TuS Haltern schlägt auch Heiden

Fußball

Es war das erwartet harte Stück Arbeit, doch am Ende reichten dem Fußball-Westfalenligisten TuS Haltern am Sonntag zehn ganz starke Minuten, um den fünften Sieg im fünften Spiel zu feiern. Schlusslicht Viktoria Heiden blieb beim 1:3 weitgehend harmlos. Die Bezirksligisten kassierten dagegen Niederlagen.

HALTERN

von Jan Große-Geldermann und Bastian Rosenkranz

, 11.09.2016, 20:47 Uhr / Lesedauer: 3 min
Andre Koch (r.) erlebte einen ereignisreichen Nachmittag: Er traf zum 1:0, bereitete das zweite Halterner Tor vor und verschuldete den Heidener Anschlusstreffer.

Andre Koch (r.) erlebte einen ereignisreichen Nachmittag: Er traf zum 1:0, bereitete das zweite Halterner Tor vor und verschuldete den Heidener Anschlusstreffer.

Westfalenliga 1 TuS Haltern - Vikt. Heiden 3:1 (0:0)

Die Gäste setzten wie erwartet auf eine sehr defensive Ausrichtung. Die Halterner taten sich in den ersten 45 Minuten gegen die tief stehenden Heidener Abwehrketten sehr schwer. Es fehlten Inspiration und Tempo. Deniz Batman zog zweimal von der Strafraumgrenze ab, doch Heidens Keeper Tobias Terlau parierte stark. Auf der anderen Seite geriet das von Marcel Müller gehütete Tor des TuS in Hälfte eins nicht einmal ansatzweise in Gefahr.

Mehr Tempo

Aus der Pause kamen die Halterner deutlich engagierter, die höhere Geschwindigkeit sorgte für viele Lücken in der etwas schwerfälligen Heidener Abwehr. Nach einem Zuspiel von Andre Koch traf Stefan Oerterer aus kurzer Distanz, doch der Linienrichter hatte den Torjäger im Abseits gesehen. Lange ärgern mussten sich die TuS-Anhänger über diese strittige Entscheidung nicht, denn kurz darauf köpfte Koch nach einer perfekten Flanke von Jan Trampe das 1:0 (55.). Damit war der Knoten gelöst. Nur 120 Sekunden später flankte Koch von der rechten Seite auf den zweiten Pfosten, Oerterer traf per Kopf zum 2:0 – sein zehntes Saisontor. Ebenfalls in bester Torjäger-Manier erzielte Christian Warnat in Minute 65 das 3:0: Nachdem er auf der rechten Seite freigespielt worden war, reichten ein Haken und ein trockener Schuss mit der Pike, um die Heidener Abwehr ganz alt aussehen zu lassen.

Damit hätte die Partie entschieden sein können – wenn Koch nach einem Heidener Freistoß kurz darauf nicht über den Ball geschlagen und Alexander Robers die folgende Verwirrung nicht zum Anschlusstreffer genutzt hätte.

Mittel fehlen

In den letzten gut 20 Minuten geriet der Sieg aber nicht mehr ernsthaft in Gefahr, auch wenn die Halterner die Zeit ganz sicher souveräner hätten herunterspielen können. Doch den Gästen fehlten schlichtweg die spielerischen Mittel, um Druck zu erzeugen.

TuS: Müller, Warnat, Kasak, Ostdorf, van Briel (68. Becker), Koch, Trampe (90. Eilert), Eisen, Batman (86. Drepper), Grummel, Oerterer. Tore: 1:0 Koch (55.), 2:0 Oerterer (61.), 3:0 Warnat (65.), 3:1 Robers (67.).

Bezirksliga 11 SV Lippramsdorf - FC Epe 0:1 (0:0)

85 Minuten neutralisierten sich die Kontrahenten auf einem guten Niveau, die Defensivreihen ließen nur wenige Chancen zu und verlagerten die Partie ins Mittelfeld. „Es lief eigentlich alles auf 0:0 heraus, mit dem ich gut hätte leben können“, bilanzierte Hellekamp, der dann aber einen anderen Ausgang miterleben musste. Ein individueller Fehler ermöglichte Epe den etwas glücklichen Knock-out, beim LSV kehrte kollektive Katerstimmung ein.

Natürlich fehlten den Hausherren mit Henrik Kleinefeld und Tim Kalwey zwei wichtige Akteure und damit Durchschlagskraft im letzten Spieldrittel, trotzdem wollte Hellekamp den Punktverlust nicht auf den Aderlass schieben. „Wir konnten keinen Druck aufbauen, obwohl wir mit unseren guten Fußballern die Möglichkeiten dazu gehabt hätten“, ärgerte sich der Trainer im Anschluss. Die Abkehr vom Mantra Defensive plus Kleinefeld fordert beim SV Lippramdorf trotz gutem Saisonstart also noch ihre Zeit.

Doch ganz ohne Torszenen blieben die Hausherren auch nicht. Constantin Dewert scheiterte mit zwei Distanzschüssen am glänzend reagierenden Keeper. Robin Joemann fehlte ebenfalls nicht viel zur Führung, während Epe der Respekt deutlich anzumerken war. Zumindest bis zur 85. Minute. Das Schlussanrennen danach fiel wegen der kräftezehrenden Partie größtenteils ins Wasser, im Gegensatz zum Gegner blieb den Gastgebern der Lucky-Punch an diesem Tag verwehrt.

LSV: Niehaus; Monsheimer (87. Springweiler), Vierhaus, Schild, Hardegen, Schemmer (87. Prause), Berg, Drees, Igelbüscher, Joemann, Dewert. Tore: 0:1 (85.) Schneider.

Vor. Epe - TuS Haltern II 2:0 (0:0)

Voll des Lobes war Trainer Tim Abendroth am Abend, diesmal jedoch zunächst für den Gegner. „Das war die beste Mannschaft, gegen die wir bislang gespielt haben. Vor allem in der Offensive sind sie klasse und haben uns gut beschäftigt.“ In Hälfte eins schaffte es Haltern aber erfolgreich, die Kreise der Hausherren erfolgreich einzugrenzen. Sowieso machte die Reserve auf dem Platz mächtig Alarm, angeführt von fünf 19-Jährigen drückte der TuS aufs Tempo.

Das führte in Minute drei zur ersten kniffligen Situation, als Lukas Pillmann nach einer Marvin Polczinski-Flanke umgerissen wurde. Die Pfeife des Unparteiischen blieb stumm, Polczinski verpasste kurz darauf selbst aus aussichtsreicher Position. „Unser Plan, an der Mittellinie Ballverluste zu provozieren, ist voll aufgegangen“, freute sich Abendroth, um nachzuschieben: „Daraus haben wir aber zu wenig gemacht, wir waren nicht zwingend genug.“

Ohne Führung im Rücken geriet Haltern nach dem Seitenwechsel immer mehr ins Schwimmen, Epes Torjäger Aleksandar Temelkov besorgte das 1:0 (50.). Treffer zwei markierte Koray Arslan (73.), wie bei der Führung ging ein individueller Fehler im Spielaufbau des TuS dem Tor voraus. Zum 3:0 kam es nicht mehr, da Temelkov per Elfmeter in der Schlussphase scheiterte.

TuS: Berkenkamp; M. Göcke, Keskin (66. Axhimusa), Knoblich, Pillmann, Frasheri (60. J. Göcke), Quinkenstein, F. Abendroth, Pötter, Brinkert, Polczinski (60. Berse). Tore: 1:0 (50.) Temelkov, 2:0 (73.) Arslan.

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