Heinz Mohnitz - der Handballer mit dem Schläger

Das Sportporträt

Als Schornsteinfegermeister ist Heinz Mohnitz in Haltern stadtbekannt. Aber der rüstige 72-Jährige ist auch sportlich äußerst aktiv. Als Mannschaftsbetreuer hat er viele Jahre lang die Sythener Handballer begleitet und nach seinem Wechsel zum Tischtennis will er sich in diesem Sommer mit den besten Senioren der Welt messen.

SYTHEN

von Von Horst Lehr

, 10.02.2016, 17:07 Uhr / Lesedauer: 3 min

Als Mohnitz 1980 in Sythen ein Haus baute, wollte er sich natürlich auch mit der Gemeinde vertraut machen. Er trat der Handballabteilung des TuS Sythen bei und merkte schon nach wenigen Spielen, was da heranwächst. Fortan stellte er sich als Betreuer zur Verfügung und erlebte den Zusammenschluss der Handballer des TuS Sythen und des TuS Haltern zur HSG 77 Haltern-Sythen hautnah mit.

Der Magier stand Pate

Pate an der Wiege des neu gegründeten Vereins stand kein geringerer als der damalige Bundestrainer Vlado Stenzel. Er kam nicht nur mit Stars wie Jo Deckarm, Erhard Wunderlich oder Arno Ehret zu einem Vorbereitungsspiel gegen Algerien nach Haltern, sondern trainierte in der Saison 77/78 auch die Oberliga-Mannschaft der HSG. Den Abstieg konnte allerdings auch der „Magier“ nicht verhindern.

Heinz Mohnitz, der von allen nur „Heinemann“ genannt wurde, kümmerte sich in diesen Jahren aufopferungsvoll um die Trainingsbegleitung und half gerne bei der Organisation von Trainingslagern etwa in der Polizeischule in Münster. Damals waren bei den Heimspielen regelmäßig 400 bis 600 Zuschauer in der Halle, es gab nummerierte Sitzplätze, und sogar Dauerkarten.

Zur Uni und zurück

Eine von Mohnitz „Spezialaufgaben“ waren Fahrten nach Münster. Er brachte die Studenten aus der Halterner Mannschaft zur Uni und holte sie auch wieder ab. Highlights in dieser Zeit waren für ihn die Zusammenkünfte nach den Spielen, die Aufstiegsfeierlichkeiten, und natürlich das Kricketspiel mit der Mannschaft im eigenen Garten. Mohnitz war fest in die Mannschaft integriert. Das zeigte sich auch, als er einige der von ihm in seinem Garten gepflanzten Tannen nicht so recht anwachsen wollten. „Da haben die Jungs sie bei der nächsten Feier in meinem Garten einfach grün angesprüht“, erzählt der Sythener schmunzelnd. Im Gegenzug ließ Mohnitz der Mannschaft bei einer Flugreise nach dem Aufstieg vom Flugkapitän zum Aufstieg gratulieren: „Das kam super an.“

Bis 1990 erlebte Mohnitz mit dem Handball in Sythen eine tolle Zeit. Für sein Engagement bekam er vom Verein eine Ehrenurkunde mit dem Bild der damaligen Westfalenmeistermannschaft von 1986, und die Stadt Haltern überreichte ihm 1987 das Sportehrenabzeichen in Gold.

Einstieg an der Platte

Tischtennis war für den Sportler Mohnitz auch damals schon ein Thema. Mit Nachbarn spielte er seit Jahren. „So zum Spaß.“ Doch dann sagte ein Bekannter 2003: „Komm doch mal mit in die Jahnhalle zum Training.“ Und dort gefiel es Heinemann Mohnitz so gut, dass er schon kurz darauf beim TuS Haltern in der dritten Mannschaft spielte und immer wieder auch in anderen Mannschaften aushalf.

Wagnis Senioren-EM

Zehn Jahre älter und um viel Spielerfahrung reicher, wagte Mohnitz 2013 seinen ersten großen Coup und meldete sich zur Senioren-EM in Bremen an. Seine Vereinskollegen unterstützten ihn bei dem Wagnis und mit vier Spielern seiner Altersgruppe bestritt er ein gut abgestimmtes Vorbereitungstraining.

In Bremen überwältigte ihn dann die Atmosphäre in der Halle. Der Einzug mit Nationalflaggen und -hymnen oder der freundschaftliche Umgang der Spieler miteinander waren unvergessliche Eindrücke. Und auch sportlich lief es hervorragend.

„Für mich wäre ein einziger Sieg schon ein echter Erfolg gewesen“, sagt der Sythener heute. Doch Turniere haben oft eigene Regeln. Das merkte auch Mohnitz, als er vollkommen überrascht als Erster seiner Vorrundengruppe in die Hauptrunde einziehen durfte. Dort gab es dann die nächste Überraschung, als er auch noch seinen ersten Gegenspieler aus Österreich besiegte. „Ab da war alles nur noch Zugabe“, erzählt er rückblickend. Sein nächster Gegner, der ehemalige Bundesligaspieler Jürgen Lange, beendete dann Mohnitz‘ Traum zwar mit einem schnellen Sieg. Doch die einmaligen Erinnerungen blieben Mohnitz und nicht zuletzt deshalb blieb er damals noch gerne beim Turnier und schaute den Besten zu: „Es gab Ballwechsel zum Träumen“.

Nächstes Großereignis

Aktuell plant Mohnitz mit der Teilnahme an den „World Veteran Table Tennis Championships“ im spanischen Elche bei Alicante schon das nächste Großereignis. In seiner Altersklasse sind schon jetzt 350 Sportler aus aller Welt gemeldet. Heinz Mohnitz will bei der WM im Doppel und im Einzel starten, Flug und Hotel sind bereits gebucht und der Trainingsplan steht.

Der aktive Tennisspieler will sich mit einem gezielten Systemtraining auf die neue Aufgaben vorbereiten. Dabei ist ihm die Angabetechnik und ein verbessertes Stellungsspiel besonders wichtig. Auch seine Reaktionsfähigkeit bei schnellen Bewegungsabläufen will er verbessern. Mit Johannes Mann aus Beckhausen hat Mohnitz schon einen festen Doppelpartner gefunden und plant auch mit ihm gemeinsame Trainingseinheiten.

Ein Match gewinnen

Mohnitz will auch in Spanien mindestens ein Match gewinnen − und träumt ein wenig davon, erneut in die Hauptrunde zu gelangen. Die persönlichen Erfolge sind ihm aber nicht mehr ganz so wichtig, es sind die schönen Erlebnisse mit den Sportkameraden, die er nicht missen möchte.

Dabei ist er aber auch Neuerungen stets aufgeschlossen. Das merken auch seine Kollegen aus der Tischtennisabteilung des TuS Haltern, für die er am heimischen Computer seit geraumer Zeit eine wöchentliche Spielstatistik erstellt. „So etwas und regelmäßiger Sport halten mich fit“, sagt der rüstige Rentner.

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