Rückkehr zum Trainingsbetrieb? „Lasst doch die Kinder wieder spielen“

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Der DFB setzt sich dafür ein, dass Fußballer zumindest wieder trainieren können. Vor allem im Jugendbereich wäre das sehr wichtig, sagen zwei Halterner Jugendleiterinnen. Aus mehreren Gründen.

Sythen, Flaesheim

, 10.11.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gespielt wird nun seit fast zwei Wochen nicht mehr, weitere drei kommen noch hinzu. Ob ab Dezember aber wirklich wieder trainiert und vielleicht sogar gespielt werden kann, ist noch fraglich. Viele Fußballer und auch der DFB setzen sich dafür ein, dass schon jetzt wieder trainiert werden darf - zumindest im Jugendbereich. Auch zwei Jugendleiterinnen aus Haltern sehen das so.

„Das ist meine ganz persönliche Meinung“, betont Heike Heimsoth, Jugendleiterin Mädchenfußball von Concordia Flaesheim: „Das Training soll wieder stattfinden.“ In Flaesheim sei intensiv am Hygienekonzept gearbeitet worden „und die Spielerinnen waren sehr diszipliniert“, erzählt sie. Umso trauriger, dass sie nun wieder pausieren müssen.

Training sollte wieder erlaubt sein, der Spielbetrieb nicht

Dabei besteht eigentlich Einigkeit darüber, dass der reine Trainingsbetrieb kein allzu großes Problem in der jetzigen Zeit ist. Vielmehr ist der Spielbetrieb, bei dem viele Spieler in einer Kabine sitzen oder gemeinsam zum Auswärtsspiel fahren müssen, problematisch.

Die Kabinen könnten beispielsweise weiterhin geschlossen bleiben, wenn dennoch trainiert werden dürfte, sagt Heike Heimsoth. Natürlich müsste im Vorfeld auch mit den Jugendspielern und Jugendspielerinnen gesprochen werden. „Sofern die Vereine garantieren können, dass sich alle an die Vorgaben halten“, erklärt sie, sollte der Trainingsbetrieb wieder erlaubt sein.

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„Lasst doch die Kinder wieder spielen“, sagt die Flaesheimer Jugendleiterin. Das hätte laut Heimsoth gleich mehrere positive Effekte. Zum einen würden die Kinder in einer ungewöhnlichen Zeit wieder etwas mehr Alltag in ihr Leben bekommen, außerdem würden sie sich wieder mehr bewegen können. „Und das ist ja auch ein bisschen Unterstützung für die Eltern.“

Der Spielbetrieb sollte laut der Flaesheimerin jedoch nicht wieder aufgenommen werden. „Das ist noch mal was ganz anderes.“ Aber zumindest das Training solle eben wieder erlaubt sein.

Sandra Plogmaker: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“

Mit der Meinung steht Heike Heimsoth nicht alleine da. Auch Sandra Plogmaker, Jugendleiterin des TuS Sythen, würde sich freuen, wenn ihre Jugendspieler wieder trainieren dürften. Vor allem unter sozialen Gesichtspunkten sei das für die jungen Kicker besonders wichtig.

Durch ihre Tätigkeit in einer OGS habe sie noch häufig Kontakt mit Kindern, die auch beim TuS Sythen spielen. „Die fragen dann ständig, wann es wieder erlaubt ist“, erzählt sie. Auch die etwas älteren Jugendspieler aus der B-Jugend könnten es kaum abwarten.

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„Wir hoffen, dass das Okay kommt, aber wir gehen erst mal nicht davon aus“, gesteht Plogmaker. „Doch die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Einen Rückgang an Jugendspielern habe es bei den Sythenern bislang nicht gegeben. „Da haben wir Glück gehabt“, sagt sie. Auch während des erstes Lockdowns sei die Spielerzahl stabil geblieben.

Einige Jugendspielerinnen haben Flaesheim verlassen

Bei Flaesheim sah das ein wenig anders aus - wenn auch noch nicht so schlimm wie bei anderen Vereinen. Diesmal habe es noch keine Abmeldung gegeben, sagt Heike Heimsoth, doch während des ersten Lockdowns hätten sich einige Concordia-Spielerinnen abgemeldet.

„Die merken dann eben, ‚ich kann meine Freizeit auch anders verbringen‘“, erklärt sie. Der Rückgang an Spielerinnen sei zwar nicht extrem gewesen, „aber man hat es gemerkt“.

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Gemerkt habe sie derweil auch, dass viele Jugendspieler während der ersten langen Corona-Pause einiges von ihrer Fitness eingebüßt hatten. Überraschend sei das nicht wirklich gewesen. Mit einem Ball am Fuß mache das Laufen nun mal immer noch mehr Spaß als ohne.

Berlin gilt als Vorbild

  • Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) teilt das Ansinnen des Appells in vollem Umfang.
  • Holger Bellinghoff, Vizepräsident Jugend, sagt: „Wir unterstützen die gemeinsame Bestrebung. Die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs entspricht vieler Rückmeldungen von Vereinen und Eltern.“
  • Als vorbildhafte Beispiele sieht die Präsidentenkonferenz der Regional- und Landesverbände aktuelle Lösungen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.
  • In der Hauptstadt beispielsweise gilt die Sonderregelung, dass Vereinssport für Kinder bis zwölf Jahre gestattet ist – freilich unter Auflagen.
  • Der Appell zum Sport unter freiem Himmel bezieht nicht nur den Fußball ein.
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Im Rahmen des Programms „Moderne Sportstätte 2022“ wird auch der TuS Sythen gefördert. Geplant ist eine Renovierung der Tennisplätze. Bis die Arbeiten beginnen, dauert es aber noch eine Weile. Von Pascal Albert

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