Fußball-Oberliga

Holzwickeder SC präsentiert sich beim 2:4 gegen Ennepetal „wie eine Schüler-Mannschaft“

Das war wohl nichts. Ein schwacher Holzwickeder SC hat sein erstes Heimspiel in der neuen Saison verloren. Und zwar einfach, weil der gegnerische TuS Ennepetal cleverer war.

Es ist das eingetreten, wovor HSC-Coach Marc Woller im Vorfeld gewarnt hatte – nämlich vor den vielen baumlangen Hünen, die in der Mannschaft des TuS Ennepetal stehen.

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Holzwickede – TuS Ennepetal 2:4 (0:1)

Es wurde schnell deutlich, dass die Platzherren vor einer schweren Aufgabe stehen würden, wenngleich der Holzwickeder SC in spielerischer Hinsicht sogar einen Tacken besser als der TuS Ennepetal wirkte – ohne den gewünschten Erfolg freilich. Vor allem mit hoch gespielten Bällen war gegen diesen Kontrahenten mit den vielen großen Akteuren nicht viel auszurichten.

Mit zunehmender Spieldauer sollte sich das Blatt dann zugunsten der Gäste wenden: So mussten die Platzherren in der 20. Spielminute schon Glücksgöttin Fortuna bemühen, um ungeschoren davon zu kommen. Ennepetals Nicolas Külpmann stand da nämlich völlig freistehend im Fünfmeterraum des HSC-Strafraums, setze die Lederkugel aber neben das Gehäuse von Kevin Beinsen. Wenig später hatten dann die Blau/Grünen auf der anderen Seite wenig Glück, weil TuS-Keeper Marvin Weusthoff einen Schuss von Robin Schultze mit den Fingerspitzen noch um den Pfosten lenkte.

Das war es dann aber bis zum Seitenwechsel auch schon mit den Tor-Möglichkeiten für die Holzwickeder. Anders die Klutertstädter, die einen Abstimmungsfehler in der Deckung der Platzherren (37.) durch Nils Nettersheim konsequent zur verdienten 1:0-Führung nutzten. Für den neutralen Zuschauer roch dieser Treffer nach Abseits. Viel Glück hatte der HSC dann fast mit dem Seitenwechsel, als Nicolas Külpmann erneut eine dicke Chance zum 2:0 versiebte. Die Pausenführung für die Gäste war auf jeden Fall gerecht.

Gödde ist zu überrascht, um die Chance zu verwerten

Die ersten Minuten nach dem Wiederanpfiff gehörten dann dem Gastgeber: So setzte Tomislav Ivancic (47.) den Ball nur knapp über das Tor der Enneptaler. Noch besser war die Möglichkeit, die sich Philipp Gödde bei seiner Kopfballchance bot: Nach einer Linksflanke war der HSC-Sturmtank wohl zu überrascht. Die Gäste machten es besser: Als die HSC-Abwehr zu weit aufgerückt war, war das ein Fall von Cedrick Hupka, der dem aus seinem Kasten herausstürmenden Kevin Beinsen beim 0:2 keine Abwehrchance ließ. Und es sollte noch schlimmer für den heimischen Oberligisten kommen. In der 55. Spielminute war es nämlich Kevin Meckel, der auf 0:3 aus Gästesicht erhöhte, auch hier stand die HSC-Defensive sehr schlecht.

Ein wenig Hoffnung keimte dann noch einmal beim HSC auf, als Moritz Müller im Nachschuss in der 68. Minute auf 1:3 verkürzte. Philipp Gödde hatte dann wenig später Pech, dass sein Schuss nur ganz knapp das Tor der Gäste verfehlte. Die Strafe folgte prompt auf dem Fuß: Als Florian Gerding (81.) nur halbherzig angegriffen wurde, hatte dieser leichtes Spiel, um mit dem Tor zum 1:4 den Sack endgültig zuzumachen. Zwar schaffte Leon Gensicke fünf Minuten später mit einem sehenswerten Freistoß den erneuten Anschlusstreffer, mehr als Ergebniskorrektur war dieses Tor allerdings nicht.

„Wir sind ein spezieller Oberligist. Wir hatten am vergangenen Freitag nur 13 Mann beim Training, dennoch muss ich der Mannschaft für ihren Einsatz heute ein großes Lob zollen. Natürlich kommt es uns zugute, dass wir körperlich eine groß gewachsene Mannschaft sind. Ich hasse es nämlich, zu verlieren“, sagte TuS-Trainer Alexander Thamm.

Holzwickede war nur 13 Mann beim Training

Anders als sein Pendant war Holzwickedes Übungsleiter Marc Woller mit dem Geschehenen ganz sicher nicht einverstanden: „Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht. Vielleicht wäre es anders gekommen, wenn Philipp Gödde mehr aus seiner Kopfballchance gemacht hätte, das wäre das 1:1 gewesen. Wir haben wie eine Schüler-Mannschaft gespielt. Immerhin haben wir alles versucht“, meinte ein enttäuschter Marc Woller.

Sei es drum, es ist schon weit über ein Jahr her, dass der Holzwickeder SC ein Heimspiel verloren hat. Am kommenden Sonntag reist der HSC zum Angstgegner SV Schermbeck. Gegen die Mannschaft aus dem Kreis Wesel hat das Team seit gemeinsamer Oberliga-Zugehörigkeit noch nie gewonnen.

HSC: Beinsen – Müller (87. Ilic), Schneider, Delija, Gödde, Ivancic, Gensicke, Hoppe, Schultze, Duwe (57. Kyeremateng), Arenz

Tore: 0:1 Nettersheim (37.), 0:2 Hupka (50.), 0:3 Meckel (55.), 1:3 Müller (68.), 1:4 Gerding (81.), 2:4 Gensicke (84.)

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