Torwart aus Haltern erhält Fair-Play-Urkunde vom DFB

rnFussball: Besondere Auszeichnung

Im Düsseldorfer Capitol Theater sind die Fair Play-Medaillen in den Kategorien Profi und Amateur von DFB-Präsident Fritz Keller überreicht worden. Auch ein Halterner Torwart wurde geehrt.

Haltern

, 05.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bereits seit 1997 zeichnet der Deutsche Fußball-Bund jährlich mit der Verleihung der „Fair Play-Medaille“ Spieler, Mannschaften, Schiedsrichter, Trainer und Funktionäre aus, die auf und abseits des Fußballplatzes entweder durch einzelne Gesten oder durch ihr kontinuierliches Verhalten den Gedanken des Fair Play in besonderer Form leben.

Eine Urkunde erhielt in diesem Jahr auch der 36-jährige Patrick Franke. Der Halterner hat in der Vergangenheit schon für den TuS Haltern am See und den SV Lippramsdorf gespielt. Mit BW Lavesum gewann er sogar drei Mal den Stadtmeister-Titel.

„War ein tolles Erlebnis“

Aktuell spielt er als Torwart bei Fortuna Seppenrade und konnte als Jahressieger des hiesigen Landesverbandes (FLVW) mit seiner Fair Play-Geste überzeugen. „Es war ein tolles Erlebnis, diese besondere Urkunde aus den Händen des DFB-Präsidenten zu erhalten“, erzählt er. Im Rahmen der Verleihung erhielt er sogar einen persönlichen Glückwunsch von Ex-Nationalspieler Simon Rolfes.

Rückschau: Mit seinem Team empfing Patrick Franke in der Kreisliga A (Ahaus/Coesfeld) die SG Coesfeld 06. In der 20. Minute beim Stand von 0:0 erzielten die Gäste den Führungstreffer, den der Schiedsrichter jedoch nicht gab. Dieser war sich nicht sicher, ob der Ball die Linie tatsächlich überschritten hatte.

„War dann einfach ehrlich“

Bei der nächsten Spielunterbrechung fragte der Unparteiische bei Patrick Franke nach. „Ich war dann einfach ehrlich und habe gesagt, dass sich der Ball bereits hinter der Linie befunden hat“, erinnert sich der Keeper an die Partie. Der Schiedsrichter gab das Tor zur 1:0-Gästeführung. Am Ende unterlagen die Seppenrader den Gästen aus Coesfeld mit 1:2.

„Schiedsrichter ist ein Schweinejob. Es ist sehr schwierig, alles haargenau zu entscheiden“, erklärt Patrick Franke sein Verhalten. Weil Referees gerade in der Kreisliga nicht alles sehen könnten, würde es nicht schaden, wenn ihnen die Spieler helfen. „Schließlich gibt es bei uns ja keine Torlinientechnik“, schmunzelt der 36-Jährige.

Torwart aus Haltern erhält Fair-Play-Urkunde vom DFB

Der Halterner Torwart Patrick Franke (3.v.l.) bei der DFB-Verleihung © privat

Bereits im Januar war Franke, der im Innendienst für die Halterner Firma Baupart tätig ist, für seine Aktion als Monatssieger des Verbandes ausgezeichnet und anschließend von Willy Westphal, Vorsitzender für den Fußballkreis Ahauss/Coesfeld, gelobt worden. „Körperliche und verbale Gewalt an den Sportplätzen haben zugenommen. Umso mehr freue ich mich, wenn auf unseren Plätzen die nachahmenswerten Aktionen eines fairen Sportlers wie Patrick Franke zeigen, dass es auch anders geht“, zeigte sich der Kreisvorsitzende damals erfreut.

Feierliche Verleihung

Nach einem Online-Voting sicherte sich BVB-Fan Franke später dann sogar die Trophäe als Jahressieger. Damit verbunden: ein Sportartikel-Gutschein über 150 Euro, eine Einladung zum Länderspiel zwischen Deutschland und Weißrussland sowie die Teilnahme zur feierlichen Verleihung der DFB-Fair-Play-Urkunde in Düsseldorf. „Ich halte Fair Play für sehr, sehr wichtig“, betont der Preisträger, „jeder sollte sich den Schuh anziehen. Das ist unser Hobby, es geht nicht um Millionen.“

Seinem geliebten Hobby will der 36-Jährige auch in Zukunft treu bleiben. Ab dem Sommer will er wieder für seinen Jugendverein TuS Haltern am See die Schuhe schnüren. „Ich werde mich dann den Alten Herren des TuS anschließen.“

Der DFB verleiht die Fair Play-Medaille seit 1997. Im Nachgang einer jeden Saison küren die 21 Landesverbände jeweils ihren Jahressieger. Diese sind gleichzeitig auch die Nominierten für den Wettbewerb auf der Bundesebene. Der Bundessieger wird schließlich durch eine hochrangig besetzte DFB-Jury ausgewählt und im Rahmen einer Ehrungsveranstaltung, zu der alle 21 Landessieger eingeladen werden, mit der „Fair Play-Medaille“ ausgezeichnet.
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