Farin Megger hatte mit ähnlichem Problem wie Hamilton und Co. zu kämpfen

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In Belleben lieferte Kartfahrer Farin Megger eine starke Performance, obwohl ihm ein Teil seines Karts am Ende Probleme bereitete. Schon in wenigen Tagen startet Megger wieder - bei der EM.

Haltern

, 05.08.2020, 16:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Nach rund drei Monaten Corona-Lockdown hatte im Juli das Warten für die deutschen „Rotax Max“-Kartsportler endlich ein Ende. Im „Motodrom Belleben“ starteten die deutschen Serien mit dem ersten Lauf der „RMC Clubsport Meisterschaft“. Mit dabei war auch der Halterner Farin Megger, der in der professionellen Wertung „National“ trotz vieler Hindernisse eine starke Platzierung für sein Team erkämpfte.

Am Ende landete Megger auf Rang zwei. In dem 17 Fahrer umfassenden Starterfeld der Junioren war Valentin Kluss (RS Competition) an diesem Wochenende nicht zu schlagen. Er holte sich beide Laufsiege und gewann damit vor dem ehemaligen RMC-Grand-Final-Champion Megger die Tageswertung.

Farin Megger und Valentin Kluss liefern sich spannende Duelle

Zusammen mit dem Team „Kartschmie.de“ reiste Megger schon freitags an, denn man wollte genügend Zeit für die Vorbereitungen haben. Dazu gehörte vor allem das „Einfahren“ des komplett neu revidierten Rennmotors. „Kein Vollgas und immer nur auf die Drehzahl achten, macht nicht so richtig viel Spaß“, erklärt Megger. Doch danach war das passende Setup für die 980 Meter lange Rennstrecke schnell gefunden und Megger freute sich auf den letzten Trainingstag am Samstag.

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„Da wollte ich zeigen, was ich im Winter alles gelernt habe“, sagt er. Doch schon am Samstagmorgen brannte die Sonne unbarmherzig und lies das Thermometer auf fast 30 Grad klettern. Megger steckte die Hitze gut weg und lieferte sich in den Trainings mit zwei Konkurrenten einen erbitterten Dreikampf um die Spitze. Damit waren die Top Drei gesetzt und im vorgeschalteten Warm-Up am frühen Sonntagmorgen zeigte sich einmal mehr die hohe Leistungsdichte in der Juniorklasse. Megger konnte sich mit gerade einmal 1/10 Sekunde Rückstand auf den Führenden nur auf Platz drei positionieren.

Bei deutlich über 25 Grad wurde danach im „Qualifying“ die Startaufstellung heraus gefahren. Am Ende musste sich Megger mit Platz zwei zufrieden geben, was im Rennen den Start auf der verhassten Außenbahn bedeutete. Dort gehen wegen des speziellen Streckenlayouts - direkt nach der Start-Ziel-Linie folgt eine 180-Grad-Kehre - immer einige Plätze verloren.

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Zur Mittagszeit folgte der Start des ersten Wertungslaufs, bei dem Megger den Schaden in Grenzen hielt und nur um zwei Plätze zurückfiel. Danach stieg er wieder voll aufs Gas und holte sich schon in der nächsten Kurve seine Position zurück. Jetzt zeigte er sein komplettes Repertoire, blieb cool und distanzierte zunächst einmal die direkten Verfolger, bevor er sich vehement an die Aufholjagd des inzwischen enteilten führenden Kluss machte.

„Natürlich bin ich etwas enttäuscht, dass es nicht geklappt hat

Kurz vor Rennende hatte er sich den Gegner passend „zurecht gelegt“ und mit einem überraschenden Manöver gelang ihm auch der entscheidende Überholvorgang. Doch die Freude über Platz eins währte nur kurz, seine Reifen hatten nach der Aufholjagd zu stark gelitten und so konnte sich Kluss kurz vor dem Fallen der Zielflagge doch noch den Sieg holen.

Ähnlich erging es am vergangenen Wochenende auch den Formel 1-Fahrern Lewis Hamilton, Valtteri Bottas oder Carlos Sainz beim Rennen in Silverstone. Sie alle hatten am Ende des Rennens mit Reifenproblemen zu kämpfen. Hamilton schleppte sich sogar mit nur noch drei intakten Reifen gerade noch als Erster über die Ziellinie.

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Erneut von Platz zwei startete Megger am Nachmittag wieder auf der Außenbahn in den zweiten und letzten Wertungslauf des Wochenendes. Nach einem sehr guten Start schaffte er es diesmal, schnell an das Hinterrad des erneut führenden Kluss zu kommen und jagte gemeinsam mit ihm dem Verfolgerfeld davon. Er wollte den Gegner unter möglichst hohem Druck halten, um so von einem eventuellen Fehler zu profitieren oder sich gegen Rennende den Sieg durch einen finalen Angriff zu holen.

Diese Taktik ging auch zunächst auf, denn beide waren nach wenigen Runden dem Feld schon um mehr als 10 Sekunden enteilt. Doch gegen Rennende zeigte sich eine neue Situation. Der Gegner hatte bis dahin zwar „mitgespielt“, aber noch ein paar Reserven vorgehalten. So sehr Megger auch pushte, konnte Kluss immer wieder die entscheidenden Bruchteile eher einlenken oder später bremsen und lies damit keine echte Chance zum Überholen zu. So überquerte Megger auch diesmal die Ziellinie nur auf Platz zwei. „Natürlich bin ich etwas enttäuscht, dass es nicht geklappt hat. Aber mit Platz zwei in der Tageswertung und 40 Punkten für die Meisterschaft bin ich auch zufrieden“, sagte Farin Megger später.

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Bereits am kommenden Wochenende will sich Megger beim Start der Europameisterschaft im belgischen Genk auf internationaler Ebene erneut beweisen.

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