Hullerns Torwart spielte im Sturm: Ich spiele da, wo der Trainer mich braucht

rnFußball: Testspiel

Wegen personeller Probleme spielte Hullerns Keeper Florian Horstick am Sonntag im Sturm. Für ihn war das keine Premiere. Beim letzten Mal gelang ihm sogar ein Treffer in einem Ligaspiel.

Hullern

, 11.08.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Not macht erfinderisch. Als dem SV Hullern am vergangenen Wochenende vor dem Testspiel gegen Oberwiese zwei Spieler kurzfristig absagten, hatte Trainer Christoph Bafs-Dudzik nicht mehr allzu viele Spieler zur Verfügung. Er entschied sich für eine unkonventionelle und überraschende Lösung, stellte seinen eigentlichen Stammtorhüter Florian Horstick (31) in den Sturm und den jungen Keeper Michel Hülsmann ins Tor. Beinahe wurde Bafs-Dudziks Improvisation sogar mit einem Tor belohnt.

Dass Florian Horstick im Sturm spielen würde, überraschte nicht nur jeden Hullerner, der auf die Aufstellung guckte, sondern auch den 31-jährigen Torwart selbst. Es war zwar nicht das erste Mal, dass der zugezogene Hullerner als Feldspieler eingesetzt wurde, aber bisher sei dass „eher so in den letzten Saisonspielen, wenn es um nichts mehr ging“, vorgekommen, erzählt er.

Sowohl die Einstellung als auch die Motivation haben sich gebessert

Für seinen Ex-Klub Rhenania Bottrop II kam er in seinem letzten Spiel im Mai 2019 auch noch mal als Feldspieler zum Einsatz. Da gelang ihm in der 90. Minute sogar noch ein Treffer zum Abschied. „Wenn man mir den Ball vernünftig gibt, mach ich ihn auch rein“, sagt Horstick. Auch gegen Oberwiese landete der Ball am Sonntag, 9. August, in guter Position vor seinen Füßen.

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Nach einem langen Ball in den Strafraum grätschte Oberwieses Torhüter Mirko Stasch den Ball genau vor Florian Horsticks Füße. „Da war ich etwas überrascht“, sagt er. Zudem kam der Ball mit einer ziemlichen Wucht auf ihn zu, sodass er einen Moment brauchte, um ihn zu kontrollieren. „Aber ehe ich den Ball zurechtlegen konnte, war ich schon unter Druck“ und die Chance war vertan. Am Ende kassierte Hullern noch kurz vor Schluss das 0:1 nach einer Ecke, konnte aber dennoch stolz auf eine ansprechende Leistung sein.

„Ich glaube, in der Hinrunde der letzten Saison wären wir gegen die untergegangen“, sagt Florian Horstick, der eine deutliche Veränderung in der Mannschaft des freiwilligen Kreisliga-B-Absteigers feststellt. „Die Einstellung zum Fußball und die Motivation ist besser geworden.“ Das sei auch schon in der vergangenen Rückrunde, die letztendlich aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen werden musste, spürbar gewesen. „Ich bin überzeugt, dass der Rest der Saison ohne Corona schon anders gelaufen wäre“, erklärt er.

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Während Hullern in der Hinrunde eine heftige Niederlage nach der anderen hinnehmen musste, wurden die Ergebnisse in der Rückrunde besser. Zwar konnte kein Spiel mehr gewonnen werden, doch Hullern zeigte, dass sie zumindest mithalten können und sich nicht mehr abschlachten lassen. Dennoch entschied sich der Verein am Ende für den Abstieg in die Kreisliga C - die Entscheidung trafen die Spieler in einer internen Umfrage.

„Dass ich nicht im Feld spiele, liegt an meinen körperlichen Defiziten“

In der neuen Spielzeit startet der SV Hullern in der Kreisliga C4. Dort warten auf das Team von Christoph Bafs-Dudzik einige Derbys, da auch der ETuS Haltern III, der SV Bossendorf II und Concordia Flaesheim II in der Staffel spielen. Werden die Zuschauer am Hullerner Sportplatz dann Florian Horstick öfter mal im Sturm sehen? „Da müsst ihr den Trainer fragen“, sagt er. Aber grundsätzlich „stelle ich mich da zur Verfügung, wo der Trainer mich braucht“.

Sein Einsatz im Sturm habe ihm auch wieder Spaß gemacht und „ein bisschen vor den Ball treten kann ich auch“. Doch der 31-Jährige steht seit 27 Jahren nur im Tor. Das merke er, wenn er dann mal als Feldspieler auf dem Platz steht. „Dass ich nicht so oft im Feld spiele, liegt an meinen körperlichen Defiziten“, erklärt Florian Horstick lachend. Zudem ist er auch noch der mit Abstand älteste Spieler im Kader der Hullerner. „Aber es macht Spaß mit den jungen Spielern“, sagt er. Egal ob er im Sturm für Tore sorgen oder auf seiner Stammposition Tore verhindern soll.

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