Reiter und das Virus: Pferde müssen weiter bewegt und versorgt werden.

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Wegen Corona sind alle Sportanlagen in Deutschland geschlossen. Bis auf eine Ausnahme: In Reitställen und Reitvereinen dürfen die Pferde versorgt und bewegt werden.

Haltern

, 25.03.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Allein aus Tierschutzgründen ist das zwingend notwendig. Doch wie funktioniert das in Zeiten von Corona?

Auf dem Halterner Görtzhof hat sich das tägliche Miteinander stark verändert. Seit dem 17. März werden sämtliche Reitstunden der Schul- und Privatpferde, das Voltigieren sowie alle Vorbereitungskurse samt Abnahme des Reitabzeichens ausgesetzt. Der beliebte Wettbewerb der Nachwuchsreiter, der Schulpferde-Cup, entfällt. Schweren Herzens hat man im Verein auch den geplanten Reitertag am 26. April abgesagt. Damit wird es in diesem Jahr höchstwahrscheinlich auch keine Stadtmeisterschaften mehr geben. Aktuell arbeitet der Verein daran, mögliche Ersatztermine für diese Veranstaltungen zu finden.

Gesundheit und Tierwohl

Die Reitanlage steht den aktiven Mitgliedern aber weiterhin zur Verfügung. Schließlich müssen die Stallgenossen auch in Coronazeiten versorgt werden.

Und Pferdehaltung ist Füttern, Saubermachen, boxen misten. Der Tierarzt muss her, der Hufschmied muss durch. „Man kann eben nicht wie in anderen Sportvereinen einfach sagen, wir machen jetzt mal kurz Pause“, erklärt Sportwartin Manuela Schröer. Pferde würden als Fluchttiere durch einen längeren Stillstand im Stall körperlichen Schaden nehmen. „Um dies zu vermeiden müssen die Tiere neben den täglichen Futtergaben auch gut bewegt werden.“

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Daher dürfen die Pferdefreunde täglich zwei Stunden auf dem Hof mit den Pferden arbeiten. In die Reithalle werden aber immer nur vier Pferde gleichzeitig eingelassen, um den notwendigen Sicherheitsabstand zu wahren. Für die notwendige Hygiene stehen an den verschiedenen Waschbecken auf dem Hof Seife und Desinfektionsmittel zur Verfügung.

Alle Menschen auf der Reitanlage müssen sich genauso penibel an die Hygiene- und Abstandsregeln halten, wie sie es beim Einkaufen oder an anderen öffentlichen Orten tun sollten. Darüber hinaus empfiehlt die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) allen Hofbesitzern, einen Anwesenheitsplan samt zugeteilten Zeiten zu erstellen, um die Anzahl der Menschen, die sich zeitgleich auf der Anlage befinden, zu minimieren.

Über den Tag verteilt

Die einzelnen Reitaktivitäten finden auf den verschiedenen Plätzen der Hofanlage statt und verteilen sich zeitlich statt zu den üblichen Stoßzeiten nun über den gesamten Tag, können so besser koordiniert werden.

Sportwartin Manuela Schröer sagt: „Es zeigt sich eine große Solidarität auf dem Hof, alle sind gut vernetzt und helfen sich untereinander.“ So freue sie sich zum Beispiel über das große Engagement der vielen jugendlichen Reiterinnen, die aktiv ihre Hilfe anbieten.

Zu den Feierlichkeiten zum anstehenden 100-jährigen Vereinsjubiläum, das am 11. Juni mit einem „Tag der offenen Tür“ und einem großen LPO-Turnier gefeiert werden sollte, kann der Verein aus heutiger Sicht noch keine verbindliche Aussage machen. Schröer: „Das hat derzeit leider keine Priorität. Es ist momentan eine schwierige Zeit für uns alle. Ich hoffe das wir gesund bleiben und die Krise möglichst unbeschadet überstehen.“

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