Vor einem Jahr: HSC krönt überragende Saison mit Oberliga-Aufstieg

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Ein Jahr ist es bereits her, dass der HSC Haltern-Sythen den Oberliga-Aufstieg feierte. Wir blicken mit Torhüter Stephan Haunert auf das entscheidende Spiel gegen PSV Recklinghausen zurück.

Haltern

, 06.04.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein deutliches 30:21 stand vor genau einem Jahr auf der Anzeigetafel in der Halle am Schulzentrum. Phasenweise hatte der HSC Haltern-Sythen im Derby die PSV Recklinghausen an die Wand gespielt. Schon mehrere Minuten vor dem Abpfiff wurde auf den Zuschauerrängen gefeiert, auch die Spieler begannen bereits einige Sekunden vor dem Schlusspfiff zu jubeln: Der dritte Aufstieg in die Oberliga war geschafft. Dabei begann der Spieltag mit einem Schreckmoment. Nicht dem letzten an diesem Tag.

Es war bereits der 19. Sieg im 22. Spiel der Saison für die Mannschaft von Gerard Siggemann, der das Team vor der Spielzeit übernommen hatte und vor einiger Zeit bereits seine Zusage für seine dritte HSC-Saison gegeben hat. Kaum einer mag an diesem Samstagabend überhaupt noch Zweifel daran gehabt haben, dass die Halterner am Ende des Abends nicht den Aufstieg in die Oberliga feiern würden.

HSC-Torwart Daniel Lüger verletzt sich beim Aufwärmen

Zwar hatte der HSC eine Woche zuvor bei Verfolger TuRa Bergkamen mit 25:26 verloren, doch die erste Niederlage seit dem dritten Spieltag änderte nichts an der hervorragenden Ausgangslage. Und auch der Gegner sollte zumindest nicht für Angstschweiß bei den Halternern gesorgt haben. Das Hinspiel hatte der HSC gegen Recklinghausen mit 34:27 gewonnen, vor dem Rückspiel steckte die PSV im unteren Tabellenmittelfeld fest.

„Wir wollten unbedingt, dass es an diesem Tag klappt“, sagt HSC-Torhüter Stephan Haunert ein Jahr später. Die Chance, ausgerechnet in einem Derby den Aufstieg feiern zu können, sei noch mal eine zusätzliche Motivation gewesen. Zwar würden er und seine Teamkollegen sich natürlich in jedem Spiel einen Sieg vornehmen, aber bei einem Derby eben noch mal ein bisschen mehr.

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Kurz vor dem Anpfiff dann aber der Schreckmoment für alle Halterner: Kapitän Daniel Lüger verletzte sich beim Aufwärmen am Knie. Beim Dehnen sei das Knie „irgendwie nach innen weggeknickt“, erzählte er einige Tage später. Und so musste Haunert, der im Laufe der Saison bereits mehrmals gezeigt hatte, dass auf ihn Verlass ist, von Beginn an das Halterner Tor hüten.

„Keiner hatte mehr das Gefühl, dass wir noch ins Straucheln kommen“

„Scheiße, hoffentlich ist es nichts Schlimmes“, sei sein erster Gedanke gewesen, erinnert sich Haunert. Druck habe er allerdings keinen verspürt, als klar war, dass er die vollen 60 Minuten im Tor stehen werde. „Das ist ja auch nicht ungewohnt für mich“, erklärt er. Jahrelang habe er so gut wie jeden Spieltag durchgespielt.

Besonders in der ersten Halbzeit präsentierte sich der Torhüter in einer fantastischen Form. Während seine Teamkollegen vorne so gut wie jeden Ball im gegnerischen Kasten unterbrachten, ließ er die Recklinghäuser immer wieder verzweifeln. Nur neun Gegentore hatte er bis zum Ende der ersten 30 Minuten zugelassen.

Weil Daniel Lüger (l.) sich beim Aufwärmen verletzt hatte, stand Stephan Haunert von Beginn an im Tor der Halterner.

Weil Daniel Lüger (l.) sich beim Aufwärmen verletzt hatte, stand Stephan Haunert von Beginn an im Tor der Halterner. Zur Belohnung für seine starke Leistung bekam er nach dem Abpfiff eine Krone aufgesetzt. © Pascal Albert

Überschattet wurde die zweite Halbzeit dann von einer zweiten Verletzung. In der 41. Minute sprang Jan-Bernd Kruth die Kniescheibe bei einem normalen Zweikampf und einem Knie-an-Knie-Kontakt heraus. Ein Arzt eilte von der Tribüne aufs Feld und schob seine Kniescheibe wieder an Ort und Stelle. Ein Moment, der für ein hundertfaches Zusammenzucken in der vollen Halle sorgte.

Zwischenzeitlich nahmen die HSC-Spieler dann auch ein wenig Tempo aus dem Spiel. Sein Team habe „nicht mehr so konsequent angegriffen“, stellte Gerard Siggemann später fest. Es sei insgesamt eine gute, solide Leistung seiner Spieler gewesen. Auch Stephan Haunert weiß noch, dass „wir ein bisschen die Konsequenz vermissen ließen“.

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Dennoch siegte sein Team am Ende deutlich mit neun Toren Vorsprung. Von der ersten Minute an, hätte jeder im Team bereits gesagt, „das lassen wir uns nicht mehr nehmen“, erzählt er. Durch die komfortable Sieben-Tore-Halbzeitführung seien sich dann auch alle in der Pause sicher gewesen, als Sieger und Aufsteiger vom Platz zu gehen. „Keiner hatte mehr das Gefühl, dass wir noch ins Straucheln kommen“, erinnert sich Haunert.

Eine Einschätzung, die sich bewahrheiten sollte. Der HSC setzte sich verdient durch und feierte bis in die Morgenstunden. „Ich war einer der Letzten“, erinnert sich Haunert. Erst gegen vier Uhr habe er sich auf den Weg nach Hause gemacht.

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