van der Valk-Zwillinge treten kräftig in die Pedale

Das Sportporträt

Ohne das Rennrad geht es kaum: Die elfjährigen Zwillinge Tom und Lukas van der Valk verbringen bereits viele Stunden im Sattel.

HALTERN

von Von Horst Lehr

, 05.10.2017, 18:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Zwillinge Tom (l.) und Lukas van der Valk sind ihren Eltern auf dem Rennrad schon lange enteilt.

Die Zwillinge Tom (l.) und Lukas van der Valk sind ihren Eltern auf dem Rennrad schon lange enteilt.

Die Halterner Zwillinge Tom und Lukas van der Valk sind mit elf Jahren schon Titelträger auf dem Rennrad geworden. Lukas schaffte diesen Erfolg Anfang Juni bei den NRW-Landesmeisterschaften der Zeitfahrer in Köln und Tom siegte wenige Tage später bei den NRW-Meisterschaften im Straßenfahren in Bielefeld. Parallel spielten sie bis zum vergangenen Jahr Fußball beim SV Bossendorf. Ihre Eltern wollten, dass beide Erfahrungen im Einzel- wie auch im Mannschaftssport machen.

Begonnen hat alles im Alter von drei Jahren. Zuerst noch mit Stützrädern, später dann über eine Wurzelstrecke, die ihr Vater im Wald ausgemacht hatte. Der erste Rennstart folgte dann im Feld der „Minis“ beim MTB-Rennen am Dachsberg. „Wir wurden Letzter und Vorletzter“, sagt Tom und lacht.

Mittlerweile in der Radsportabteilung des ATV starteten die Beiden danach in der Klasse U9 beim NRW-Cup, später folgte die U11. Über das Grundlagentraining bekamen sie immer mehr Spaß am Rennradfahren. Zum Ausklang der Saison 2015 trainierten sie mehr, um sich an die Rennhärte und Taktik im Straßenrennen zu gewöhnen. Das Jahr 2016 begann für die Jungs vielversprechend, denn in der U13-Klasse starteten beide auch im Ostwestfalen-Lippe-Cup. Sie denken noch gerne an das Rennen in Brackwede zurück, das gleich mit einem Doppelsieg endete.

In diesem Sommer wechselten beide zum RSV Gütersloh und konzentrieren sich komplett auf Straßenrennen. Vor dem ersten Rennen, in der Teambesprechung, wurde die Marschroute „Am Berg angreifen und wegfahren“ ausgegeben. „Doch wir haben es beide vergeigt“, sagt Lukas. Trotzdem wurden sie Vierter und Fünfter. Eine Woche später in Neheim siegte Lukas im Zielsprint, einen Tag später in Wuppertal wurde er Zweiter und sein Bruder belegte Platz drei.

Zu schnell für die Eltern

Die Brüder trainieren nach einem auf sie abgestimmten Trainingsplan des Vereins zwei- bis dreimal die Woche. Täglich eine Stunde auf der Rolle ist für sie zur Routine geworden, aber das eigentliche Training findet auf der Straße statt. Dort sind sie immer mit ihrem Vater unterwegs. „Das ist mir für die beiden alleine momentan noch zu gefährlich“, sagt Jörg. Geübt werden dabei auch immer wieder kurze Sprints, in denen rund 30 Sekunden lang mit Höchstgeschwindigkeit gefahren wird. So trainieren die Beiden auch das aerodynamische Sitzen auf dem Rad, um mehr Zeit zu gewinnen.

Wie gut die Brüder mittlerweile zusammen agieren, zeigte sich beim Rennen in Pulheim Mitte September. Direkt nach dem Start versuchten die Mitfahrer, sich mit Sprintattacken ab zu setzen. Doch Tom und Lukas hielten dagegen und warteten auf den passenden Moment. Der kam für Tom am Zielanstieg. Dort übernahm er die Führung und sprintete bis 100 Meter vor dem Ziel. Lukas fuhr taktisch am Hinterrad der Lokalmatadorin. Erst auf den letzten 50 Metern griff er an und zog knapp vorbei. „Im Rennen arbeiten wir gerne zusammen, aber beim Zielsprint fährt jeder für sich“, sagt Lukas.

Die notwendige Unterstützung erhalten sie von der Familie. Bei gemeinsamen Ausfahrten fahren die Eltern aber hinterher. „Wenn die aufdrehen, sind sie zu schnell für uns“, sagt Mutter Monika.

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