zu den Besten der damaligen Kreisliga A.

Haltern

, 23.05.2020, 06:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie waren über Jahre hinweg das Gesicht des ETuS Haltern. Begnadete Fußballer, die so manchen Gegner in der Kreisliga A schwindelig gespielt haben. Zum Aufstieg hat es trotz vieler ihrer Tore und Vorlagen nie gereicht. Dafür stand eines im Mittelpunkt: die Kameradschaft.

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Marco de Cicco und Rudi Ferraro prägten lange das Bild des ETuS in der Öffentlichkeit. Schon allein durch ihre auffallenden Namen waren sie jedem Gegenspieler in der Kreisliga A ein Begriff. Doch nicht nur die machten sie mit zu den besten Spielern der Liga. Als Vorbereiter (Ferraro) und Torjäger (de Cicco) sorgten sie für den einen oder anderen Kantersieg, für die eine oder andere schöne Kombination mit Abschluss.

Der klassischer Zehner und der klassische Neuner

„Zwischen uns passte es einfach immer. Auf und neben dem Platz“, erzählt de Cicco. „Rudi wusste immer, wohin ich laufe.“ Als klassischer Zehner war Ferrao damals die Schaltzentrale der Eisenbahner auf dem Platz. „Wie er gespielt hat, das war ein Traum“, so de Cicco.

Dabei war die Aufteilung immer klar: Ferraro hat für die schönen Pässe gesorgt, und de Cicco als klassischer Neuner für die Tore. Nun ja, zusammen mit Jan Stiller. „Er war auch immer dran beteiligt“, sagt Ferraro. „Zwischen uns lief das immer einigermaßen perfekt“, so der ehemalige Vorbereiter. „In einer Saison haben wir, glaub ich, 50 Tore geschossen. 49 waren von Jan und mir“, sagt de Cicco lachend. Halb im Scherz, aber auch nah an der Wahrheit.

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Ferraro, Stiller und de Cicco haben für den Großteil der Tore des ETuS gesorgt. Sicherlich hatten sie das Potenzial, höher mit dem ETuS zu spielen. Aber warum hat es nie zum Aufstieg in die Kreisliga A gereicht?

Auch mal um die Häuser ziehen

„Es hätte reichen können“, so de Cicco. „Aber uns war immer der Spaß wichtiger.“ Statt sich auf ein Spiel vorzubereiten, ging es Samstagabends auch schon mal um die Häuser. „Wir hatten eine richtig tolle Kameradschaft“, sagen beide. „Das Drumherum war einfach perfekt, deswegen war der Aufstieg nie ein Thema“, ergänzt Ferraro. Und de Cicco gesteht: „Wir haben einfach gespielt und wollten die Zeit genießen.“

Rudi Ferraro war für die Vorlagen zuständig.

Rudi Ferraro war für die Vorlagen zuständig. © Archiv

Der ehemalige Stürmer sagt sogar, ein Aufstieg wäre für das Team kontraproduktiv gewesen. „Das hätte wahrscheinlich die Mannschaft ein wenig auseinander gerissen.“ Dem Team war es immer wichtiger, zusammen zu bleiben, Dinge zu unternehmen. „Auf jedem Volksfest, bei jeder Party sind wir zusammen hingegangen. Nach den Spielen blieben wir immer lange sitzen zusammen mit unseren Frauen und Kindern. So in der Form gibt es das heute nicht mehr“, schwelgt de Cicco in Erinnerungen.

Marco de Cicco war für die nötigen Tore zuständig.

Marco de Cicco war für die nötigen Tore zuständig. © Archiv

Probiert haben es die beiden Freunde mal, höherklassig zu spielen. „Wir sind dann zu viert vom ETuS zum TuS gewechselt“, so de Cicco. Lange haben sie es aber nicht ausgehalten. Für den heute 44-jährigen Torjäger ging es bereits nach einem Jahr zurück. Nur wenige Monate später folgte sein Kompagnon.

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„Beim TuS war das auch eine schöne Zeit“, so Ferraro. Aber? „Diese Kameradschaft, dieser Zusammenhalt, das gab es dann doch nur beim ETuS.“

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