Überraschende Aufstellung: LSV-Spieler überzeugen auf ungewohnter Position

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Lippramsdorfs Trainer Thomas Bartke nutzte die ersten Testspiele, um zwei Spieler auf Positionen auszuprobieren, auf denen sie entweder noch nie oder seit Jahren nicht mehr gespielt hatten.

Lippramsdorf

, 04.08.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Neuer Trainer, neue Ideen. Nach den ersten beiden Partien des SV Lippramsdorf unter dem neuen Übungsleiter Thomas Bartke lässt sich schon erkennen, in welche Richtung es in der kommenden Bezirksliga-Saison gehen soll. Ein Blick auf die Aufstellung des LSV hatte aber eine Überraschung parat. Zwei Spieler kamen zuletzt auf einer für sie eher ungewohnten Position zum Einsatz und überzeugten direkt gegen Landesligist Heiden. Für den einen war es das dritte Testspiel auf der neuen Position, der andere spielte über zwei Jahre nicht mehr dort.

Schon Weltmeister und Bayern-Ikone Philipp Lahm wanderte in seinen ersten Profi-Jahren als ursprünglicher Offensivspieler immer weiter nach hinten, ehe er sich als Außenverteidiger festspielte und zu einem der erfolgreichsten deutschen Spieler aller Zeiten wurde. Einen ähnlichen Weg geht geht nun scheinbar auch Lippramsdorfs Rückkehrer Giacomo Lopez Fernandez - bereits zum zweiten Mal.

Giacomo Lopez Fernandez stand erstmals wieder

Gegen Viktoria Heiden lief er als Linksverteidiger auf. Mit Erfolg. Während das von Hellekamp trainierte Heiden offensiv nicht zur Entfaltung kam und über außen kaum stattfand, konnte Lopez Fernandez mit seiner Schnelligkeit immer wieder tief in die gegnerische Hälfte eindringen und so für Gefahr und Unruhe sorgen.

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Für Giacomo Lopez Fernandez war es eine Rückkehr in die Abwehrkette. Seit er den LSV 2018 in Richtung TSV Marl Hüls verlassen hatte, lief er nicht mehr als Linksverteidiger auf. „Ich fühle mich auch etwas weiter vorne wohler“, gibt er zu. Aber wenn er als Verteidiger spiele, dann auch „eher nach vorne ausgerichtet“. Genau das möchte Lippramsdorfs Trainer Thomas Bartke aber auch.

Giacomo Lopez Fernandez ist in diesem Sommer zum SV Lippramsdorf zurückgekehrt und überzeugt nun auf einer neuen Position.

Giacomo Lopez Fernandez ist in diesem Sommer zum SV Lippramsdorf zurückgekehrt und überzeugt nun auf einer neuen Position. © Andreas Hofmann (Archiv)

Nach über zwei Jahren, in denen der 24-jährige Lopez Fernandez vor allem im zentralen Mittelfeld für Marl-Hüls und die SG Borken spielte, müsse er sich nun erst mal wieder an die Position hinten links gewöhnen. Generell sei es aber erst mal wieder „cool gewesen, wieder für Lippramsdorf zu spielen“. Denn im ersten Testspiel, als der LSV eine 2:0-Führung gegen Lembeck noch verspielte, fehlte Lopez Fernandez noch.

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Ob er in Zukunft weiter hinten links eingeplant wird oder - wie in der zweiten Halbzeit - auf den offensiven Außen spielen soll, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Grundsätzlich könne er aber auf vielen Positionen spielen und je nach Personallage auch mal woanders auflaufen, so der Doppeltorschütze vom Sonntag, der am liebsten als Linksaußen oder im offensiven Mittelfeld eingesetzt wird. Aber am Ende „spielt man da, wo der Trainer einen aufstellt“, sagt er.

„Wenn du das gespielt hast, macht es das einfacher“

Das Gegenstück zu Giacomo Lopez Fernandez bildete gegen Heiden Constantin Dewert auf der Position des rechten Außenverteidigers, wo er auch schon gegen Lembeck und in einem Test gegen die zweite Mannschaft des LSV spielte. Sollte er sich auf der für ihn völlig neuen Position festspielen, wäre sein Wandel von einem Spieler der vordersten Front nach fast ganz hinten abgeschlossen. In der Jugend spielte der heute 23-Jährige noch im Sturm, danach wurde er peu à peu weiter nach hinten beordert. Unter Michael Hellekamp spielte er zuletzt meist im zentralen Mittelfeld, mal etwas offensiver, mal etwas defensiver.

Constantin Dewert (r.) spielte gegen Heiden erneut auf der für ihn ungewohnten Position des Rechtsverteidigers.

Constantin Dewert (r.) spielte gegen Heiden erneut auf der für ihn ungewohnten Position des Rechtsverteidigers. © Manfred Rimkus

„Je älter ich wurde, desto weiter bin ich nach hinten gerutscht“, sagt Dewert. Unter Hellekamp habe er anfangs aber immer wieder auch noch im Sturm gespielt und häufig auch im rechten Mittelfeld. „Wenn du da gespielt hast, macht es das (den Wechsel nach hinten rechts, Anm. d. Red.) einfacher.“ Beispielsweise das Verschieben je nach Spielsituation unterscheide sich nicht groß von der auf der Position des rechten Flügelspielers, „man macht das dann eben eine Position tiefer“.

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Mit seinen beiden Spielern auf den defensiven Außenposition war Thomas Bartke nach dem deutlichen 5:1-Sieg gegen Viktoria Heiden zufrieden. Die Idee, Dewert und Lopez Fernandez ein bisschen weiter nach hinten zu ziehen, gibt den Lippramsdorfern in der Offensive neue Möglichkeiten. „Grundsätzlich haben wir dadurch mehr Optionen nach vorne“, erklärt er. Beide seien „sehr spielstarke“ Spieler mit einem guten Zug nach vorne. „Wir hatten viele Aktionen über diese beiden Positionen.“ Auf den Außen könnten beide sich häufig vorne mit einschalten und so für mehr Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorgen. Gegen Heiden hat das Experiment auf jeden Fall schon mal gut geklappt.

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