Kreativ gegen Corona: „Team Bauch und Hüfte“ entwickelt neue Konzepte

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Die Beschränkungen aufgrund der Covid-19-Pandemie haben den Sport in vielen Bereichen lahm gelegt. Das Team „Bauch und Hüfte“ versucht der Krise dennoch mit Kreativität zu begegnen.

Haltern

, 28.05.2020, 12:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Krise legte in den vergangenen Wochen auch die Pläne des Halterner Sportvereins „Team Bauch und Hüfte“ weitestgehend auf Eis. Das mit den Halterner Stadtwerken geplante Firmensportabzeichen sowie das große Beach Volleyballturnier im Rahmen der Seetage mussten beispielsweise abgesagt werden.

Markus Heier, 1.Vorsitzender des Verein, bedauert vor allem die Absage von „Froschis Sportfest“. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden Bewohner von Halterner Einrichtungen alljährlich zu einem sportlichen Aktionstag eingeladen, bei dem sich Menschen mit Handicap in verschiedenen sportlichen Disziplinen üben - getreu dem olympischen Motto: „Dabei sein ist alles“.

Jolinchen

Ein weiteres Aktionsfeld hat der Verein im Bereich sportliche Förderung von Kleinkindern gefunden. In Kooperation mit der AOK in Haltern am See wurde die Aktion „Jolinchen“ ins Leben gerufen. Angelehnt an das pädagogische Konzept des Kinderbewegungsabzeichens „Kiba“ und nach den pädagogischen Richtlinien des DOSB können Kindergartenkinder auf diese Weise ein Minisportabzeichen erwerben.

Das "Jolinchen" war im März zu Besuch in der Grundschule Flaesheim.

Das "Jolinchen" war im März zu Besuch in der Grundschule Flaesheim. © privat

Anfang März , gerade noch vor den Corona-Beschränkungen, besuchte der Verein mit dem „Jolinchen“ den Flaesheimer Kindergarten St. Maria Magdalena. Rund 60 Kinder gaben in den Disziplinen Hüpfen, Laufen und Klettern mit großer Begeisterung ihr Bestes.

Das „Team Bauch und Hüfte“, bekannt als der „etwas andere Halterner Sportverein“, hat sich im Laufe der letzten Wochen der schwierigen Lage angepasst und schnell neue Konzepte für die Mitglieder entwickelt.

Als erstes bot der 1.Vorsitzende Markus Heier eine Onlineversion des beliebten Spiels „Schiffe versenken“ an. Heier schmunzelt: „Das fand allerdings wenig Resonanz, mit mir wollte keiner spielen.“

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Danach ging es Schlag auf Schlag: Läufer nahmen an virtuellen Laufwettbewerben teil, Leichtathleten kreierten einen großen Staffellauf rund um den Halterner Stausee, bei dem 15 Läufer einzeln und auf Abstand unterwegs waren.

Auch die Idee der Pottsteine wurde aufgegriffen. Schnell fanden sich einige Künstler, die Vereinssteine mit dem Motto „Bleib Gesund“ bemalten und in der großen Steinschlange im Graf-von-Galen-Park auslegten.

Neues Zuhause

Bereits vor einiger Zeit hatte der Verein drei ältere Bürocontainer gekauft, die jetzt in der „sportfreien“ Zeit von den Mitgliedern in Eigenleistung restauriert und zu einem neuen Zuhause umgebaut werden. Gearbeitet wird in Zweierteams im „Schichtbetrieb“.

Durch die ersten Lockerungen können die Volleyballer gemäß den offiziellen Vorgaben schon wieder am Strand trainieren, und auch die Leichtathleten beginnen nach und nach wieder mit ihrem Training im Freien. Auch die Laufgruppe war schon wieder, natürlich mit Abstand, unterwegs.

Die Abnahme des Sportabzeichens ist momentan noch nicht möglich. Hier stehen die 13 vereinseigenen Prüfer in den Startlöchern.

Heier lobt die Haltung seiner Mitglieder und sagt: „Bis jetzt sind bei uns alle noch an Bord. Das zeigt den echten Teamgeist in unserer Truppe.“ Er freut sich natürlich über alle Aktivitäten, stellt aber klar: „Was uns allen fehlt ist das gemeinsame Zusammensein beim Sport.“

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