Sythens Ex-Trainer Andrick: „Da bin ich ein bisschen Fußballromatiker“

rnFußball: Kreisliga A

Schon im Dezember hatte Manuel Andrick seinen Abschied vom TuS Sythen verkündet. Im Interview spricht er über Sythens Chancen in der Kreisliga A, drei Nasenbeinbrüche und sein Karriereende.

Sythen

, 01.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Durch den Saisonabbruch ist es schon mehrere Monate her, dass Manuel Andrick das letzte Mal für den TuS Sythen als Spielertrainer auf dem Feld stand. Am 8. März fertigte sein Team RW Deuten II mit 6:0 ab. Die darauffolgenden Spiele wurden erst abgesagt, ehe die Saison im Juni endgültig abgebrochen wurde. Seit dem 1. Juli ist Andrick nun offiziell nicht mehr Trainer der Sythener, er übernimmt den Landesligisten BSV Roxel. Im Interview spricht der Aufstiegstrainer über Sythens Chancen in der Kreisliga A und ein glückliches Karriereende als Spieler. Zudem verrät er, welchen Verein der TuS sich als Vorbild nehmen sollte.

Herr Andrick, seit dem 1. Juli sind Sie offiziell nicht mehr Trainer und Spieler des TuS Sythen. Konnten Sie sich trotz Corona-Pandemie schon von allen verabschieden?

Persönlich leider noch nicht, also in dem Sinne wie ich mir das vorstelle. Ich hätte gerne einen Ausstand gemacht. Aber die Corona-Bedingungen lassen es so noch nicht zu.

Ist denn noch eine große, nachträgliche Aufstiegsfeier geplant?

Ich muss ehrlich sagen, ich gehe davon aus, dass der Verein noch etwas machen möchte. Es ist schließlich das erste Mal, dass Sythen in die Kreisliga A aufgestiegen ist. Ich möchte den Verein da jetzt aber auch nicht unter Druck setzen (lacht). Ich möchte mit den Jungs aber auch auf jeden Fall noch mal was machen.

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Sie hatten im Dezember gesagt, dass Sie bei Ihrem neuen und alten Verein BSV Roxel nur noch auf der Trainerbank sitzen werden. Bleibt es dabei?

Ich habe mich dazu entschlossen, meine Karriere als Spieler in Sythen zu beenden. Dort, wo ich auch bei den Minikickern gestartet bin. Das hat einen gewissen Charme, da bin ich schon ein bisschen Fußballromantiker. Ich wollte die Spielerkarriere dort beenden, wo ich sie angefangen habe. Dass das dann mit dem Aufstieg noch geklappt hat, ist natürlich überragend. In Roxel sitze ich dann nur auf der Bank. Ich spiele höchstens noch mal im Kreis mit, um den Jungs ein paar Tunnel zu verteilen.

Roxel spielt in der Landesliga. Hätten Sie als Spieler denn das Zeug dafür, noch mal so hoch zu spielen?

Meine Jungs würden wahrscheinlich ‚nein‘ sagen. Ich persönlich glaube, dass es ein guter Zeitpunkt ist, um aufzuhören. Landesliga ist auch ein extremer Aufwand von der Belastung her. Ich glaube, ich bin ganz gut damit gefahren, dass ich jetzt den Schritt gegangen bin. Ich habe immer gesagt, ich will mein Karriereende selbst bestimmen, ohne Verletzungen. Ich bin in meiner Karriere zum Glück recht glimpflich davon gekommen, was Verletzungen angeht - außer drei Nasenbeinbrüchen und ein paar Bänderrissen.

Drei Nasenbeinbrüche, wie haben Sie das denn geschafft?

Manchmal war eben der Ellbogen des Gegners im Weg und manchmal mein Kopf statt des Balles das Ziel. Das ist aber auch schon zehn Jahre oder so her. Aber gerade am Knie hatte ich dafür wirklich gar nichts. Ich finde es gut, dass ich nicht wegen einer Verletzung aufhören muss.

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Sie waren schon von 2012 bis 2018 bei Roxel. Wie viele aus der aktuellen Mannschaft und dem Verein kennen Sie noch?

Aus dem Verein natürlich einige. Die Mannschaft hat sich seit 2018 schon ein bisschen gewandelt. Aber 40, 50 Prozent der Leute, mit denen ich zu tun hatte, spielen noch dort. Ich kenne also den ein oder anderen noch. Der Rest ist aber auch nicht ganz unbekannt, die Münsteraner Fußballszene ist ja sehr eng verknüpft.

Mit dem TuS Sythen sind Sie zum Abschied noch aufgestiegen. Hätte Sie die Herausforderung, mit dem TuS in der Kreisliga A zu bestehen, nicht noch mal gereizt?

Reizvoll wäre es auf jeden Fall gewesen. Es ist schon eine enorme Leistung, die die Jungs da gebracht haben. Nicht nur in den zwei Jahren, in denen ich da war. Diesmal haben wir den Aufstieg endlich geschafft. Sythen gehört auch als größtes Dorf mindestens in die Kreisliga A. Da ist auf jeden Fall Potenzial vorhanden. Nicht nur was die Spieler betrifft. Auch im Verein. Wenn man an der ein oder anderen Schraube noch dreht, dann sollte das mindeste Ziel sein, sich in der Kreisliga A zu etablieren. Und dann muss man langfristig gucken, in welche Richtung es geht. Lippramsdorf macht es vor. Die halten sich jedes Jahr in der Bezirksliga. Natürlich wäre es reizvoll gewesen. Der Hauptgrund für meinen Wechsel war aber die Fahrerei, weil ich in Münster wohne. Training hin und zurück waren schon 100 Kilometer. Die Gespräche mit Roxel waren dann erst gestartet, als ich meine Entscheidung dem Verein schon mitgeteilt hatte. Roxel war nicht der Hauptgrund für meinen Wechsel.

Was glauben Sie, ist für ihren Ex-Verein in der kommenden Spielzeit möglich in der neuen Liga?

Es wird natürlich schon eine extreme Umstellung. Sythen hat jahrelang in der Kreisliga B oben mitgespielt. Die Gegner haben sich öfters tief gegen uns positioniert. Die Kreisliga-A-Mannschaften haben eine deutlich höhere Qualität, Das haben wir auch in dem ein oder anderen Testspiel schmerzvoll mitkriegen müssen. Ich glaube aber, die Mannschaft hat die Qualität, sich zu etablieren und früh in ruhige Fahrwasser zu kommen.

Und wo soll die Reise mit dem BSV Roxel hingehen?

Gute Frage. Die Mannschaft hat Qualität, war zuletzt Fünfter und die ersten Drei sind hoch gegangen. Wir haben uns gut verstärkt, aber wie es dann im Endeffekt laufen wird, wird man sehen. Es gibt nach drei Jahren ein neues Trainerteam, neue Ideen und eine neue Spielphilosophie. Da bin ich nicht so ganz in der Lage, eine Prognose abzugeben. Aber wir haben den Anspruch, im oberen Drittel mitzuspielen.

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