HSC-Coach Marc Woller (li.) und sein Co Daniel Frieg © Neumann
Fußball

HSC in Not: „Man muss in dieser brutalen Klasse eine Topleistung bringen“

Der Holzwickeder SC rangiert auf dem ersten Abstiegsplatz. Doch das Team hat eigentlich wesentlich höhere Ziele ausgegeben. In dieser „brutalen Klasse“ ist man aber weit davon entfernt.

Der achte Spieltag der Oberliga Westfalen hat es einmal mehr an den Tag gebracht. Der neuformierte Holzwickeder SC tut sich in der aktuellen Spielzeit 2021/22 gerade in den Heimspielen schwer, die Grundlage zur Erreichung des Saisonzieles zu schaffen. Dieses Ziel ist ein Platz unter den ersten Zehn – also die Top-Ten in der 5. Liga.

Damit würde der HSC dann in die Runde dieser ersten Zehn im Ranking einziehen. Diese Meisterschaftsrunde, die in der Saison angesichts des Überangebotes an Teilnehmern eingerichtet wurde, spielt dann die beiden Aufsteiger zur Regionalliga aus. Die restlichen elf Klubs machen dagegen in der Abstiegsrunde die fünf Absteiger unter sich aus, zu denen die Holzwickeder aber auf keinen Fall zählen wollen.

Miserable Heimbilanz: Kein Punkt aus vier Spielen

Um dieses Ziel zu erreichen, ist bei den Blau-Grünen aber schon eine gewaltige Leistungssteigerung notwendig, zumal die Hochkaräter der Oberliga Westfalen noch auf den HSC warten. Die miserable Heimbilanz: null Zähler aus den vier Heimspielen! Das ist sicher der Hauptgrund für die derzeitige sportliche Situation an der Emscher. Natürlich nimmt auch die starke Personalfluktuation während der Wechselperiode im Sommer großen Einfluss auf die schlechte Lage.

Wenn dann Leistungsträger wie die verletzten Leon Gensicke, Enis Delija oder Moritz Müller ausfallen – nicht zu vergessen Urlauber Nils Hoppe – darf sich in der Emschergemeinde eigentlich niemand wundern. Auch die Ausgeglichenheit in dieser Klasse, wo an einem guten Tag auch Spitzenteams zu besiegen sind, macht die Aufgabe nicht leichter – was allerdings nicht nur für die Holzwickeder gilt.

Die Sportliche Leitung kommt ins Grübeln: Tim Harbott (li.) und Karl-Friedrich  Lösbrock suchen ebenfalls nach Lösungen.
Die Sportliche Leitung kommt ins Grübeln: Tim Harbott (li.) und Karl-Friedrich Lösbrock suchen ebenfalls nach Lösungen. © Neumann © Neumann

Siegens Coach Tobias Cramer traf am Sonntag bei der Pressekonferenz den Nagel auf den Kopf: „Man muss in dieser brutalen Klasse jeden Sonntag eine Topleistung bringen“, sagte der Übungsleiter der Sportfreunde, dem die Erleichterung über den 2:0-Sieg in Holzwickede deutlich im Gesicht stand. „Bei uns im Siegerland hat sich nach dem nicht optimalen Saisonstart schon Hektik breitgemacht hat“, betonte Cramer.

Des einen Freud ist bekanntlich des anderen Leid. Jedenfalls kam bei HSC-Coach Marc Woller nach der 0:2-Schlappe gegen die Siegener logischerweise keine Freude auf. Woller ließ aber keinen Zweifel daran, den Gäste-Erfolg als verdient zu bezeichnen: „Wir hatten nur wenig Chancen, haben gehofft, dass nach der Ampelkarte gegen Filipzik noch etwas für uns gehen würde“, so der Trainer.

Für Diskussionsstoff sorgte kurz vor dem Seitenwechsel der aberkannte Treffer von Holzwickedes Henri Böcker, der den 1:1-Ausgleich bedeutet hätte. Siegens Keeper Christoph Thies hatte einen Schuss von Philipp Gödde zu kurz abgewehrt. Im zweiten Versuch traf Böcker dann ins Tor. Die gut postierte Schiedsrichterin Kathrin Heimann zeigte in der Folge zur Mitte – Tor. Sie nahm ihre Entscheidung aber nach Intervention ihres Assistenten an der Linie wieder zurück, obwohl dieser wesentlich weiter vom Geschehen entfernt stand. Die Videobilder zum Spiel machen aber deutlich, dass der Treffer wohl regulär war.

Sei es drum: Für den HSC geht es nun Sonntag nach Vreden – nahe der Grenze zu den Niederlanden. Da sind Punkte gefragt, soll das Saisonziel nicht vorzeitig aus den Augen verloren werden.

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