TuS Haltern ringt den BSV Roxel nieder

Fußball

Nicht schön, aber erfolgreich: Der TuS Haltern hat sich am Sonntag in der Fußball-Westfalenliga im Aufsteiger-Duell gegen den BSV Roxel durchgesetzt und die Tabellenführung in der Westfalenliga 1 ausgebaut. In der Bezirksliga zog der SV Lippramsdorf wieder am TuS Haltern II vorbei.

HALTERN

, 23.10.2016, 20:15 Uhr / Lesedauer: 3 min
Kapitän Nils Eisen (r.) ist am vergangenen Sonntag seiner zehnten gelben Karte geschickt aus dem Weg gegangen und führt den TuS gegen Delbrück aufs Feld.

Kapitän Nils Eisen (r.) ist am vergangenen Sonntag seiner zehnten gelben Karte geschickt aus dem Weg gegangen und führt den TuS gegen Delbrück aufs Feld.

Westfalenliga 1 TuS Haltern - BSV Roxel 2:0 (0:0)

Die Gäste um den Ex-Halterner Manuel Andrick waren der erwartet unangenehme Gegner, der dem TuS das Leben dank einer sehr guten defensiven Organisation und mit einem aggressiven Zweikampfverhalten schwer machte. Roxel hatte auch die erste Chance des Spiel, als Tolgahan Capakli den Ball nach einem Freistoß beinahe mit dem Kopf ins eigene Tor verlängert hätte.

Der Innenverteidiger war auch in der zweiten Aufreger-Szene der Hauptdarsteller – oder besser gesagt das Opfer: Roxels Tobias Brand zog erst an Capaklis Trikot und holte ihn dann von hinten rüde von den Beinen. Eine dumme Aktion mit Konsequenzen für beide Spieler: Brand sah eine harte, aber vertretbare Rote Karte, Capakli verletzte sich und musste kurz vor der Pause ausgewechselt werden. Björn Winkelbeiner feierte deshalb ein so früh nicht geplantes Comeback in der Abwehr. Seine Mitspieler konnten aber mit der Überzahl in Hälfte eins wenig anfangen. Erst kurz vor der Pause hatten Stefan Oerterer und Tobi Becker die ersten Chancen.

Torjubel gab es aber erst in der zweiten Halbzeit – dank einer überragenden Einzelaktion des starken Nils Eisen, der sich wuchtig im Zweikampf durchsetzte und den Ball dann von der Strafraumgrenze aus mit links ins Tor jagte (50.). Oerterer hätte kurz darauf alles klar machen können, doch sein Kopfball ging knapp am Tor vorbei. So blieb Roxel im Spiel, aber offensiv auch harmlos. Trotzdem waren die nicht immer konzentrierten Halterner froh, als Oerterer elf Minuten vor dem Ende per Volley-Abnahme das 2:0 und sein 18. Saisontor erzielte. 

TuS: Müller, Lehmann, Pötter, Capakli (34. Winkelbeiner), Koch, Ostdorf, Eisen, Opiola (83. Drepper), Becker (66. Warnat), Trampe, Oerterer. Tore: 1:0 Eisen (50.), 2:0 Oerterer (79.).

Bezirksliga 11 RC Borken-Hoxfeld - TuS II 3:1 (1:0)

Stehend fertig bettelte Borken-Hoxfeld in der letzten Viertelstunde um den Abpfiff. In jeder Situation spielte der Gastgeber auf Zeit, während Haltern fast schon wütend anrannte und auf das zweite Tor drängte. Das fiel auch noch, allerdings auf der anderen Seite. Einen Einwurf verteidigte der TuS in Minute 88 unzureichend, Hoxfelds Topstürmer Stefan Benning sagte danke und schob mit dem ersten Torschuss des RC in Durchgang zwei ein. Das 3:1 in der Nachspielzeit nahm die Truppe von Tim Abendroth nur noch mit einem Schulterzucken hin.

20 Minuten lang beherrschten die Seestädter Ball und Gegner, ehe verlorene Zweikämpfe und Fehlpässe am Selbstvertrauen kratzten. Der RC bekam Oberwasser und traf nach 38 Minuten – mit dem ersten eigenen Torschuss der Partie – zur Führung. Haltern versuchte sofort zu antworten, doch ein Treffer von Julian Göcke wurde wegen einer angeblichen Abseitsposition zurück gepfiffen. Auch Tim Bonka scheiterte, der in der Kabine einer Systemumstellung zum Opfer fiel und raus musste. Die tat dem TuS gut, mit neuer Energie drängte der Gast auf das 1:1. Das fiel im dritten Anlauf durch Göcke, bevor die Schlussphase den Traum von drei Punkten beerdigte.

TuS II: Berkenkamp; Anhuth (54. Gimbel), Thiemann, Bonka (46. Knoblich), Pillmann, J. Göcke, Frasheri (78. Keskin), M. Göcke, Brinkert, Quinkenstein, Poggel. Tore: 1:0 (38.) Seeger, 1:1 (65.) J. Göcke, 2:1 (88.) Benning, 3:1 (90+3) Lütkenhorst.

Bezirksliga 11 SV Lippramsdorf - SV Gescher 3:0 (3:0)

Der SV Gescher erlebte in den ersten 45 Minuten sein blaues Wunder. Innerhalb von 20 Minuten kassierten die zuvor ungeschlagenen Gäste drei Gegentore – und halfen dabei selbst kräftig mit. So foulte Robin Nolte an der äußeren Strafraumgrenze den quirligen Constantin Dewert. Den fälligen Freistoß brachte Robin Joemann zur Führung im Netz unter (22.). Nicht ganz unhaltbar – so der Tenor der mitgereisten SV-Fans.

In dieser Spielphase waren die Hausherren überaus dominant, was sie auch in Tore ummünzen konnten. Timo Berg erhielt einen perfekten Pass und schoss das Leder unhaltbar zum 2:0 ein (37.). Genau drei Minuten später ein Bock von Thomas Lanfer, der sich an der Torauslinie von Henrik Kleinefeld „abkochen“ ließ. Constantin Drewert hatte anschließend keine Mühe dessen Hereingabe im Gehäuse unter zu bringen.

Der zweite Spielabschnitt hatte dann weniger Höhepunkte zu bieten. Dem SV Gescher fehlte sein Torjäger, was durch Harmlosigkeit im Angriffsspiel deutlich wurde. Mehr als der gute Wille war offensiv nicht zu erkennen. Anders bei den Gastgebern, die durch Constantin Dewert und gegen Ende noch durch ihren Kapitän Robin Joemann das Ergebnis hätten ausbauen können. 

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