Sonderlob vom Trainer für den Überraschungs-Stammspieler des TuS Haltern

rnFußball: Oberliga

Er war die Überraschung der vergangenen Spiele beim TuS Haltern. Nachdem er zu Beginn der Saison noch in der Landesliga gespielt hat, überzeugte der 22-Jährige zuletzt in der Oberliga.

Haltern

, 29.10.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Über den „Umweg“ Team B hat es ein junges Eigengewächs des TuS Haltern in den Kader des Oberliga-Teams geschafft. Zuletzt spielte er sogar von Beginn an und daran wird sich wohl vorerst auch nichts ändern. „Stand jetzt ist er gesetzt“, sagte Halterns Trainer Timo Ostdorf, der nicht mit Lob für seinen Schützling spart, nach dem Gütersloh-Spiel und vor dem Sport-Lockdown.

In den letzten vier Partien des Team A der Seestädter stand Jonah Sandkühler (22) in der Startelf. Gegen Regionalligist RW Ahlen habe er ihn einfach mal reingeworfen, sagt Ostdorf. Sandkühler machte seine Sache gut und wurde nur wenige Tage später mit dem nächsten Startelfeinsatz belohnt.

Gegen Kaan-Marienborn „war er einer der besten Spieler auf dem Platz“, so sein Trainer. Die Partie ging zwar mit 0:5 verloren, doch der gute Eindruck des jungen defensiven Mittelfeldspielers blieb. Gegen den aktuellen Tabellensechsten habe Sandkühler sich in jeden Zweikampf reingeworfen.

Plötzlich war ein Platz für Jonah Sandkühler im Mittelfeldzentrum frei

Und auch gegen den FC Gütersloh durfte der 22-Jährige erneut von Beginn an ran. Dort wirkte er phasenweise wie ein Ruhepol im sonst sehr aufgeregten Spielaufbau des TuS Haltern am See.

Jonah Sandkühler hat sich in die Oberliga-Mannschaft des TuS Haltern am See gekämpft.

Jonah Sandkühler (r.) hat sich in die Oberliga-Mannschaft des TuS Haltern am See gekämpft. © Blanka Thieme-Dietel

Timo Ostdorf hat nun einen Spieler im Kader, „der die Position immer hält, eklig in den Zweikämpfen ist und ein gutes Passspiel besitzt“. Sandkühler sei auf dem Platz jemand, auf den man sich immer verlassen könne. Gerade die Tatsache, dass er grundsätzlich seine Position halte, sei in der aktuellen Situation des Teams extrem wichtig.

Seit der U19 spielt der defensive Mittelfeldspieler beim TuS. Von den A-Junioren ging es in die damalige U23 (heute Team B). Dort spielte er eine längere Zeit als Linksverteidiger. Zwar spiele er am liebsten als sogenannter „Sechser“, doch schaden könne es natürlich nicht, auf weiteren Positionen auflaufen zu können.

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Im defensiven Mittelfeld, so hatte es Ostdorf seinem Spieler zu Beginn der Saison auch gesagt, herrscht im Team A jedoch ein großer Konkurrenzkampf. Sandkühler profitierte letztendlich davon, dass vor dem Ahlen-Spiel mehrere Optionen für die Mittelfeldzentrale angeschlagen waren und Nils Eisen in der Liga gesperrt war.

Timo Ostdorf musste Sandkühler erst mal ins Team B schicken

„Das war ein wirklich cooles Erlebnis“, sagt Jonah Sandkühler über sein erstes Spiel gegen RW Ahlen im Pokal und die folgenden Oberliga-Einsätze. Nur der Ausgang seines Ligadebüts sei nicht so toll gewesen. Das 0:5 gegen Kaan-Marienborn habe die Freude über den ersten Einsatz natürlich getrübt. Das Wichtigste sei nun, „dass die Mannschaft wieder in die Spur findet“.

Dabei will er auch weiterhin so gut wie möglich mithelfen. Dass er das aktuell als Stammspieler machen kann, war zu Beginn der Saison noch nicht absehbar. Da spielte er - vor allem aufgrund der großen Konkurrenz - erst mal für den TuS in der Landesliga.

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Im ersten Moment, als ihm die Entscheidung mitgeteilt wurde, habe man Sandkühler die Enttäuschung ein wenig anmerken können, sagt Timo Ostdorf. Das sei aber auch nachvollziehbar gewesen. „Wenn man die Chance hat, in Team A zu spielen, ist es, glaube ich, verständlich, dass man dann ein bisschen enttäuscht ist“, erklärt auch der Spieler.

Er habe Ostdorf aber direkt gesagt, dass das für ihn kein Grund sei, den Kopf hängen zu lassen. Der Halterner Trainer habe ihm auch direkt deutlich gemacht, dass er seine Chance noch bekommen werde. „Dann habe ich mich richtig reingehauen“, erzählt Jonah Sandkühler.

„Man muss die ganze Zeit hoch konzentriert sein“

Am Ende wurde er mit seinen ersten Einsätzen in der Oberliga belohnt. Er sei „ein gutes Beispiel“ dafür, wie ein junger Spieler es schaffen kann, über den kleinen „Umweg“ in Form von Team B in die Oberliga zu kommen, , so Ostdorf. Sandkühler sei geduldig gewesen und habe dann mit guten Leistungen in der Landesliga überzeugt.

Die war für den 22-Jährigen genauso neu wie später die Oberliga. Bislang hatte der Mittelfeldspieler nur in der Bezirksliga gespielt. Der Schritt von der Landes- in die Oberliga sei ziemlich groß gewesen, gibt der Spieler zu. „Dass das noch mal zwei Ligen höher ist, merkt man schon“, sagt er.

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Sowohl das Tempo als auch die Aggressivität in den Zweikämpfen und die allgemeine Qualität der Gegenspieler sei noch mal etwas ganz anderes. Um nicht sofort bestraft zu werden, „muss man die ganze Zeit hoch konzentriert sein“, so Sandkühler. Bisher gelingt ihm das ziemlich gut.

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